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Infektionskrankheiten

Bekämpfung vernachlässigter Infektionskrankheiten


Informationsveranstaltung in Ungwaku, Nigeria, über die Gefahren der Flussblindheit.

Die sogenannten vernach­lässigten Infektions­krankheiten (Neglected Infectious Diseases, NID, oder auch Neglected Tropical Diseases, NTD) sind eine un­einheit­liche Gruppe von insgesamt 17 Krank­heiten. Sie unter­scheiden sich deutlich hinsichtlich ihrer Erreger und der Über­tragungs­wege sowie der geo­gra­fischen Verteilung. Auch der Wissens­stand über die Möglich­keiten der Diagnose und Therapie ist bei diesen Infektionen sehr unterschiedlich.

Neben relativ bekannten Krankheiten wie Lepra, Tollwut oder Fluss­blindheit gehören auch weitgehend unbekannte Erkrankungen zu dieser Gruppe. Zum Beispiel die Frambösie oder das Buruli-Ulkus.

Vernachlässigte Infektions­krankheiten betreffen besonders oft arme Be­völ­ke­rungs­gruppen, die in einem schwierigen Umfeld leben. Zum Beispiel in abgelegenen länd­lichen Gebieten, am Rand von Städten, in Konflikt­zonen oder in Regionen, die von Natur­katastrophen betroffen sind. Oft treten diese Krank­heiten im Zusammen­hang mit unsauberem Trink­wasser und fehlenden Sanitär­einrichtungen auf. Viele der Kranken haben keinen Zugang zu medizinischer Basis­versorgung und verfügen nicht über die Möglichkeit, sich politisch zu artikulieren.

Die Bekämpfung der vernachlässigten Infektions­krankheiten hat für die Politik und die Forschung bisher keine besondere Priorität. Die Erkrankungen ver­ursachen zwar großes körper­liches und seelisches Leid und haben häufig lebens­lange Einschränkungen zur Folge – allerdings sind diese Konse­quenzen nach außen oft weniger sichtbar als bei Infektions­krankheiten mit drama­tischem Krank­heits­verlauf und hoher Sterblichkeit.

Die Welt­gesundheits­organisation (WHO) schätzt, dass weltweit mindestens eine Milliarde Menschen an einer oder mehreren dieser Krankheiten leiden. Beson­ders anfällig sind Kinder.

Voraussetzung für dauerhafte Erfolge bei der Bekämpfung der ver­nach­lässigten Infektions­krankheiten ist ein umfassender und über­greifender Ansatz. Lang­fristig reichen rein medizinische Maßnahmen nicht aus. Es ist darum sinnvoll, entsprechend den lokalen Bedingungen verschiedene Aktivitäten gegen die Krank­heiten zu bündeln. Dabei muss zum Beispiel die Ver­bes­se­rung der medi­zi­nischen Versorgung mit der Ver­bes­se­rung der Infra­struk­tur, der Bildung und der öko­no­mi­schen Situation kombiniert werden.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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