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Hashtag der Weltklimakonferenz COP21 in Paris, 2015
Pariser Klimaabkommen und Agenda 2030

Ein Aufgabenkatalog für die nächsten Jahre

Das Pariser Klimaabkommen wurde auf der Klimakonferenz im Dezember 2015 verabschiedet und trat bereits ein Jahr später in Kraft.

Nur wenige Monate davor hatte die Staatengemeinschaft im September 2015 in New York die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) verabschiedet. Diese Ziele berücksichtigen neben der sozialen auch die ökonomische und ökologische Dimension nachhaltiger Entwicklung. Zudem gelten sie erstmals für alle Länder dieser Welt: Mit der Agenda 2030 hat die Staatengemeinschaft einen Weltzukunftsvertrag geschaffen, der von Industrie- und Entwicklungsländern gleichermaßen umzusetzen ist.

Das Pariser Klimaabkommen nimmt ausdrücklich Bezug auf die Agenda 2030 – und erkennt damit die enge Verknüpfung der beiden Übereinkünfte an. Dass der Klimawandel innerhalb der Agenda 2030 mit SDG 13 ein eigenes Ziel erhalten hat, zeigt ebenfalls, wie eng verbunden beide Bereiche sind.

Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssen alle Länder ihre nationalen Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) ehrgeizig umsetzen. Dazu wurde auf der Weltklimakonferenz 2018 das "Regelwerk" für die Entwicklung und Berichterstattung der Klimabeiträge verabschiedet.

Die NDCs sollen mit der Zeit ehrgeiziger werden und die Weltgemeinschaft somit näher an die Ziele des Pariser Klimaabkommens bringen. Um die Umsetzung der nationalen Klimabeiträge voranzutreiben, hat Deutschland mit anderen Partnern die globale NDC-Partnerschaft initiiert.

Infografik zum Thema "Pariser Klimaabkommen"

Rolle der Agenda 2030

Mehrere SDGs tragen zu den Zielen des Klimaschutzes und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels bei. So führt zum Beispiel die Anwendung resilienter landwirtschaftlicher Methoden (SDG 2.4) auch zur Verbesserung der Anpassungsfähigkeit an Klimaänderungen und nachhaltige Stadtentwicklung (SDG 11) führt durch den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs zu niedrigeren Emissionen.

Umgekehrt bewirken beispielsweise Maßnahmen zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel meist auch positive Effekte für Ernährungssicherheit (SDG 2) und Armutsbekämpfung (SDG 1). Neben vielfältigen Synergien zwischen den beiden Agenden müssen aber ebenso mögliche Zielkonflikte ("Trade-offs") diskutiert und durch kohärente Politiken vermieden werden. Die steigende Nachfrage nach Nahrung, Energie und Wasser muss gemäß der Agenda 2030 in einer Weise erfüllt werden, die Treibhausgaseffekte und Druck auf das Ökosystem begrenzt und gleichzeitig niemanden zurücklässt.

Die Agenda 2030 und das Pariser Klimaabkommen unterstreichen somit, dass nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel eine Einheit bilden: Nachhaltige Entwicklung macht Gesellschaften widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel und ermöglicht den klimafreundlichen Umbau von Volkswirtschaften. Ohne Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel würden wiederum bereits erreichte und zukünftige Entwicklungsfortschritte gefährdet.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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