Hauptinhalt

Berufliche Bildung

Palästinensische Gebiete:
Beschäf­ti­gungs­förderung für Jugendliche


Grundsteinlegung für eine neue Schule und Erweiterung des bestehenden Schulgebäudes in Wadi al-Sultan in den Palästinensischen Gebieten.

In den Palästi­nen­sischen Gebieten gab es bis­lang kein einheit­liches formales Berufs­bildungs­system (Technical and Vocational Education and Training, TVET). Die bestehenden Institutionen und Ausbildungs­pro­gramme waren nicht an die Anfor­derungen des Arbeits­marktes angepasst. Mangelnde Bildungs­möglich­keiten und fehlende Infor­mationen über den Arbeits­markt erschwerten es den Jugend­lichen, einen Job zu finden. Vor allem Frauen wurden von modernen Ausbildungs­berufen aus­geschlossen.

Die GIZ unterstützt im Auftrag des BMZ die palä­sti­nen­si­sche Regierung dabei, eine neue Beschäftigungs­strategie zu entwickeln. Ziel ist, ein aus­gereiftes Ausbildungs­programm zu schaffen, das sich an den Bedürfnissen des Arbeits­marktes orientiert. Dabei wird ein integrierter Ansatz verfolgt: Zum einen sollen produktive Arbeits­plätze in einer wett­bewerbs­fähigen Privat­wirt­schaft gefördert werden. Die Beschäftigungs­fähigkeit von Jugend­lichen soll gesteigert werden. Zum anderen sollen die Abstimmungs­mechanismen auf dem Arbeits­markt und die wirtschafts­politischen Rah­men­be­din­gun­gen optimiert werden.

Die Reform des bestehenden TVET-Systems hin zu mehr Nach­haltig­keit, Ein­heit­lich­keit und höherer Qualität beinhaltet zum Beispiel die Ver­bes­se­rung der Standards in den Aus­bildungs­anforderungen für Berufs­lehrer. Am Technical College in Nablus wurde ein markt­orientierter Aufbau­lehr­gang geschaffen. Lehr­lings- und Ausbildungs­programme kombinieren theoretische und praktische Trainings­module nach deutschem Vorbild.

Beratung, Vermittlung, Förderung

Zum Aufbau eines umfang­reichen Arbeitsmarkt-Informations­systems unter­stützt die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit In­sti­tu­tionen, die Be­schäf­ti­gungs­dienst­leistungen wie Karriere­planung, Job­vermittlung und Unter­nehmer­kurse anbieten. Das neue TVET-Portal bietet eine inter­aktive Platt­form, über die das bestehende Ausbildungs­programm auch in Zukunft immer weiter an die Anforderungen des Arbeits­markts angepasst werden kann. One-Stop-Shops beschränken sich nicht auf Arbeits­beratung und -vermittlung, sondern fördern auch junge Unter­nehmer bei der Ent­wick­lung ihres eigenen Geschäfts­modells.

So bereitet das "Community Based Training for Self-Employment and Enterprise Creation" (CBTSEC) interessierte Unter­nehmer und Selbst­ständige in ihrer Aus­bildung gezielt darauf vor, wirt­schaft­liche Trends und die Markt­nachfrage auf lokaler Ebene zu erkennen und für den eigenen Geschäfts­bereich zu nutzen. Darüber hinaus wurde eine TVET-Konferenz abgehalten, die sich speziell mit den Chancen und Hürden des wirt­schaft­lichen Empower­ments von Frauen aus­einander­setzte. Somit wird das Ausbildungs­programm auch im Hinblick auf die Gleichheit der Geschlechter reformiert.

Erste Erfolge

Die Reformen zeigen bereits erste Wirkung. Immer mehr Unter­nehmen finden qualifizierte Angestellte, und die Beschäftigungs­möglich­keiten von Jugend­lichen sind deutlich gestiegen. In Kooperation mit dem UN-Flüchtlings­hilfs­werk UNRWA entwickelte Deutsch­land Lehrpläne für neue Berufs­bilder, die den An­for­de­run­gen eines modernen Arbeits­marktes entsprechen. Das neue Aus­bil­dungs­programm und die Arbeits­markt­strategien werden von den intensiv geschulten Kräften im Partner­ministerium weiter­entwickelt.

Diese "Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit aus einem Guss" unter­streicht die Rolle des BMZ im Bereich Beschäftigungs­förderung mit einem speziellen Fokus auf die Situation von Frauen und Jugendlichen.

Deutscher Beitrag: 15,4 Millionen Euro

Geplante Laufzeit: 2004 bis 2015

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen