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Infektionskrankheiten

Bekämpfung von Aids


Die 15-jährige Lineo Makojoa aus Ha Majoro Village, Lesotho, blättert in ihrem Memory Book, das an ihre an AIDS verstorbenen Eltern erinnert.

Das Kürzel Aids steht für "Acquired Immune Deficiency Syndrome" und bedeutet "erworbenes Immun­schwäche-Syndrom". Die Krankheit wird durch das HI-Virus hervor­gerufen (menschliches Immunschwäche-Virus, englisch: human immunodeficiency virus, HIV).

Aids wurde 1981 zum ersten Mal beschrieben. Die Zeit zwischen der Ansteckung mit dem HI-Virus und dem Ausbruch der Krankheit kann wenige Monate, aber auch viele Jahre lang sein. Das bedeutet, dass ein infizierter Mensch den Zeit­punkt des Krankheits­ausbruchs nicht kennt, obwohl er schon das HI-Virus in sich trägt. Von einer Aids-Erkrankung spricht man erst, wenn typische Symptome auftreten. Diese Symptome können sehr unter­schiedlich sein. Sie beruhen auf dem Zusammen­bruch der Immun­abwehr des Kranken, für die bestimmte – von den HI-Viren zerstörte – Blutzellen benötigt werden.

Das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zu HIV/Aids (UNAIDS) veröffent­licht regel­mäßig aktuelle Berichte und Statistiken über HIV und Aids. Die zurzeit vorliegenden gesicherten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2014, in dem weltweit etwa 36,9 Millionen Menschen mit HIV lebten, davon 2,6 Millionen Kinder. Etwa 2 Millionen Menschen haben sich 2014 neu mit dem Immun­schwäche-Virus infiziert. Rund 1,2 Millionen Menschen sind 2014 an Aids gestorben.

Bei der Bekämpfung von HIV sind in den vergangenen Jahren ermutigende Erfolge zu verzeichnen; die Ausbreitung des HI-Virus ist jedoch noch nicht gestoppt. Die Zahl der jährlichen Neu­infektionen ging zwischen 2000 und 2014 um 35 Prozent zurück, auch die Zahl der Aids-bedingten Todes­fälle ist im gleichen Zeitraum erheblich gesunken. Diese Erfolge sind auf Präventions­bemühungen, auf die Erweiterung des Zugangs zu Medikamenten und auf die verstärkte Betreuung und Unter­stützung von Menschen, die mit HIV leben, zurückzuführen – vor allem in Ent­wick­lungs- und Schwellen­ländern. Jedoch infizieren sich noch immer jeden Tag etwa 5.500 Menschen neu mit dem Virus. Und noch immer sterben weltweit jeden Tag etwa 3.300 Menschen an Aids.

HIV kann nur dann langfristig eingedämmt werden, wenn die Anstrengungen gegen die Infektion weiter verstärkt werden. Dazu sind erforderlich: eine wachsende politische Unter­stützung von Regierungen, mehr Information und Aufklärung über das HI-Virus und die Aids-Krankheit, ein besserer Zugang zu Kondomen, eine Ver­bes­se­rung der medizinischen Versorgung und bezahl­bare Medikamente, die die Virus­vermehrung stoppen. Auch müssen Strategien, Programme und Dienst­leis­tun­gen in den Bereichen HIV/Aids, sexuelle und repro­duktive Gesundheit und Rechte sowie Gleich­berechtigung der Ge­schlech­ter enger miteinander verzahnt werden.

Ausführliche Informationen über den Einsatz Deutsch­lands für die Eindämmung von Aids in den Kooperations­ländern der Bun­des­re­pu­blik finden Sie in unserem Themen­bereich Gemeinsam gegen HIV und Aids.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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