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G20-Präsidentschaft

Digital TVET Tender

Mehr Berufsbildung durch Infrastrukturprojekte

Hände auf Computertastatur

Digitalisierung und Automatisierung stellen weltweit Chancen und Risiken für die Arbeitswelt dar – es braucht daher angepasste und zeitgemäße Ausbildungsprofile für die Arbeit von morgen.

Auf der 49. Jahrestagung der Asiatischen Entwicklungsbank (Asian Development Bank, ADB) im Mai 2016 unterzeichneten der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Hans-Joachim Fuchtel, und ADB-Präsident Takehiko Nakao eine gemeinsame Absichtserklärung: Die Initiative "Digital TVET Tender" sieht vor, dass zukünftig Berufsbildungskomponenten in Infrastrukturprojekte integriert werden sollen. Gleichzeitig sollen die Entwicklungsbanken Infrastrukturprojekte als Mittel nutzen, um die Berufsbildung zu fördern.

Die Initiative versucht dadurch ein Gegenmodell zu Infrastrukturprojekten zu etablieren, die ohne Beteiligung lokaler Bevölkerungsgruppen verwirklicht werden

Digitale Plattform

Teil der "Digital TVET Tender"-Initiative ist ein gemeinsam von ADB und BMZ betriebenes Datenportal. Die digitale Plattform hilft, die Entwicklung der Arbeitswelt in Echtzeit zu beobachten, passende Ausbildungsprofile und -projekte zu entwickeln und die weltweite Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung zu verstärken.

Insbesondere erlaubt die Plattform,

  1. ​eine bessere Kenntnis der Ausgangssituation auf den Arbeits- und Ausbildungsmärkten der Partnerländer,
  2. ​eine volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse,
  3. ​eine datenbasierte Entscheidungsfindung,
  4. ​ein systematisches Monitoring,
  5. eine fachgerechte Qualitätskontrolle sowie
  6. die Planung von Folgeprojekten.

Um die Idee weiterzuentwickeln, fanden im Herbst 2016 Gespräche und Workshops mit dem BMZ, den Durchführungsorganisationen DEG, KfW und GIZ sowie der Europa-Repräsentanz der ADB statt.

Ein Prototyp des digitalen Portals wurde Anfang Oktober in Manila präsentiert. Das BMZ und die ADB verständigten sich darauf, ein entsprechendes Pilotprojekt in zwei bis drei asiatischen Ländern zu starten. Interesse wurde auch von der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank (Asian Infrastructure Investment Bank, AIIB) und der Weltbank bekundet; die Interamerikanische Entwicklungsbank (Inter-American Development Bank, IDB) hat sich der Initiative bereits angeschlossen.


Chance für neue Partnerschaften

Im Jahr der deutschen G20-Präsidentschaft stellt die Initiative eine große Chance dar, neue strategische Partnerschaften mit G20-Mitgliedern, der Privatwirtschaft – etwa den großen Softwarefirmen – und der Zivilgesellschaft zu schließen.

Das BMZ kann über die Initiative deutsches Expertenwissen im international stark nachgefragten Themenfeld Berufsbildung zur Verfügung stellen. Außerdem kann das Ministerium seiner Verantwortung als erfahrener Akteur in der internationalen Zusammenarbeit gerecht werden – zum Beispiel beim Umsetzungsprozess der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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