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Hintergrund

Symbolbild: Erde als Glühbirne
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

"Klimaschutz ernst nehmen heißt: Wir müssen nicht nur im eigenen Land handeln, sondern vor allem unser Engagement für den globalen Klimaschutz massiv ausbauen. Denn Klimaschutz ist die Überlebensfrage der Menschheit."

Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Klimawandel – Zeit zu handeln

Jedes Zögern beim Klimaschutz schränkt spätere Handlungsmöglichkeiten ein und treibt die Kosten in die Höhe, mahnt der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC).

Die globale Transformation hin zu einer klimafreundlichen und klimaresilienten (gegenüber den Folgen des Klimawandels widerstandsfähigen) Entwicklung ist eingeläutet. Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und dem Pariser Klimaabkommen hat die Staatengemeinschaft im Jahr 2015 den politischen Rahmen dafür geschaffen.

  • Hashtag der Weltklimakonferenz COP21 in Paris, 2015
    Pariser Klimaabkommen und Agenda 2030

    Ein Aufgabenkatalog für die nächsten Jahre

    Das Pariser Klimaabkommen wurde auf der Klimakonferenz im Dezember 2015 verabschiedet und trat bereits ein Jahr später in Kraft. Nur wenige Monate davor hatte die Staatengemeinschaft im September 2015 in New York die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet.

  • Der Solarpark Soroti in Uganda
    Aktionsplan der G20

    Klima und Energie für Wachstum

    Für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens bedarf es einer starken Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft. Deutschland hat während seiner G20-Präsidentschaft 2017 den Aktionsplan der G20 zu Klima und Energie für Wachstum ins Leben gerufen, als Grundlage für die Ausgestaltung der klimapolitischen Ziele der G20.

Hashtag der Weltklimakonferenz COP21 in Paris, 2015
Pariser Klimaabkommen und Agenda 2030

Ein Aufgabenkatalog für die nächsten Jahre

Das Pariser Klimaabkommen wurde auf der Klimakonferenz im Dezember 2015 verabschiedet und trat bereits ein Jahr später in Kraft.

Nur wenige Monate davor hatte die Staatengemeinschaft im September 2015 in New York die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) verabschiedet. Diese Ziele berücksichtigen neben der sozialen auch die ökonomische und ökologische Dimension nachhaltiger Entwicklung. Zudem gelten sie erstmals für alle Länder dieser Welt: Mit der Agenda 2030 hat die Staatengemeinschaft einen Weltzukunftsvertrag geschaffen, der von Industrie- und Entwicklungsländern gleichermaßen umzusetzen ist.

Das Pariser Klimaabkommen nimmt ausdrücklich Bezug auf die Agenda 2030 – und erkennt damit die enge Verknüpfung der beiden Übereinkünfte an. Dass der Klimawandel innerhalb der Agenda 2030 mit SDG 13 ein eigenes Ziel erhalten hat, zeigt ebenfalls, wie eng verbunden beide Bereiche sind.

Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssen alle Länder ihre nationalen Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) ehrgeizig umsetzen. Dazu wurde auf der Weltklimakonferenz 2018 das "Regelwerk" für die Entwicklung und Berichterstattung der Klimabeiträge verabschiedet.

Die NDCs sollen mit der Zeit ehrgeiziger werden und die Weltgemeinschaft somit näher an die Ziele des Pariser Klimaabkommens bringen. Um die Umsetzung der nationalen Klimabeiträge voranzutreiben, hat Deutschland mit anderen Partnern die globale NDC-Partnerschaft initiiert.

Infografik zum Thema "Pariser Klimaabkommen"

Rolle der Agenda 2030

Mehrere SDGs tragen zu den Zielen des Klimaschutzes und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels bei. So führt zum Beispiel die Anwendung resilienter landwirtschaftlicher Methoden (SDG 2.4) auch zur Verbesserung der Anpassungsfähigkeit an Klimaänderungen und nachhaltige Stadtentwicklung (SDG 11) führt durch den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs zu niedrigeren Emissionen.

Umgekehrt bewirken beispielsweise Maßnahmen zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel meist auch positive Effekte für Ernährungssicherheit (SDG 2) und Armutsbekämpfung (SDG 1). Neben vielfältigen Synergien zwischen den beiden Agenden müssen aber ebenso mögliche Zielkonflikte ("Trade-offs") diskutiert und durch kohärente Politiken vermieden werden. Die steigende Nachfrage nach Nahrung, Energie und Wasser muss gemäß der Agenda 2030 in einer Weise erfüllt werden, die Treibhausgaseffekte und Druck auf das Ökosystem begrenzt und gleichzeitig niemanden zurücklässt.

Die Agenda 2030 und das Pariser Klimaabkommen unterstreichen somit, dass nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel eine Einheit bilden: Nachhaltige Entwicklung macht Gesellschaften widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel und ermöglicht den klimafreundlichen Umbau von Volkswirtschaften. Ohne Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel würden wiederum bereits erreichte und zukünftige Entwicklungsfortschritte gefährdet.

Der Solarpark Soroti in Uganda
Aktionsplan der G20

Aktionsplan der G20 zu Klima und Energie für Wachstum

Für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens bedarf es einer starken Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft. Deutschland hat während seiner G20-Präsidentschaft 2017 den Aktionsplan der G20 zu Klima und Energie für Wachstum ins Leben gerufen. Als umfassendstes Klima-Paket, das je durch die G20 verabschiedet wurde, setzte er ein wichtiges Zeichen dafür, dass alle G20-Staaten – mit Ausnahme der US-Regierung – sich für eine schnelle Umsetzung des Pariser Klimaabkommens einsetzen wollen.

Der Aktionsplan dient seither als Grundlage für die Ausgestaltung der klimapolitischen Ziele der G20. Unter der japanischen Präsidentschaft wurde 2019 eine G20-Aktionsagenda zu Anpassung und resilienter Infrastruktur (englisch) verabschiedet. In dieser sind die Maßnahmen und Initiativen aufgeführt, mittels derer die G20-Staaten zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und für einen besseren Umgang mit Katastrophenrisiken beitragen.

Als Beitrag zum G20-Arbeitsprogramm zu Anpassung und Resilienz hat Deutschland gemeinsam mit der Weltbank Ende 2018 eine Studie zur Finanzierung klimaresilienter Infrastruktur im urbanen Raum veröffentlicht.

Eine Übersicht über die Ergebnisse während der deutschen G20-Präsidentschaft im Bereich Klima und Entwicklung finden Sie hier.

Deutlich unter zwei Grad, möglichst 1,5 Grad als Ziel

Die Wissenschaft ist sich einig: Der Klimawandel ist weitestgehend menschengemacht. Er lässt sich nur durch eine konsequente Minderung der Treibhausgasemissionen auf ein erträgliches Maß beschränken.

Im Pariser Klimaabkommen hat sich die Staatengemeinschaft vorgenommen, den durchschnittlichen weltweiten Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, ihn auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Das striktere Ziel berücksichtigt besonders die Interessen kleiner Inselstaaten, deren Existenz durch die globale Erwärmung akut bedroht ist.

Dieses ambitionierte Ziel lässt sich nur erreichen, wenn die Nutzung erneuerbarer Energien weiter massiv voranschreitet. Auch müssen sogenannte Kohlenstoffsenken – beispielsweise Wälder und Ozeane – in ökologisch gutem Zustand erhalten und geschützt werden, um bereits ausgestoßenes Kohlendioxid zu speichern und so die Atmosphäre zu entlasten. Dafür braucht es einen schnellen und tiefgreifenden technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel.

Die Dringlichkeit, diesen Wandel schnellstmöglich einzuläuten, wurde durch den Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) zum 1,5 Grad-Ziel im Jahr 2018 erneut bekräftigt. Bereits eine Erwärmung um 1,5 Grad Celsius wird gravierende und unumkehrbare Folgen haben.

Nomade mit Wasserkanister in Kenia

Folgen verfehlter Klimapolitik

Werden die Klimaziele verfehlt, wären die Konsequenzen verheerend: Je nach Szenario würde sich die Meerestemperatur noch deutlicher erhöhen als bisher und der Meeresspiegel könnte auf lange Sicht um mehrere Meter steigen.

Die bereits zu beobachtenden Folgen würden noch gravierender: Durch die Aufnahme von immer mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre versauern die Ozeane, in einzelnen Meeresgebieten wird die Tier- und Pflanzenwelt weitgehend vernichtet.

Die höhere Zahl und Intensität von Extremwetterereignissen ist eine Gefahr für Mensch und Natur; ganze Landstriche sind von Austrocknung bedroht oder könnten wegen zu großer Hitze oder durch Überflutungen unbewohnbar werden. Auch ist die Nahrungsmittelproduktion und -versorgung dadurch in einigen Teilen der Welt stark gefährdet.

Und selbst wenn es gelingt, den Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, muss sich die Weltgemeinschaft darauf einstellen, dass einige der bereits eingetretenen Folgen des Klimawandels noch stärker werden.

Straßenszene in Maputo, Mosambik

Klimapolitik ist immer auch Entwicklungspolitik

Mühsam errungene wirtschaftliche und soziale Fortschritte im Kampf gegen Armut, Hunger, Krankheiten und für mehr Bildung stehen auf dem Spiel. Klimapolitik ist daher immer auch Entwicklungspolitik. Die Auswirkungen des Klimawandels beschränken sich nicht auf einzelne Politikfelder, Wirtschaftszweige oder soziale Gruppen – arme Bevölkerungsgruppen sind allerdings besonders verwundbar. Deshalb muss der Kampf gegen den Klimawandel diese Wechselwirkungen berücksichtigen.

Die Landwirtschaft etwa ist für viele Menschen in Entwicklungsländern eine wichtige Einkommensquelle, die der Klimawandel zunehmend unter Druck setzt. Andererseits trägt gerade die Landwirtschaft selbst erheblich zum Klimawandel bei, etwa durch die Rodung von Wäldern oder den Ausstoß von Methan in der Viehhaltung. Klimaschutzmaßnahmen in ländlichen Regionen sollten dort allerdings gleichzeitig Arbeitsplätze und nachhaltige Mobilitäts- und Kommunikationsoptionen schaffen.

Hier gilt es, unterschiedliche Bedürfnisse in Einklang zu bringen, Anreize für klimafreundliches Verhalten zu schaffen und Optionen für die Anpassung an den Klimawandel zu öffnen. Dabei geht es nicht allein um den Klimawandel: Eine klimafreundliche und klimaresiliente Transformation birgt auch enorme Chancen für wirtschaftliche Entwicklung und Armutsbekämpfung.

So schützt dezentrale Energieversorgung aus erneuerbaren Energien nicht nur das Klima, sondern bekämpft vor allem auch Energiearmut und bringt selbst abgelegene Regionen wirtschaftlich und sozial voran. Durch entschlossenes Handeln sind bis 2030 wirtschaftliche Gewinne von mindestens 26 Billionen US-Dollar möglich, so der New-Climate-Economy-Bericht.

Zu all dem trägt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit bei – und fügt sich mit ihrem Engagement in die leitenden Beschlüsse der internationalen Gemeinschaft ein. Denn: "Wir sitzen alle in einem Boot. Klimaschutz ist eine Überlebensfrage der Menschheit", so Bundesminister Dr. Gerd Müller.

Befestigungsarbeiten für einen natürlichen Dünengürtel in Mauretanien

Die Umsetzung der Klimaziele hat begonnen

Der politische Rahmen ist mit der Agenda 2030 und dem Pariser Abkommen auf Jahre hinaus geschaffen, konkrete Ziele sind formuliert. Zur Umsetzung des Pariser Abkommens haben sich alle Länder auf der Weltklimakonferenz 2018 auf ein umfassendes "Regelbuch" geeinigt. Die Umsetzung der Ziele hat begonnen, schnelleres und entschlosseneres Handeln ist jedoch gefragt, damit das Zwei- beziehungsweise 1,5-Grad-Celsius-Ziel des Pariser Abkommens noch erreicht werden kann und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels vorankommt.

Dazu müssen die Staaten nicht nur ihre derzeitigen Klimapläne konsequent umsetzen, sondern sukzessive auch neue, ehrgeizigere Pläne für ihre jeweiligen Klimabeiträge formulieren. Um zusätzliches politisches Engagement für die Umsetzung und ehrgeizigere Gestaltung der NDCs zu mobilisieren, lud António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, im September in New York zu einem Klimagipfel.

Aktiv auf vielen Ebenen – globale Initiativen

Um die Umsetzung der Klimaziele auf internationaler Ebene voranzutreiben, hat die Bundesregierung seit dem Pariser Abkommen einige große klimapolitische Initiativen auf den Weg gebracht und unterstützt. Dazu zählen

Auf dem UN-Klimagipfel im September 2019 in New York wurde eine Reihe von sektoralen Initiativen ins Leben gerufen. Dies sind:

  • die Initiative ProGreen gemeinsam mit der Weltbank, die in den Waldschutz in den drei größten Tropenwaldregionen der Erde, Amazonien, Zentralafrika und Indonesien, investiert,
  • die Verkehrsinitiative ACT (Action towards Climate-Friendly Transport), zum Ausbau von emissionsarmem beziehungsweise emissionsfreiem Transport.
  • Windkraftrad beim Sonnenaufgang
    Minderung von Treibhausgasen

    Das Ziel: Eine kohlenstoffarme Wirtschaft

    Damit die Staatengemeinschaft ihre Klimaziele erreicht, braucht es entschlossene Maßnahmen – zu allererst einen Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ("Dekarbonisierung"). Das gilt besonders für den Energiesektor, der für den größten Teil des weltweiten Treibhausgasausstoßes verantwortlich ist.

  • Trocknung von Kaffeebohnen in der Kaffekooperative in Embu, Kenia
    Anpassung an den Klimawandel

    Den Folgen des Klimawandels begegnen

    Der Klimawandel bedroht bereits heute die Lebensgrundlagen unzähliger Menschen und diese Bedrohung wir in Zukunft stärker werden. Daher müssen wir nicht nur den Klimawandel bekämpfen, sondern auch bei der Anpassung an die Folgen unterstützen.

Windkraftrad beim Sonnenaufgang
Minderung von Treibhausgasen

Das Ziel: Eine kohlenstoffarme Wirtschaft

Damit die Staatengemeinschaft ihre Klimaziele erreicht, braucht es entschlossene Maßnahmen – zu allererst einen Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ("Dekarbonisierung"). Das gilt besonders für den Energiesektor, der für den größten Teil des weltweiten Treibhausgasausstoßes verantwortlich ist. Die globale Energiewende muss einen stufenweisen Ausstieg aus der Verwendung fossiler Energieträger bis 2050, eine massive Steigerung der Nutzung erneuerbarer Energien sowie eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz umfassen. Und das Beispiel Deutschland zeigt: Die Energiewende ist möglich und erzielt positive Effekte für Wachstum und Beschäftigung.

Dies bestätigen auch verschiedene Studien: So errechnete der New Climate Economy Report beispielsweise, dass ein kohlenstoffarmes Wachstum bis 2030 weltweit wirtschaftliche Vorteile von 26 Billionen US-Dollar bringen könnte.

Ambitioniertes Handeln in allen Sektoren notwendig

Zur Energiewende gehört auch eine globale Verkehrswende. Dies kann nur durch nachhaltige Verkehrsmittel wie den öffentlichen Personennahverkehr und den Rad- und Fußverkehr, sowie durch den Umstieg auf alternative Antriebe gelingen. Auch Land- und Forstwirtschaft verursachen einen erheblichen Teil der Emissionen, vor allem wenn Wälder in Felder umgewandelt werden, aber auch durch Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft selbst.

Das BMZ unterstützt seine Partnerländer dabei, Treibhausgase aus dem Energiebereich, dem Verkehr sowie aus der Land- und Forstwirtschaft zu verringern. Konkret bedeutet das vor allem, die Energieversorgung schrittweise auf erneuerbare Quellen wie Sonne, Wasserkraft, Wind und Geothermie umzustellen und den effizienteren Einsatz von Energie voranzutreiben. Zusätzlich vermeidet eine klimafreundliche Stadtentwicklung und eine innovative Infrastrukturplanung Emissionen in urbanen Zentren. Gleichzeitig gilt es, systematisch Wälder zu erhalten und damit Kohlendioxid zu binden.

Das alles muss vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung geschehen, von der immer noch fast jeder zehnte Mensch von weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag leben muss – trotz aller bisherigen Anstrengungen.

Trocknung von Kaffeebohnen in der Kaffekooperative in Embu, Kenia
Anpassung an den Klimawandel

Den Folgen des Klimawandels begegnen

Neben dem Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermindern, wird es zunehmend wichtiger, mit den Risiken und Folgen des Klimawandels erfolgreich umzugehen. Diese treffen oftmals die am wenigsten entwickelten Länder besonders stark. Daher konzentriert das BMZ seine Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel auf die verwundbaren und armen Bevölkerungsgruppen und Staaten. Für verbesserten Katastrophenschutz, eine nachhaltige Wasserversorgung oder eine vorausschauende Anpassung der Wirtschaftsstrukturen fehlt es an Kapazitäten und Geld. Zudem hängt das Leben vieler Menschen stark von der Landwirtschaft ab, deren Erträge durch den Klimawandel einbrechen oder gänzlich vernichtet werden könnten.

Das deutsche Engagement auf diesem Gebiet umfasst zum einen Maßnahmen, die in jedem Fall zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, also auch wenn der Klimawandel nicht das befürchtete Ausmaß erreichen sollte (sogenannte no regret-Maßnahmen). Dazu zählt zum Beispiel eine effizientere Bewässerung in der Landwirtschaft. Zum anderen werden Aktivitäten gefördert, die gezielt auf bestimmte klimatische Veränderungen ausgerichtet sind, etwa der Aufbau von Beobachtungssystemen für Wasserpegel oder die Stärkung der Widerstandsfähigkeit öffentlicher Infrastruktur gegenüber Klimawandelfolgen.

Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger benötigen spezifisches Wissen, um Klimarisiken zu analysieren und einschätzen zu können, wo und wie in Anpassung investiert werden sollte. Hierbei bietet das BMZ den Partnerländern umfassende Unterstützung, zum Beispiel in Form von Beratung, Training, Forschung und Entwicklung (beispielsweise durch die Erstellung von Klimarisikoanalysen) oder auch durch konkrete Investitionen.

Rahmenbedingungen schaffen

Der Erwerb von Fähigkeiten und Kenntnissen für einen sachkundigen Umgang mit dem Klimawandel ist ein wichtiges Anliegen des BMZ. Schließlich sind Veränderungen nur dann dauerhaft tragfähig, wenn es gelingt, sie in geeignete politisch-rechtliche Strukturen einzubetten und starke Institutionen dafür zu schaffen.

Innerhalb eines Landes müssen Regulierung, Planung, Finanzierungsmechanismen und Umsetzung auf allen Ebenen ineinandergreifen, um dem Klimawandel zu begegnen. Dies erfordert auch, die Expertise und das Kapital privater Akteure einzubinden, um den Wandel gemeinsam zu gestalten. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit berät und unterstützt ihre Partnerländer dabei, diese Abstimmungs- und Planungsprozesse sowie deren Umsetzung auf den Weg zu bringen.

So begleitet das BMZ in verschiedenen Ländern die Umsetzung der nationalen Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) und die nationale Anpassungsplanung (National Adaptation Plans, NAPs). Sie bilden die Grundvoraussetzung, um die Anpassung an den Klimawandel und den Wandel zu einer kohlenstoffarmen und klimaresilienten Wirtschaft systematisch voranzubringen.

Weiterhin fördert das BMZ auch ein umfassendes Klimarisikomanagement, das Resilienz steigert und den Zugang zu finanziellen Absicherungsmechanismen, wie Klimarisikoversicherungen, ermöglicht. Mit diesem Ziel hat das BMZ gemeinsam mit internationalen Partnern 2017 die InsuResilience Global Partnership ins Leben gerufen.

Mehr Engagement zur Anpassung mobilisieren

Die Globale Anpassungskommission (Global Commission on Adaptation, GCA) wurde 2018 auf Initiative der Niederlande und des World Resources Institute (WRI) ins Leben gerufen. Mit der Veröffentlichung eines Flagship Reports auf dem UN-Klimagipfel im September 2019 wurde die Umsetzung in verschiedenen thematischen Aktionsbereichen (Action Tracks) begonnen. Es wird für mehr Engagement zur Anpassung an den Klimawandel und die Steigerung der Resilienz mobilisiert. Die GCA wird vom ehemaligen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon geleitet, Bill Gates (Gründer von Microsoft und der Bill and Melinda Gates Foundation, BMGF) und ein hochrangiges Mitglied der Weltbank haben den Ko-Vorsitz übernommen.

Deutschland ist eines von 19 Ländern, die für die Arbeit der GCA mobilisieren. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat eine Ko-Schirmherrschaft übernommen, Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller vertritt Deutschland als Mitglied in der GCA.

Im Rahmen der GCA unterstützt das BMZ mehrere Aktionsbereiche. Besonders engagiert sich das BMZ für "Ernährungssicherheit und Landwirtschaft" und setzt sich für die Förderung von Agrarökologie ein. Hier trägt das BMZ dazu bei, bis 2030 die Erträge und Einkommen von 60 Millionen Begünstigten im ländlichen Raum zu sichern und zu steigern.

Das übergeordnete Ziel des Aktionsbereichs ist es, 300 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern klimaresilienter zu machen, auch über den Ausbau von Mikroversicherungen. Das BMZ bringt sich dazu unter anderem im Rahmen der InsuResilience Global Partnership ein.

Klimawandel und Entwicklung

BMZ-Publikationen

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Themendossier "Klimawandel und Entwicklung"

Lexikon der Entwicklungspolitik

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