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Informations- und Kommunikationstechnologien

Digitaler Wandel und Entwicklungszusammenarbeit

Zwei Mädchen nutzen zum Lernen ein Tablet.

Die digitale Revolution durchdringt alle Lebensbereiche – in Industriestaaten wie in Entwicklungsländern. Diese Veränderungen eröffnen ungeahnte Potenziale für die Entwicklungszusammenarbeit, sie bergen aber auch neue Risiken. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt seine Partnerländer dabei, die Herausforderungen zu bewältigen und die Potenziale des digitalen Wandels für nachhaltige Entwicklung zu nutzen.

Mobiltelefone und andere Technologien überwinden längst Entfernungen, die noch vor wenigen Jahren als unüberbrückbar galten: zwischen Stadt und Land, zwischen Landwirten und Märkten, zwischen Lehrkräften und Schülern. Ob in Kenia, Bangladesch oder Bolivien – überall entwickeln IT-Experten neue Lösungen für lokale Probleme: Prothesen aus dem 3D-Drucker, virtuelle Vorlesungen und digitale Währungen über das Handy, Traktoren, die über Sensoren gesteuert werden und vieles mehr.

Große digitale Kluft

Jude Mukundane, Teilnehmer an digitalen Projekten der DW Akademie in Uganda, startete ein Experiment: Wie lange kann man mitten auf dieser einsamen Straße im Masindi-Distrkt am Computer arbeiten, bevor der Verkehr einen vertreibt? Nach 30 Minuten gab Mukundane auf.

Durch neue Technologien werden Prozesse schneller, transparenter und effizienter. Mehr Menschen können mehr Wissen teilen. Allerdings bleibt die "digitale Dividende" – mehr Arbeitsplätze, bessere öffentliche Dienstleistungen, mehr Chancen für alle – global gesehen hinter den Erwartungen zurück, stellt der Weltentwicklungsbericht 2016 der Weltbank fest.

Trotz aller positiven Entwicklungen: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat noch keinen Zugang zum Internet. Zwar wächst der Markt der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) weltweit enorm, aber die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern, zwischen Stadt und Land, zwischen den Generationen sowie den Geschlechtern sind zum Teil gewaltig. Die Zahl der Internetnutzer hat sich zwischen 2000 und 2015 verachtfacht – auf jetzt 3,2 Milliarden. Mehr als vier Milliarden Menschen sind jedoch nach wie vor "offline", die große Mehrheit davon in den ärmsten Staaten der Erde. Durch fehlenden Internetzugang vergrößert sich die wirtschaftliche und soziale Ungleichheit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, aber auch innerhalb von Staaten.

Zu den Risiken des digitalen Wandels zählt auch, dass verstärkt persönliche Daten gesammelt und missbraucht werden. In vielen Ländern dieser Welt wird zudem das Internet zensiert oder die Meinungsfreiheit online eingeschränkt.

Das BMZ packt diese Herausforderungen an und will gleichzeitig die Chancen des digitalen Wandels für alle nutzbar machen: durch den Aufbau digitaler Infrastrukturen, vor allem aber durch Investitionen in die Fähigkeiten der Menschen, in Bildung und in gute Rahmenbedingungen für eine faire und offene Entwicklung einer digitalisierten Welt.

Dabei ist die "Digitale Agenda des BMZ" Grundlage und gibt Orientierung für digitale Projekte in der deutschen Entwicklungspolitik.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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