Hauptinhalt

Migrantenorganisationen

Afghanischer Migrantenverein sorgt für Strom in der Heimat


In Bad Krozingen, Baden-Württem­berg, haben afgha­nische Mi­gran­ten den Verein Afghan Bedmoschk Solar Center ge­grün­det. Mohammad Sabur Achtari, Vor­sit­zender des Ver­eins, schil­dert die Beweggründe:

"In Afghanistan sind nur acht Pro­zent der Haus­halte in den länd­lichen Ge­bieten an das Strom­netz an­ge­schlos­sen. Ohne Strom haben die Frauen, Män­ner und Kinder kaum Perspek­tiven. Sie sind ab­ge­schnit­ten vom öffent­lichen Leben, sie kön­nen kaum ar­bei­ten, denn man braucht für jede Maschine Strom und die Kin­der müs­sen bei Ker­zen­licht ihre Haus­auf­gaben machen."

Unterstützt durch die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit hat der Verein 2007 das Pro­jekt "Energie­stationen für Groß­familien" ins Leben ge­rufen – und die Situa­tion in zwölf Haus­halten schlag­artig ver­bes­sert.

In jedem Haus­halt leben mehrere Gene­ra­tionen unter einem Dach, so dass es sich hier um ein kleines Dorf handelt. Solar- und Wind­anlagen brin­gen nun Ener­gie und Licht in das Leben der Menschen. Solar­lampen, elek­trisch be­trie­bene Butter­schlag­ma­schi­nen und Wasch­maschinen er­leich­tern das Leben der Fami­lien­mit­glieder – vor allem der Frauen – und sparen ihnen Zeit. Die Fami­lien können durch die zeit­liche Ent­lastung mehr Vieh hal­ten und höhere Ein­nah­men aus dem Ver­kauf der Milch­produkte erwirtschaften.

Zwei junge Männer des Dorfes haben sich weiter­ge­bildet und sind nun fit in Sachen War­tung der Ener­gie­sta­tionen. Kleinere Repa­ra­turen kön­nen die Fami­lien nach einer Schulung selbst er­ledigen – die Nachhaltigkei ist gewährleistet.

Die Neuerung machte schnell im weiten Umkreis Furore. Der hohen Nach­frage nach weiteren Energie­an­lagen kommt Achtari gern nach. Er hat bereits zahl­reiche weitere Projekte in Planung.

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen