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Finanzsystementwicklung

Regulierung und Aufsicht


Kleinstunternehmerin auf dem Markt von Onankali, Namibia.

Voraussetzung für solides Wirt­schafts­wachs­tum ist die Stabilität des Finanz­systems. Nationale, regionale oder in­ter­na­ti­o­nale Finanz­krisen können für Einzel­personen, Unter­nehmen und den Staat mit erheblichen Kosten verbunden sein und bergen sub­stan­zielle volks­wirt­schaft­liche Risiken. Um einen Beitrag zur Ver­mei­dung solcher Krisen zu leisten, unter­stützt Deutsch­land seine Ko­ope­ra­tions­länder darin, ihre Finanz­systeme mit modernen Instru­menten der Risiko­absicherung zu stabilisieren. Im Zentrum steht hierbei die Stärkung der Aufsichts- und Regulierungs­strukturen des kommer­ziellen Banken­systems.

Zahlreiche Studien belegen, dass vor allem ärmere Menschen einen sehr großen Bedarf haben, ihr geringes Einkommen sicher zu sparen. Das Bedürfnis zu sparen ist gerade in diesen Ein­kom­mens­schichten oft größer als der Wunsch, einen Kredit aufzunehmen. Darum ist es besonders wichtig, dass Mikro­finanz­institutionen die Erlaubnis haben, Ersparnisse zu mobilisieren und dass sie dabei effektiv reguliert und überwacht werden. Die Stärkung von Regulierern (in der Regel Zentral­banken) bei der Lizenzierung, Regulierung und Über­wachung von er­spar­nis­mo­bi­li­sie­renden Mikro­finanz­institutionen und Banken ist darum ein zen­traler Aspekt der Arbeit der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit in diesem Bereich.

Die Zentralbanken und Aufsichts­behörden stehen vor der He­raus­for­de­rung, die richtige Balance zwischen Finanz­stabilität und Aus­weitung von Finanz­dienst­leistungen zu finden. Die Regu­lie­rung muss Inno­vationen – zum Bei­spiel mobil­funk­basierte Finanz­dienst­leistungen – erlauben, aber gleich­zeitig Risiken – zum Bei­spiel eine un­ver­ant­wort­liche Vergabe von Krediten – unterbinden.

Auf Regierungsebene umfasst die deutsche Un­ter­stüt­zung die Beratung der Ko­ope­ra­tions­länder bei der Regulierung ihres Finanz­sektors und bei der Be­auf­sich­ti­gung des Banken­systems und des Ver­sicherungs­sektors. Darüber hinaus engagiert sich Deutsch­land bei der makro­ökonomischen Reform­beratung, zum Beispiel in der Währungs- und Geld­politik. Außerdem stärkt die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit den Aufbau von Einlagen­sicherungs­systemen zum Schutz der Ersparnisse und zum Erhalt des Vertrauens in die lokalen Märkte.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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