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Infektionskrankheiten

Bekämpfung der Malaria


Eine Pharmafirma in der Demokratischen Republik Kongo züchtet Nutzpflanzen, die für die Herstellung von Malaria-Medikamenten benötigt werden.

Malaria ist eine Infektions­krankheit, die bis auf Ausnahme­fälle bisher nur in tropischen Regionen auftritt. Die Erreger sind ein­zellige Parasiten (Plasmodien), die durch Stech­mücken von Mensch zu Mensch übertragen werden.

In ihrem "Welt-Malaria-Report 2016" schätzt die Welt­gesund­heits­organisation (WHO), dass im Jahr 2015 welt­weit etwa 429.000 Menschen an Malaria gestorben sind. Besonders von der Krank­heit betroffen sind Menschen in Afrika, vor allem Kinder unter fünf Jahren. Auch für die Gesundheit von Schwangeren und Neu­geborenen ist eine Malaria­infektion ein großes Risiko.

Die volks­wirt­schaft­lichen Kosten von Malaria sind hoch: Die Krankheit bremst nachweislich das Wirt­schafts­wachs­tum. Langfristig kann dadurch das Brutto­sozial­produkt besonders betroffener Länder stark sinken.

Malaria trifft vor allem Arme. Obwohl es wirksame Ansätze zur Vor­beugung und Behandlung der Infektion gibt, haben Millionen Menschen in Entwicklungs­ländern aus Kosten­gründen keinen Zugang dazu.

Wesentliche Eckpfeiler der Malariakontrolle sind

  • die Bekämpfung der Mücken, die die Parasiten übertragen,
  • die Vorbeugung gegen Stiche,
  • die Vorbeugung gegen Infektionen durch Medikamenten­einnahme und
  • die Behandlung von Erkrankungen mit Medikamenten.

In der Malariabekämpfung gibt es keinen "Königsweg" – es ist immer notwendig, einen Methoden­mix anzuwenden, der zur jeweiligen Situation passt. Ins­be­son­dere bei Kindern sind eine schnelle Diagnose und eine effektive medi­ka­men­töse Behandlung entscheidend für den Therapie­erfolg. Trotz intensiver Forschung ist noch keine wirksame Impfung in Aussicht.

Insektizide

Eine verbreitete Maßnahme ist das Besprühen von Innenr­äumen ("Indoor residual spraying"). In einigen Ländern wird hierfür immer noch DDT (Dichlor­diphenyl­tri­chlor­ethan) eingesetzt. Gegen dieses Gift sind die Mücken aller­dings in sehr vielen Regionen bereits unempfindlich geworden. Weil außerdem bekannt ist, dass DDT gefährliche Lang­zeit­wirkungen hat, unter­stützt Deutsch­land allenfalls äußerst eingeschränkt Maßnahmen mit Verwendung von DDT.

Auch das Besprühen der Innen­räume mit alternativen Substanzen ist nur unter bestimmten Bedingungen zu empfehlen. Die Wirkung ist unter anderem abhängig von den klima­tischen Ver­hält­nissen und kons­truk­tions­bedingten Kriterien wie dem Wand­material. Hinzu kommt, dass das groß­flächige Sprühen der Insektizide die Umwelt über­mäßig und unnötig belastet. Die Gesundheits­belastung für Menschen, die in solchen Räumen leben, ist besonders hoch.

Medikamentöse Vorbeugung und Behandlung

Zur Vorbeugung und Behandlung sind verschiedene Medikamente mit unter­schied­lichen Wirkungen auf dem Markt. Die WHO empfiehlt eine Kombi­na­tion verschiedener Wirk­stoffe mit dem Wirk­stoff Artemisinin. Diese Therapie­form ist unter dem Kürzel ACT (Artemisinin based combination therapy, Kombinations­therapie auf Basis von Artemisinin) bekannt. ACTs gelten als höchst wirksam, der Einsatz sollte aller­dings nur unter strenger wissen­schaft­licher Kontrolle erfolgen, um die Ent­wick­lung von Resistenzen gegen Artemisinin so weit wie möglich zu vermeiden.

Für die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit liegt die He­raus­for­de­rung darin, geeignete Subventions- und Verteilungs­wege für die Präparate zu finden. Sie müssen eine sichere Versorgung aller Bevölkerungs­schichten ermöglichen. Zusätzlich muss eine notwendige fachliche Beratung sicher­gestellt werden. Für eventuelle Kom­pli­ka­tionen bei der Therapie muss geeignete medi­zi­nische Infra­struk­tur vor­handen sein.

Vorbeugung gegen Stiche

Eine Frau mit einem Moskitonetz. Urheberrecht: Deusches Rotes KreuzZur Verminderung der Infek­tio­nen durch Mücken­stiche haben sich vor allem Moskito­netze bewährt, die mit Insek­ti­ziden im­präg­niert und dann übers Bett gespannt werden. Sie geben lang­sam ein Kon­takt­gift in die Luft ab und töten die Insekten am Netz und in der näheren Umgebung. Als Gifte werden Substanzen verwendet, die für den Menschen als gesund­heit­lich un­be­denk­lich gelten. Die Im­präg­nie­rung der Netze wirkt sehr lange, sie muss erst nach mehreren Jahren erneuert werden.

Deutsches En­gage­ment

Die Bun­des­re­pu­blik engagiert sich auf verschiedenen Ebenen für die Be­kämp­fung der Malaria, vor allem durch Unter­stützung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuber­ku­lose und Malaria (GFATM). Der Fonds setzt etwa 27 Prozent seiner Mittel für die Malaria­bekämpfung ein.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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