Hintergrund: Weltweite Diskriminierung von Frauen
"Frauen tragen die eine Hälfte des Himmels", sagt ein chinesisches Sprichwort. Doch internationale Studien und Schätzungen belegen, dass Frauen bis heute in allen Regionen der Welt benachteiligt und diskriminiert werden:
Fast 70 Prozent der Ärmsten der Welt und zwei Drittel aller Analphabeten sind Frauen. Jedes Jahr sterben etwa 530.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt, 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern.
Weltweit erledigen Frauen 66 Prozent der Arbeit und produzieren 50 Prozent der Lebensmittel. Insgesamt gehört ihnen aber nur ein Prozent des globalen Vermögens und sie beziehen nur zehn Prozent der Einkommen.
Auch in Politik und Wirtschaft sind Frauen benachteiligt. 2008 waren nur rund 18 Prozent aller Parlamentarier der Welt Frauen und es gab nur 17 Regierungschefinnen.
Das wirtschaftliche Potenzial und die Leistungsfähigkeit von Frauen bleiben vielerorts unterbewertet und ungenutzt. Die Erfahrungen von Frauen, ihre Kreativität und ihre Schaffenskraft sind jedoch wesentlich für die weltweite Entwicklung und für jede lebendige Demokratie.
Die Weltbank hat nachgewiesen, dass Länder, in denen die Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Erziehung, Beschäftigung und Eigentumsrechten gering sind, weniger Probleme mit Unterernährung und Kindersterblichkeit haben. Die Wirtschaft dieser Länder wächst schneller und sie werden verantwortungsvoller regiert. Verbesserte Bildungs- und Lebenschancen für Frauen tragen außerdem zu einer bewussten Familienplanung und einer Verminderung des Bevölkerungswachstums bei.
Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist ein Menschenrecht. Gleichberechtigung trägt zur Minderung der Armut, zur Verbesserung der Bildung, zur Bekämpfung von AIDS und anderen Krankheiten und zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei. Die Förderung der Gleichberechtigung ist darum ein Schwerpunkt der internationalen und der deutschen Entwicklungspolitik.


