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Migration

Hintergrund: Neue Perspektiven in einem fremden Land


Grenzübergang zwischen Bolivien und Chile in der Atacama-Wüste.

Jeden Tag verlassen Menschen ihre Heimat, weil sie sich in einem anderen Land ein bes­seres Leben er­hof­fen. Sie las­sen ihre Fami­lien zurück und tauschen die Ge­bor­gen­heit der hei­mischen Kul­tur, Tra­di­tion und der sozialen Ein­bin­dung gegen eine un­ge­wisse Zu­kunft in der Fremde ein. Viele gehen hohe Risiken ein, wenn sie auf ille­gale Weise ver­suchen, in einen anderen Staat ein­zu­reisen. Nie­mand trifft eine solche Ent­schei­dung ohne Grund. Große Armut und Not, poli­tische Krisen und bewaff­nete Kon­flikte ge­hören zu den wich­tigsten Grün­den für Migra­tion (lateinisch "migratio": Wan­derung, Aus­wan­derung, Umzug).

Rund 216 Millionen Menschen, das sind etwa drei Prozent der Welt­be­völ­ke­rung, leben heute außer­halb ihrer Geburts­länder. Und es ist ab­seh­bar, dass die Zahl der Migranten weiter stei­gen wird: In der glo­ba­li­sierten Wirt­schaft wachsen die Ar­beits­märkte inter­national immer stär­ker zu­sam­men. Gleich­zei­tig klaf­fen die demo­graphischen Ent­wick­lungen in Industrie- und Ent­wick­lungs­ländern aus­ein­ander: Wäh­rend die Be­völ­ke­rung in den armen Län­dern stark wächst, ver­zeich­nen viele reiche Staaten sehr niedrige Ge­bur­ten­raten und damit sinkende Ein­woh­ner­zahlen und über­alternde Ge­sell­schaften. Hinzu kom­men die Aus­wir­kungen des Klima­wandels, die immer mehr Menschen zwingen, in Ge­biete mit bes­seren Lebens­be­din­gungen auszuwandern.

Rund 45 Prozent der globalen Wander­be­wegungen erfolgen als so­ge­nannte Süd-Nord-Migra­tion von einem Ent­wick­lungs­land in ein Industrie­land. Der über­wie­gende Teil der welt­weiten Migra­tion findet jedoch zwischen Län­dern der gleichen Ent­wick­lungs­kate­gorie statt, in der Regel zwischen be­nach­barten Staaten.

Die deutsche Entwicklungspolitik will dazu beitragen, den Menschen in ihren Heimat­ländern Lebens­pers­pektiven zu er­öffnen. Sie be­kämpft die Ur­sachen von Armut und hilft damit lang­fristig auch, die Ur­sachen für Migra­tion zu ver­rin­gern. Zu­gleich wer­den die Partner­länder dabei unter­stützt, das posi­tive Poten­zial von Migra­tion bes­ser zu nut­zen. Viele Aus­wan­derer sind aktive Brücken­bauer zwischen ihren Her­kunfts- und Auf­nahme­ländern. Sie schicken nicht nur Geld in ihre alte Hei­mat, son­dern stel­len auch ihr neu er­wor­benes soziales, tech­nisches und kul­tu­relles Know-how für die Ent­wick­lung ihres Her­kunfts­landes zur Verfügung.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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