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Wirtschaft, Wachstum und Beschäftigung

Finanzsystementwicklung

Mitarbeiter und Kundin der Bank FINCA in Kampala, Uganda

Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit fördert ver­ant­wor­tungs­volle und leistungs­fähige Finanz­systeme für Einzel­personen, Haushalte, Unter­nehmen und den Staat. Der deutsche Ansatz ist ganz­heit­lich und zielt auf die Ent­wick­lung des gesamten Finanz­systems ab. Die Ko­ope­ra­tions­länder werden auf drei Ebenen unterstützt:

  • Auf der Mikroebene fördert Deutsch­land einzelne In­sti­tu­tionen und die Ent­wick­lung von Finanzierungs­instrumenten wie Krediten, Spar­einlagen oder Versicherungs­leistungen. Durch eine finanz­wirt­schaft­liche Beratung des Manage­ments wird die Bank­organisation ver­bessert. Bei kommerziellen Banken wird die Breiten­wirkung durch Ein­führung neuer Mikro­finanz­produkte verstärkt.

  • Auf der Mesoebene unterstützt Deutsch­land den Aufbau der Finanz­infra­struktur und der institutionellen Rah­men­be­din­gun­gen. Dies erfolgt durch den Ausbau von Mikro­finanz­verbänden, um die Netz­werk­strukturen des Sektors zu stärken, von Kredit­auskunfteien und von fach­spezifischen Ausbildungs­einrichtungen.

  • Auf der Makroebene unter­stützt die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit ihre Ko­ope­ra­tions­länder dabei, durch die Ein­führung von Regu­lie­rungs­standards ihre Finanz­stabilität zu stärken. Hierbei werden zum Beispiel Mikro­finanz­in­sti­tu­tionen und Banken reguliert, damit die Er­spar­nisse der Kunden ver­ant­wor­tungs­voll und sicher verwaltet werden. Außerdem fördert Deutsch­land Finanz­sektor­reformen, zum Beispiel durch geld­politische Beratung. Ein wichtiger Schwer­punkt ist hierbei der Aufbau und Ausbau von technischen Kapazitäten in den Aufsichts­behörden, etwa den Zentralbanken.

Die Finanzsystem­entwicklung ist für die deutsche Ent­wick­lungs­po­li­tik von großer Bedeutung und leistet einen wesent­lichen Beitrag zur Erreichung der Millenniums­entwicklungs­ziele: Sie fördert die individuelle Entfaltung und stärkt selbst­tragende Wirt­schafts­strukturen.

Internationale Vorreiter

Deutsch­land stellt zur Förderung des Bereichs "Finanz­system­entwicklung und Mikro­finanzierung" im Durch­schnitt mehr als 140 Millionen Euro pro Jahr aus dem Bundes­haushalt zur Verfügung. Die KfW Entwicklungs­bank ist einer der weltweit aktivsten und größten bilateralen Entwicklungs­finanzierer: Das gesamte Port­folio der KfW Entwicklungs­bank beträgt derzeit etwa 2,3 Milliar­den Euro (davon rund drei Viertel aus eigenen Mitteln) (Stand: Juli 2011).

Im Bereich Finanz­system­entwicklung ist Deutsch­land derzeit in 63 Ländern (davon 40 Ko­ope­ra­tions­länder) mit 147 Projekten und Programmen tätig (Stand: 2011). Die Deutsche Ge­sell­schaft für In­ter­na­ti­o­nale Zu­sam­men­ar­beit (GIZ) und die KfW erlangen regelmäßig Best­noten im Smart Aid for Microfinance Index der Consultative Group to Assist the Poor (CGAP) und gelten als Vor­reiter der inno­va­tiven Finanz­system­entwicklung.

Auch Nichtregierungsorganisation, gemein­nützige Stiftungen des Banken­sektors und Banken­verbände engagieren sich im Bereich Finanz­system­entwicklung und Mikro­finanzierung. Sie passen zum Beispiel erfolg­reiche Finanz­modelle an die Be­din­gun­gen von Ent­wick­lungs­ländern an und über­tragen sie auf die Gegebenheiten vor Ort.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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