HINTERGRUND
Herausforderung Klimawandel und Entwicklung
Immer längere Dürreperioden lassen Ernten vertrocknen, Unwetter überfluten ganze Landstriche, Krankheiten wie Malaria breiten sich immer weiter nach Norden aus und der Anstieg des Meeresspiegels gefährdet Millionenstädte an den Küsten. Für die Menschen in den Entwicklungsländern sind die Folgen des Klimawandels schon jetzt bedrohlich. Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit kann langfristig nur erfolgreich sein, wenn Vorhaben zur erfolgreichen Armutsbekämpfung Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Klimaschutz einschließen. Das BMZ hat im Jahr 2009 etwa eine Milliarde Euro für Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern zur Verfügung gestellt und beabsichtigt eine weitere Steigerung dieser Mittel. mehr
Klimapolitik
Internationale und nationale Politik für Klima und Entwicklung
Gleichgültig, wo Treibhausgase (zum Beispiel Kohlendioxid, Methan oder Fluorchlorkohlenwasserstoffe) in die Atmosphäre abgegeben werden – die Folgen für das Klima sind auf der ganzen Welt zu spüren. Die Industriestaaten tragen als Hauptverursacher des Klimawandels eine besondere Verantwortung für den Klimaschutz. Doch ihre Bemühungen, die Umweltbelastungen zu senken, werden nicht zum Erfolg führen, wenn zugleich in anderen Erdteilen die Emissionen von Treibhausgasen zunehmen. Nachhaltige und global wirkende Lösungen lassen sich nur durch internationale Zusammenarbeit verwirklichen. Die internationale Gemeinschaft verhandelt deshalb zurzeit über ein globales Abkommen mit verbindlichen Zielen für den Klimaschutz. mehr
Anpassung
Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern
Um Fortschritte in der Entwicklung armer Länder nachhaltig zu gestalten, muss der Klimawandel ab sofort in nationale Politiken sowie in diese unterstützende Entwicklungszusammenarbeit miteinbezogen werden. Das Aktionsprogramm "Klima und Entwicklung" des BMZ fasst dies wie folgt zusammen: "Entwicklungsfortschritte werden zunichte gemacht, wenn Fluten und Dürren die Sicherheit bedrohen und die Menschen auf die Flucht treiben. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum ist zur Beseitigung der Armut notwendig; ein Wachstum, das an den Armen vorbeigeht und den Klimawandel weiter beschleunigt, dient jedoch nicht dem großen Ziel, dass alle Menschen in Sicherheit und ohne Armut leben können". mehr
Finanzierung
Finanzielle Unterstützung – Instrumente und Institutionen
Damit die Entwicklungsländer Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel durchführen können, benötigen sie finanzielle Unterstützung. Diese Unterstützung wurde ihnen im Bali-Aktionsplan 2007 zugesagt. Die Bundesregierung hat die finanzielle Unterstützung der Entwicklungsländer für die Minderung von Treibhausgasen, für die Anpassung an den Klimawandel und für Technologietransfer bereits zwischen 2004 und 2008 stark erhöht. Im Bundeshaushalt 2009 waren hierfür etwa eine Milliarde Euro allein aus dem Haushalt des BMZ vorgesehen. mehr
DOKUMENTE UND LINKS
Weiterführende Informationen zum Thema Klimaschutz
Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Dokumente und Internetseiten mit weiterführenden Informationen zum Thema Klimaschutz in der Entwicklungszusammenarbeit. mehr
Beispiele
Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen:
Effiziente Herde für Uganda
"Seitdem alle in unserem Dorf mit dem Rocket Lorena Herd kochen, haben wir keine Probleme mehr, Feuerholz zu finden. Vor allem, weil der Herd auch Blätter und Zweige verbrennt. Und noch besser: das Kochen geht viel schneller, so dass ich mehr Zeit für andere, wichtigere Dinge habe. Und seitdem wir keinen Rauch mehr in der Küche haben, kann ich mein Essen auch genießen. Das ist eine echte Erleichterung!"
(Christine Namuli, Bujuta Village, Uganda)

Projektname: Effiziente Herde/Haushaltsenergie in Uganda
Ziel: Gesundheitsschutz, Energieversorgung der Bevölkerung durch nachhaltige Nutzung von Biomasse, Klimaschutz
Strategie: Verbreitung von energiesparenden Herden, Ausbildung von Herdproduzenten, Informationskampagnen zur Sensibilisierung der Bevölkerung
Deutscher Beitrag: 14,8 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 1999 bis 2011
Beispiele
Anpassung an den Klimawandel:
Weniger Todesopfer dank besserer Katastrophenvorsorge
in Mosambik
Im Frühjahr 2000 ertranken bei einer schweren Flutkatastrophe in Mosambik 700 Menschen im Búzi, einem Fluss von der Größe der Donau. 650.000 Menschen wurden obdachlos; insgesamt waren 4,5 Millionen Einwohner des Landes den Gefahren der Fluten ausgesetzt. Nach der Katastrophe hat Mosambik mit Hilfe der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Münchner Rückversicherung ein einfaches Frühwarnsystem aufgebaut.

Projektname: Reduzierung der Katastrophenanfälligkeit durch verbesserte Wettervorhersagekapazität; Institutionalisierung der Katastrophenvorsorge in Mosambik
Ziel: Reduzierung der Katastrophenanfälligkeit
Strategie: Aufbau eines einfachen Frühwarnsystems mit Notfallzentren und Koordinierungsinstanzen am Fluss Búzi, Qualifizierung der Bevölkerung und der Behörden
Deutscher Beitrag: Das BMZ hat für das Vorhaben 1,75 Millionen Euro bereitgestellt. Die Stiftung der Münchner Rückversicherung hat das Frühwarnsystem bislang mit 200.000 Euro unterstützt.
Geplante Laufzeit: 2006 bis 2009


