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Klimafinanzierung

Sitzungssaal der internationalen Geberkonferenz des Grünen Klimafonds, deren Gastgeber die Bundesregierung am 20.11.2014 in Berlin war

Deutschland als verantwortungsvoller Partner

Der Klimawandel bedroht bereits heute die Entwicklung der ärmsten Länder. Und er wird künftige Fortschritte deutlich erschweren. Klimaschutz und Entwicklungspolitik sind darum untrennbar miteinander verbunden. Ein wichtiger Bereich der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist, Entwicklungs- und Schwellenländer bei der Finanzierung von Maßnahmen zu unterstützen, die zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels beitragen.

Die Entwicklungszusammenarbeit leistet einen wichtigen Beitrag dazu, das globale Ziel der "Dekarbonisierung", also den Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Lebens- und Wirtschaftsweise, im Laufe des 21. Jahrhunderts zu erreichen. Dazu müssen die öffentlichen Mittel für Klimaschutz so eingesetzt werden, dass sie den Treibhausgasausstoß verringern  und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels ("Klimaresilienz") steigern.

Gleiches gilt für alle anderen Finanzflüsse, also auch für private Investitionen, einschließlich ausländischer Direktinvestitionen, auf allen Wirtschaftsfeldern und bei allen Finanzmarkttransaktionen. Dazu haben sich die Vertragsstaaten, darunter Deutschland, 2015 im Pariser Klimaabkommen verpflichtet.

Infografik zum Thema "Klimafinanzierung"

Der deutsche Beitrag zur internationalen Klimafinanzierung

Die Industrieländer haben 2009 zugesagt, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar aus öffentlichen und privaten Quellen für den Klimaschutz und die Anpassung von Entwicklungsländern an die Folgen des Klimawandels bereitzustellen. Diese Zusage haben sie beim Klimagipfel in Paris bestätigt und erweitert: Demnach soll vor 2025 ein Finanzierungsziel gesetzt werden, das noch über die 100-Milliarden-Dollar-Marke hinausgeht.

Deutschland hat seine Beiträge zur Klimafinanzierung in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert. Insgesamt hat die Bundesregierung im Jahr 2017 Haushaltsmittel – einschließlich Schenkungsäquivalente – in Höhe von etwa 3,65 Milliarden Euro für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen zugesagt. 84 Prozent dieser Mittel kamen aus dem Haushalt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Diese Steigerung entspricht der Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem Jahr 2015, die deutsche Klimafinanzierung im Vergleich zu 2014 möglichst zu verdoppeln: Bis 2020 soll sie von zwei Milliarden Euro auf jährlich vier Milliarden Euro wachsen. Darüber hinaus leistet die Bundesrepublik weitere Beiträge durch öffentliche Kredite (über KfW und DEG) sowie durch die Mobilisierung privater Mittel.

So kommen zusätzlich zu den Geldern aus dem Bundeshaushalt Mittel, die Deutschland auf dem Kapitalmarkt aufnimmt: Die KfW Bankengruppe konnte 2017 gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft, der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), weitere 3,08 Milliarden Euro in Form von Entwicklungs- und Förderkrediten, Beteiligungen und anderen Finanzierungen aus Kapitalmarktmitteln zusagen. Insgesamt summierten sich die öffentlichen Beiträge Deutschlands zur internationalen Klimafinanzierung 2017 damit auf 6,73 Milliarden Euro.

Nicht zuletzt mobilisierte die Bundesregierung auch private Klimafinanzierung, die sich derzeit insbesondere aus revolvierenden Kreditlinien an lokale (Entwicklungs-)Banken, Beteiligungen in strukturierten Fonds und Public-Private-Partnerships (PPP) zusammensetzt (2017 allein über die DEG und KfW knapp 500 Millionen Euro). Damit lag der deutsche Beitrag aus allen Quellen im Jahr 2017 bei 7,23 Milliarden Euro.

Eine Nomaden-Frau in Nordkenia schöpft Wasser aus einem gegrabenen Loch, um Ziegen zu versorgen.

Bilaterales Engagement

Zwischen 80 und 90 Prozent der jährlichen deutschen Klimafinanzierung kommt aus dem Haushalt des BMZ. Der Schwerpunkt der deutschen Klimafinanzierung liegt auf der bilateralen Zusammenarbeit. Im Jahr 2017 entfielen hierauf 84 Prozent der BMZ-Haushaltsmittel für Klimafinanzierung.

Das Entwicklungsministerium unterstützt in fast allen seinen Partnerländern Vorhaben zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Das Engagement baut auf den Bestrebungen der Partnerländer auf, den Klimaschutz in ihre nationalen Entwicklungsstrategien einzubinden.

Darüber hinaus unterstützt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) umfassende Klimaschutzmaßnahmen über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI). Auch das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Auswärtige Amt tragen zur deutschen Klimafinanzierung bei.

Die Klimafinanzierung wird für die Bereiche Anpassung an den Klimawandel, Minderung von Treibhausgasemissionen sowie Wald- und Biodiversitätsschutz inklusive REDD+ eingesetzt.

Gletscher in Island

Multilaterales Engagement

Für Veränderungen in großem Maßstab sind multilaterale Organisationen wichtige Partner: Sie verwirklichen in Entwicklungs- und Schwellenländern Programme mit großem Umfang und können Leistungen verschiedener Geber koordinieren. Multilaterale Institutionen spielen häufig auch eine entscheidende Rolle im Politikdialog auf nationaler und internationaler Ebene. Deshalb ergänzt das BMZ sein bilaterales Engagement im Klimabereich durch eine ehrgeizige multilaterale Zusammenarbeit. Als engagierter Partner bringt es die Positionen und Werte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in internationale Institutionen ein.

Gemeinsam mit den multilateralen Entwicklungsbanken arbeitet das BMZ daran, die Rahmenbedingungen für eine wirksame Klimapolitik zu verbessern. Besonders bei der Umlenkung der globalen Finanzströme hin zu Investitionen in Emissionsminderung und Klimaresilienz können die multilateralen Banken globale Vorreiter sein. Dafür müssen sie den Klimawandel bei all ihren Aktivitäten als Querschnittsthema berücksichtigen. Unter anderem hat sich das BMZ erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Internationale Entwicklungsorganisation (International Development Association, IDA), das Finanzierungsinstrument der Weltbank für die ärmsten Länder, die Themen Klimaschutz und Anpassung in ihrem Kerngeschäft verankert.

Darüber hinaus leistet Deutschland bedeutende finanzielle Beiträge zur multilateralen Klimafinanzierung. So ist das BMZ bei der Globalen Umweltfazilität (Global Environment Facility, GEF) nach Japan und den USA drittgrößter Geber. Beim Least Developed Countries Fund, dem Fonds der GEF für die ärmsten Länder, und dem Special Climate Change Fund hat das BMZ bisher am meisten einbezahlt.

Eröffnung der Weltklimakonferenz COP23 im November 2017 in Bonn

Schwerpunkte des multilateralen Engagements

Grüner Klimafonds

Das zentrale Instrument der multilateralen Klimafinanzierung ist der Grüne Klimafonds (Green Climate Fund, GCF). An seiner Arbeit beteiligt sich das BMZ inhaltlich, finanziell und personell. Ziel des GCF ist es, den Wechsel zu einer emissionsarmen nachhaltigen Entwicklung voranzutreiben. Dazu werden Programme unterstützt, die eine kohlenstoffarme Wirtschaftsentwicklung zum Ziel haben oder einen wesentlichen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leisten. Darüber hinaus soll der GCF die Privatwirtschaft dazu motivieren, zusätzliche Mittel in Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen zu investieren.

Innerhalb der Bundesregierung sind BMZ und BMU gemeinsam für den GCF zuständig. Für die Erstauffüllung des Fonds hat Deutschland einen Beitrag von 750 Millionen Euro bereitgestellt. Diese Mittel stammen vollständig aus dem Haushalt des BMZ. Im Zuge der Wiederauffüllung des GCF plant Deutschland, erneut einen signifikanten Beitrag zu leisten. Der Prozess zur Wiederauffüllung wurde 2018 angestoßen.

Logo: Green Climate Fund

Global Environment Facility

Die Globale Umweltfazilität (Global Environment Facility – GEF) wurde 1991 auf deutsch-französische Initiative hin gegründet. Sie ist einer der wichtigsten multilateralen Fonds zum Schutz der globalen Umwelt.

Die GEF bildet eine Brücke zwischen Bretton-Woods- und UN-Institutionen: Sie beruht auf einer Partnerschaft mit den drei Durchführungsorganisationen Weltbank, UNDP und UNEP sowie sieben weiteren Durchführungsorganisationen (EBRD, ADB, AfDB, IADB, FAO, IFAD und UNIDO). Das GEF-Sekretariat hat seinen Sitz bei der Weltbank in Washington D.C.

In der 7. Wiederauffüllungsperiode (Juli 2018 bis Juni 2022) stehen der GEF 4,1 Milliarden US-Dollar für neue Projekte und Programme zur Verfügung. Deutschland ist in dieser Wiederauffüllungsrunde nach Japan der zweitgrößte Geber. Das BMZ ist innerhalb der Bundesregierung für die GEF federführend und vertritt Deutschland im GEF-Rat.

Die GEF finanziert Maßnahmen zum Schutz der globalen Umwelt in Entwicklungsländern in den folgenden Förderbereichen:

  • Biodiversität
  • Klimaschutz
  • Kampf gegen Landdegradierung
  • Internationaler Gewässerschutz
  • Chemikalien (Ozonschutz und Schutz vor langlebigen organischen Stoffen)
  • Waldschutz
Logo: Global Environment Facility (GEF)

Klimagelder wirkungsvoll einsetzen: "Climate Finance Readiness"-Programm

Für die Anpassung an den Klimawandel und die Minderung von Treibhausgasemissionen stehen immer mehr Mittel zur Verfügung. Dennoch haben viele Entwicklungsländer Schwierigkeiten, Zugang zu internationalen Geldern  zu erlangen oder sie wirkungsvoll einzusetzen. Dies betrifft insbesondere die ärmsten und kleinsten Staaten mit schwachen staatlichen Strukturen, beispielsweise die vom Klimawandel besonders stark betroffenen kleinen Inselstaaten. Hier setzt das "Climate Finance Readiness"-Programm (CF Ready) des BMZ an. Es unterstützt Länder dabei, organisatorische, technische und personelle Kapazitäten aufzubauen, um internationale Gelder, etwa aus dem Grünen Klimafonds (GCF), zu beantragen und strategisch nutzen zu können.

Die KfW Entwicklungsbank und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) führen das CF-Ready-Programm gemeinsam durch. Die GIZ ist seit Anfang 2017 zudem als Umsetzungspartner des "Readiness and Preparatory Support Programme" des GCF tätig.

Das CF-Ready-Programm kooperiert eng mit den Sekretariaten der großen Klimafonds, zum Beispiel dem GCF-Sekretariat und dem Adaptation Fund. Es arbeitet in folgenden 13 Ländern: Bangladesch, Grenada, Jamaika, Kambodscha, Marokko, Namibia, Peru, Sambia, Südafrika, Tadschikistan, Tansania, Uganda und Vietnam. Readiness-Mittel des GCF setzt die GIZ in Bangladesch, Georgien, Grenada, Laos, Pakistan, Peru, Thailand und Vanuatu um, weitere Länder werden hinzukommen.

Solaranlage in Bangladesch
Wiederauffüllung des Grünen Klimafonds

Klimazahlen konkret – Methodik der BMZ-Berichterstattung

Seit 2011 errechnet das BMZ die Höhe der bilateralen Mittel im Klimabereich anhand der sogenannten Klimakennungen ("Rio-Marker") der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Dabei wird zwischen den Klimakennungen "Minderung von Treibhausgasen" und "Anpassung an den Klimawandel" unterschieden.

Die Rio-Marker können drei Ausprägungen haben: Bei Ausprägung "2" ist die Minderung von Treibhausgasen beziehungsweise die Anpassung an den Klimawandel ein Hauptziel des Vorhabens. Das Finanzvolumen wird zu 100 Prozent dem jeweiligen Klimabereich zugeordnet. Bei Ausprägung "1" ist die Minderung von Treibhausgasen oder die Anpassung an den Klimawandel ein Nebenziel des Vorhabens. Das Finanzvolumen wird dann zu 50 Prozent dem jeweiligen Klimabereich zugeordnet. Ist die Ausprägung "0", leistet das Vorhaben keinen entscheidenden Beitrag zu diesen Zielen. Die Mittel werden nicht auf die Klimafinanzierung angerechnet. Damit weicht die Bundesrepublik vom Vorgehen der OECD ab, die klimarelevante Vorhaben auch dann in vollem Umfang berücksichtigt, wenn der Klimaschutz oder die Anpassung an den Klimawandel nur Nebenziel sind.

Jährliche Berichterstattung

Wie international üblich, berichtet das BMZ bei der bilateralen Klimafinanzierung jährlich über die Höhe seiner Zusagen. Für die multilaterale Klimafinanzierung werden die Auszahlungen kommuniziert. Die Beiträge aus dem Energie- und Klimafonds und dessen Nachfolgetitel gehen im Einvernehmen mit dem Bundesumweltministerium ebenfalls als Auszahlungen in die Berichterstattung ein.

Seit 2014 zieht das BMZ zur Berechnung der deutschen Klimafinanzierung auch die anrechenbaren klimarelevanten Anteile ("imputed climate relevant contributions") heran, die sich aus den deutschen Einzahlungen in entsprechende Fonds der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA) der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) und der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) ergeben. Diese Fonds veröffentlichen seit Ende 2014 Zahlen dazu, welcher Anteil ihres Engagements der Klimafinanzierung zugutekommt, was die Berechnung des "deutschen Anteils" daran ermöglicht. Damit hält sich Deutschland auch an die im Rahmen der OECD vereinbarte Praxis, diese Anteile für die Ermittlung klimarelevanter Einzahlungen in die Fonds heranzuziehen.

Seit dem Jahr 2015 berichtet das BMZ ferner projektgenau über die von der KfW mobilisierten öffentlichen Klimafinanzierungsmittel. Dabei wird das Volumen der Entwicklungskredite abzüglich der Zinssubventionen aus Haushaltsmitteln sowie des Schenkungsäquivalents dargestellt, um Mehrfachanrechnungen auszuschließen. Aufgrund des Bankgeheimnisses dürfen die Subventionselemente in den einzelnen Entwicklungskrediten nicht veröffentlicht werden. Daher wird die Summe der Zinssubventionsmittel pro Region als Gesamtzahl genannt. Für die öffentliche Klimafinanzierung der DEG sind Angaben zur Klimafinanzierung pro Region enthalten.

Arbeiter stabilisieren die Dünen, um die Stadt Nouakchott in Mauretanien vor dem durch den Klimawandel steigenden Meeresspiegel zu schützen.

Mobilisierte private Klimafinanzierung

Deutschland berichtet über die mobilisierte private Klimafinanzierung derzeit nur für die Bereiche, in denen es bereits abgestimmte Berichtsmethoden gibt. Die KfW wendet hierzu die instrumentenspezifische DAC-Methodik an. Die durch DEG-Darlehen oder -Beteiligungen mobilisierte private Klimafinanzierung wird auf Basis einer eigenständigen Methodik ermittelt. Dafür zieht man von der Gesamtinvestitionssumme der Projekte die Finanzierung öffentlicher Akteure, vor allem öffentlicher Entwicklungsbanken, ab. Die Angaben zu privater Klimafinanzierung sind insofern unvollständig, da sie viele weitere mögliche Mobilisierungsformen nicht berücksichtigen. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an international abgestimmten Kriterien, um die Klimafinanzierung durch Bundesgarantien (Euler-Hermes) zu erfassen.

Ab 2018, das heißt erstmals für das Berichtsjahr 2017, stellt das BMZ auch die Schenkungsäquivalente der Entwicklungskredite dar, um transparent und genauer als bisher den Grad der Konzessionalität der Entwicklungskredite anzugeben. Dargestellt werden diese bei den Haushaltsmitteln des BMZ. Der Betrag der Schenkungsäquivalente errechnet sich auf Basis des jeweiligen Schenkungselements (Prozentsatz, der die Konzessionalität des Darlehens angibt), der Höhe der Marktmittel und den Rio-Markern der jeweiligen Vorhaben. Dies entspricht der für die ODA (Official Development Assistance) im Rahmen des Development Assistance Committee (DAC) der OECD abgestimmten Regularien.

  • Dammstraße zum Schutz eines Wohnviertels am Hafen von Khulna in Bangladesch
    Bangladesch: Zusammenarbeit konkret

    Erste Folgen des Klimawandels zeigen sich

    Um den klimawandelbedingten Finanzierungsbedürfnissen von Ländern wie Bangladesch gerecht zu werden, haben sich die Industriestaaten verpflichtet, ab 2020 gemeinsam in jedem Jahr 100 Milliarden US-Dollar zu mobilisieren.

Dammstraße zum Schutz eines Wohnviertels am Hafen von Khulna in Bangladesch
Zusammenarbeit konkret

Bangladesch ist "CF Ready"

Bangladesch kann auf Hilfe zählen: Um den klimawandelbedingten Finanzierungsbedürfnissen von Ländern wie Bangladesch gerecht zu werden, haben sich die Industriestaaten bereits 2009 auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen verpflichtet, ab 2020 gemeinsam in jedem Jahr 100 Milliarden US-Dollar zu mobilisieren.

Um Mittel der internationalen Klimafinanzierung effizient beantragen und verwalten zu können, holt sich die Regierung von Bangladesch fachkundige Unterstützung. Hier setzt das Programm Climate Finance Readiness (CF Ready) an: Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vermittelt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Know-how in das mit Problemen des Klimawandels konfrontierte Land.

Konkret unterstützt CF Ready das Schaffen von notwendigen Rahmenbedingungen in Entwicklungsländern, um sich erfolgreich für internationale Klimafinanzierungsprogramme zu bewerben. Eine Schlüsselrolle nimmt hierbei der Green Climate Fund (GCF) ein, denn ein maßgeblicher Anteil an Zuschüssen kommt aus seinem Budget.

In Bangladesch zeigen sich bereits erste Erfolge. Im Finanzministerium ist ein zuständiger Kontakt- und Koordinierungspunkt (National Designated Authority, NDA) etabliert und hat mit Unterstützung von CF Ready ein Verfahren eingerichtet, das es ermöglicht, Projekte anhand nationaler Prioritäten auszuwählen. Ziel ist es, Klimaprojekten von Organisationen aus Bangladesch den Zugang zu internationaler Klimafinanzierung zu ermöglichen.

Das soll dem Land dabei helfen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Denn: "Es ist sehr teuer, Deiche zu bauen und zu reparieren. Wir reden hier immerhin von über 3.300 Kilometern Küstenlinie", erklärt Frau Hussain.

Klimafinanzierung

BMZ-Publikationen

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Themendossier "Klimawandel und Entwicklung"

Lexikon der Entwicklungspolitik

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