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Deutsches Engagement

Infektionskrankheiten bekämpfen


Ein Kleinkind wird geimpft.

In den ärmsten Ländern der Welt sterben jedes Jahr mehrere Millionen Menschen an Aids, Tuberkulose, Malaria, an der Schlaf­krankheit oder an anderen über­trag­baren Krankheiten.

Die Ausbreitung solcher Infektions­krankheiten einzudämmen, ist das sechste der insgesamt acht Millenniums­entwicklungs­ziele. In den vergangenen Jahren konnten ermutigende Erfolge erzielt werden. Doch um die Weiter­verbreitung der Krankheiten endgültig zu stoppen, müssen die Anstrengungen der inter­natio­nalen Gemein­schaft noch weiter verstärkt werden.

Deutsch­lands Unterstützung für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria

Um die Zu­sam­men­ar­beit der verschiedenen Länder zu verbessern, wurde Anfang 2002 der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria gegründet (Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria, GFATM). Allein diese drei Krank­heiten führen jedes Jahr zu mehreren Millionen Todes­fällen – obwohl sie vermeidbar und heute auch behandelbar sind.

Der Fonds ist ein zusätzliches Finanzierungs­instrument in der inter­nationalen Zu­sam­men­ar­beit von Regierungen, Zivilgesellschaft und Privat­wirt­schaft. Er ist heute die finanz­stärkste Partner­schaft im inter­nationalen Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria.

Bis heute hat der GFATM mehr als 1.000 Programme in 151 Ländern unterstützt und dafür insgesamt rund 25 Milliarden US-Dollar aufgewendet. Dadurch wurde die Behandlung von 4,2 Millionen Menschen mit HIV und von 9,7 Millionen Menschen mit Tuberkulose ermöglicht, und es wurden 310 Millionen impräg­nierte Moskito­netze zur Malaria­vorbeugung verteilt.

Deutsch­land ist der viertgrößte Geber des Fonds. Seit seiner Gründung hat die Bun­des­re­pu­blik mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar für den GFATM zur Verfügung gestellt. Derzeit liegt der jährliche Beitrag bei 200 Millionen Euro, auch für die Jahre 2014 bis 2016 sind Beiträge in Höhe von 200 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen.

Die Bun­des­re­gie­rung setzt sich für einen effizienten, handlungs­fähigen Globalen Fonds ein und hat in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, Trans­pa­renz und Wirksamkeit der GFATM-Arbeit zu erhöhen.

Deutsche BACKUP Initiative

Die Arbeit des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) wird von deutscher Seite zusätzlich durch das Vorhaben "Deutsche BACKUP ​Initiative" unterstützt. BACKUP steht für "Building Alliances, Creating Knowledge and Updating Partners" (sinngemäß: Allianzen aufbauen, Wissen schaffen, Partner auf den neuesten Stand bringen).

Die Initiative ist ein innovatives Modell multi- und bilateraler Kooperation: Durch enge Zu­sam­men­ar­beit mit inter­nationalen Or­ga­ni­sa­tionen auf der einen Seite und die Beratung staat­licher und zivil­gesell­schaft­licher Or­ga­ni­sa­tionen in den Kooperations­ländern auf der anderen Seite wird der Austausch von Informationen und Erfahrungen ermöglicht. Auf diese Weise können Finanzierungen des GFATM effektiver genutzt werden, um die Infektions­krankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria schneller, wirksamer und nachhaltiger zu bekämpfen.

Seit 2002 hat BACKUP mit mehr als 500 Maßnahmen Partner­organisationen in 75 Ländern unterstützt – mit einem fachlichen Schwer­punkt auf den drei Querschnitts­themen Stärkung der Zivil­ge­sell­schaft, Geschlechter­gerechtigkeit und Gesundheits­system­stärkung.

Synergien nutzen: Verknüpfung von Dienst­leistungen zu sexueller und repro­duktiver Gesundheit und HIV/Aids

HIV-Bekämpfung: Verkauf von Präservativen an einem Kiosk in Bujumbura, Burundi. Urheberrecht: Ute Grabowsky/photothek.netZwischen den Bereichen der sexuellen und repro­duktiven Gesundheit und der HIV-Bekämpfung bestehen zahlreiche Schnitt­stellen. Zum einen haben Be­ein­träch­ti­gungen der sexuellen und repro­duktiven Gesundheit und hohe HIV-Infektionsraten viele gemeinsame Ursachen, zum Beispiel Geschlechter­ungleichheiten, mangelnder Zugang zu Informationen, sexuelle Gewalt oder Stigma­ti­sierungen. Zum anderen gibt es Maßnahmen, die beiden Bereichen dienen: So benötigen Jugendliche Zugang zu Information, Beratung und Verhütungs­mitteln, um sich sowohl vor ungeplanten Schwanger­schaften als auch vor HIV zu schützen. Und die Vermeidung von frühen Schwanger­schaften dient sowohl der HIV-Prävention als auch der repro­duktiven Gesundheit von Frauen.

Dienste der Schwanger­schafts­vorsorge bieten eine gute Möglich­keit, Frauen gleich­zeitig zu Fragen der Familien­planung und zu HIV zu beraten. Umgekehrt können und sollten HIV-Dienste genutzt werden, um Menschen mit Familien­planungs­angeboten zu erreichen. Deutsch­land setzt sich in der ent­wick­lungs­po­litischen Zu­sam­men­ar­beit daher dafür ein, Synergien in diesen Bereichen besser zu nutzen (sogenanntes "Linking").

Deutsch­land fördert in rund 30 Ländern Programme im Bereich der so­ge­nannten sozialen Vermarktung (Social Marketing). Dabei wird mit Methoden der kommer­ziellen Werbung für nicht-kommerzielle Anliegen geworben, etwa bei Informations- und Aufklärungs­kampagnen und durch die Bereit­stellung von Kondomen und anderen Mitteln zur Empfängnis­verhütung. Allein im Jahr 2011 finanzierte Deutsch­land Lieferungen von Verhütungs­mitteln in 16 Ent­wick­lungs­länder in Höhe von insgesamt 23,68 Millionen US-Dollar. Damit konnten sich mehr als sechs Millionen Paare ein Jahr lang schützen.Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieser Ansatz Erfolg versprechend ist.

In Kenia, Tansania, Mosambik und Uganda unterstützt die Bun­des­re­pu­blik Programme mit dem Ziel, die HIV-Übertragung von Müttern auf ihre Kinder zu reduzieren. Die Projekte arbeiten im Rahmen von Distrikt­gesund­heits­diensten in Kliniken und Gesundheits­zentren. Dort werden Frauen entsprechend beraten, wenn sie zu Schwanger­schafts­vorsorge­unter­suchungen kommen.

Generika

Die Bun­des­re­pu­blik engagiert sich für die Produktion von preis­günstigen Medikamenten vor Ort. So fördert Deutsch­land zum Beispiel in Tansania, Kenia und Äthiopien Maßnahmen im Bereich der lokalen Generika­produktion. (Generika sind kosten­günstige Kopien von Marken­präparaten, die die gleichen Wirkstoffe enthalten und die gleiche Wirkung entfalten.)

In Tansania wird der Aufbau pharma­zeutischer Lehr- und Entwicklungs­labors gefördert. Das geschieht in Kooperation mit der Universität Dar es Salaam und der St. Luke-Foundation, einem kirchlichen Träger. In Kenia unterstützt das BMZ die Schaffung einer kompletten Wert­schöpfungs­kette vom land­wirt­schaft­lichen Anbau bis zur Tablette für Artemisia-basierte Malaria­medikamente. In Äthiopien fördert Deutsch­land die Einrichtung eines Labors zum Wirkungs­vergleich von Generika mit Marken­präparaten (Bio-Äquivalenz-Nachweis).

Hindernisse

Bei der Umsetzung von Programmen und Projekten zur Bekämpfung von Infektions­krankheiten treten verschiedene Probleme auf. Typische Hindernisse sind schlecht ausgebaute Gesundheits­systeme, mangelnder Zugang der Menschen zu Gesund­heits­diensten und fehlende personelle und finanzielle Ressourcen.

In vielen Ländern mangelt es auch noch immer an politischem Willen, mehr in den Gesundheits­sektor zu investieren. Auch die wichtige Beteiligung der Zivil­ge­sell­schaft beim Einsatz gegen Infektions­krankheiten scheitert in vielen Ländern. Ein weiteres Hindernis sind die ungleichen gesell­schaft­lichen Macht­verhältnisse. Frauen sind zum Beispiel durch ihre meist schwächere soziale und wirt­schaft­liche Position zunehmend von Aids betroffen. Außerdem erschweren Kriege, Bürger­kriege, Flüchtlings­ströme und Kor­rup­tion die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit im Gesundheits­bereich.

Links zu den Unterkapiteln

Bekämpfung von Aids

Bekämpfung der Tuberkulose

Bekämpfung der Malaria

Bekämpfung vernachlässigter Infektionskrankheiten

Lexikon der Entwicklungspolitik

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