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Infektionskrankheiten

Bekämpfung der Tuberkulose


Tuberkulose-Patient in einer Klinik der Ärzte ohne Grenzen in Somalia.

Die Tuberkulose (TBC) ist eine Infektions­krankheit, die durch Bakterien ver­ursacht wird. Die Krankheit wird von Mensch zu Mensch übertragen und kann verschiedene Organe befallen, mit Abstand am häufigsten erkrankt die Lunge.

Tuberkulose ist weit verbreitet. Nach Schätzungen der Welt­gesundheits­organisation (WHO) ist ein Drittel der Welt­bevölkerung mit dem Erreger infiziert – meist ohne davon zu wissen. Nur ein kleiner Teil dieser Menschen erkrankt im Laufe des Lebens, 2015 waren es dennoch etwa 10,4 Millionen. Etwa 1,8 Mil­lio­nen Kranke starben 2015 an Tuberkulose. Weil die Erreger immer öfter Re­sis­ten­zen entwickeln und dadurch die bisher bewährten Medikamente nicht mehr wirken, ist Tuberkulose weltweit eine ernste Bedrohung für die Gesundheit.

Das Krankheitsbild tritt besonders bei Patienten mit geschwächtem Immun­system auf: Tuberkulose ist für etwa ein Viertel der Todesfälle von Aids-Kranken verantwortlich. Die Eindämmung der Tuberkulose muss darum in enger Abstimmung mit den Maßnahmen gegen HIV und Aids erfolgen.

Tuberkulose ist heilbar. Eine wirkungs­volle Therapie­methode ist die von der WHO empfohlene direkt beobachtete Kurz­zeit­therapie (Directly Observed Treatment Short Course, DOTS). Dabei nehmen die Patienten ihre Medikamente unter Aufsicht und Betreuung von speziell ausgebildeten Helfern ein. Seit 1995 konnten so mehr als 51 Millionen Menschen erfolgreich behandelt und schätzungs­weise 20 Millionen Leben gerettet werden.

Neben dem Engage­ment für die Eindämmung von HIV, das gleichzeitig auch Angebote für Tuberkulose­kranke einschließt, hat die Bun­des­re­pu­blik für die Tuberkulose-Bekämpfung in Afrika und Asien bislang rund 100 Millionen Euro bereit­gestellt. Darüber hinaus unterstützt die Bun­des­re­pu­blik Maßnahmen gegen Tuberkulose über den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM). Insgesamt gibt Deutsch­land jährlich 200 Millionen Euro für die Arbeit des GFATM. Der Fonds investiert 16 Prozent seiner Mittel in die Tuberkulose­bekämpfung.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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