Hintergrund
Weltweite Diskriminierung von Frauen
"Frauen tragen die eine Hälfte des Himmels", sagt ein chinesisches Sprichwort. Doch internationale Studien und Schätzungen belegen, dass Frauen bis heute in allen Regionen der Welt benachteiligt und diskriminiert werden: Fast 70 Prozent der Ärmsten der Welt und zwei Drittel aller Analphabeten sind Frauen. Jedes Jahr sterben etwa 530.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt, 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Weltweit erledigen Frauen 66 Prozent der Arbeit und produzieren 50 Prozent der Lebensmittel. Insgesamt gehört ihnen aber nur ein Prozent des globalen Vermögens und sie beziehen nur zehn Prozent der Einkommen. mehr
Internationale Vereinbarungen
Internationale Vereinbarungen für Frauenrechte
Schon bei Gründung der Vereinten Nationen 1945 wurde das Prinzip der Gleichberechtigung der Geschlechter von der Staatengemeinschaft anerkannt. Es ist in der UN-Charta enthalten. Auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 geht auf die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Sie enthält den Grundsatz der Nichtdiskriminierung "aufgrund des Geschlechts". Durch die zwei Menschenrechtspakte von 1966, in die das Diskriminierungsverbot aufgenommen wurde, ist die Gleichberechtigung der Geschlechter für die Staaten, die diese Pakte unterzeichnet haben, zu einer rechtsverbindlichen Norm geworden. mehr
Deutsche Politik
Gleichberechtigung – Grundsatz der deutschen Entwicklungspolitik
"Gleiche Rechte, gleiche Pflichten, gleiche Chancen und gleiche Macht für Frauen und Männer" ist ein Grundsatz der deutschen Entwicklungspolitik und die Förderung der Gleichberechtigung ist eine Querschnittsaufgabe aller Bereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Bundesrepublik orientiert sich dabei an den internationalen Vereinbarungen für Frauenrechte. Ziel ist, Frauen und Männer gleichberechtigt am Entwicklungsprozess zu beteiligen und langfristig eine Verbesserung der Stellung von Frauen und ihre Machtgleichstellung (Empowerment) zu erreichen. mehr
Arbeitsfelder und Instrumente
Arbeitsfelder: Frauenrechte verwirklichen – Potenziale entfalten
Frauen haben in ihren Familien eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Veränderungen durchzusetzen. Deshalb ist Gleichberechtigung eine Voraussetzung für Entwicklung – denn wenn das Umfeld, wenn ihr gesellschaftlicher Status und ihre Rechtssituation es zulassen, entfalten Frauen ihre volle Stärke zum Wohle aller. Die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Geschlechter ist eine zentrale Herausforderung für die internationale Gemeinschaft. Auch Deutschland hat sich dazu verpflichtet: im Rahmen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948, durch die Ratifizierung der Internationalen Konvention zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau von 1979 und durch viele andere internationale Abkommen und Erklärungen. mehr
Dokumente und Links
Weiterführende Informationen
Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Dokumente und Websites mit weiterführenden Informationen zum Thema Frauenrechte und Gender. mehr
Beispiele
Stärkung der Position von Frauen
Traditionelle und religiöse Wertesysteme prägen den Rechtsalltag im nigerianischen Bundesstaat Borno – im Jahr 2000 wurde die Scharia, also die islamische Gesetzgebung, eingeführt. Die Rechte von Frauen sind dadurch eingeschränkt, ihr wirtschaftliches und soziales Potenzial kann nur wenig genutzt werden.

Projektname: Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen in Borno State (Nordosten Nigeria)
Ziel: Frauen und Mädchen können ihre Rechte in Borno State sichern, ihre juristische, politische und soziale Situation ist verbessert
Strategie: Dialog mit der ländlichen Bevölkerung, traditionellen und religiösen Führern, Medien, Justiz und Verwaltung zur Förderung der Akzeptanz von Frauenrechten, Runde Tische, Aufklärungskampagnen
Deutscher Beitrag: 3,5 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2006 bis 2012
Beispiele
Überwindung einer tief verwurzelten schädlichen Praktik - Genitalverstümmelung
Weltweit sind 140 Millionen Frauen Opfer von Genitalverstümmelung, jedes Jahr kommen etwa drei Millionen Mädchen und Frauen hinzu. Das Ritual verletzt elementare Menschenrechte. Die deutsche Bundesregierung fördert ein überregionales Projekt in verschiedenen west- und ostafrikanischen Ländern mit dem Ziel, durch Aufklärung, dialogische Arbeit und Unterstützung lokaler Organisationen diese Praxis zu bekämpfen.

Projektname: Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung
Ziel: Weibliche Genitalverstümmelung durch Sensibilisierung und Aufklärungsarbeit beenden
Strategie: Informationsverbreitung und Dialog mit den betroffenen Frauen, aber auch mit Männern, geistlichen Führern, Beschneiderinnen und anderen Beteiligten
Deutscher Beitrag: 8,5 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 1999 bis 2011
Beispiele
Frauenrechte sichern
Marokko befindet sich derzeit in einem gesellschaftlichen Modernisierungsprozess. Die soziale und rechtliche Situation von Frauen hat sich vor allem durch die Reform des Personenstandsrechts Anfang 2004 deutlich verbessert. Weitere Fortschritte für die Vertretung und das Auftreten von Frauen in der Öffentlichkeit folgten: Seit 2007 gibt es im Kabinett sieben Ministerinnen, im Parlament sind zehn Prozent der Sitze für Frauen reserviert. Dennoch sind Frauen nach wie vor schlechter gestellt als Männer.

Projektname: Integration des Gender-Ansatzes in die marokkanische Wirtschafts- und Sozialpolitik
Ziel: Den Gender-Ansatz in der Politik und den Programmen ausgewählter Institutionen des öffentlichen und privaten Sektors sowie bei Nichtregierungsorganisationen verankern.
Strategie: Der Schwerpunkt liegt auf der Institutionenförderung durch Beratung. Dazu kommen die Vernetzung nationaler und internationaler Akteure, die Entwicklung von Methoden und Instrumenten sowie Trainingsangebote.
Deutscher Beitrag: bisher 4,5 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2002 bis 2010
Publikationen
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Entwicklungspolitischer Gender-Aktionsplan
2009–2012
BMZ Konzepte 173
(PDF 812 KB, barrierefrei) -

Gleichberechtigung – Schlüssel zur Umsetzung
der Millenniumserklärung
der Vereinten Nationen
(PDF 298 KB, barrierefrei) -

Stärkung der Teilhabe von Frauen in der Entwicklungs-
zusammenarbeit
BMZ Materialien 172
(PDF 755 KB, barrierefrei)


