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Arbeitsfeld

Wasser und Klima

Die Ngomeni-Talsperre im Mwingi-Distrikt, Kenia, die Hunderte Haushalte versorgt, trocknet nach Angaben von Anwohnern zum ersten Mal seit Jahren aus.

Wasser ist unabdingbar für das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie für jede Art von gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung. Doch gerade beim Wasser zeigen sich die Folgen des Klimawandels ganz unmittelbar – besonders durch Wasserknappheit bei Dürren und durch Überschwemmungen infolge zunehmender Starkregenereignisse.

Bereits heute leiden etwa vier Milliarden Menschen für mindestens einen Monat im Jahr unter Wasserknappheit. Bis zum Jahr 2030 könnte die Nachfrage nach Wasser um 40 Prozent steigen und so den Druck auf die Ressource noch erhöhen. Gleichzeitig sind Länder wie Vietnam und Bangladesch, weitere Teile Asiens, Mittelamerikas sowie andere Weltregionen immer häufiger mit Überflutungen durch Starkregenfälle konfrontiert.

Der fortschreitende Klimawandel wird diese Herausforderungen noch verschärfen, denn nach Klimaprognosen werden extreme Wetterlagen wie Dürren und Starkregen vielerorts häufiger und intensiver auftreten. Tiefgreifende Folgen hat auch das Abschmelzen von Gletschern: In einigen Regionen Asiens und Lateinamerikas könnte es auf lange Sicht die Trinkwasserversorgung gefährden.

Am stärksten von diesen Geschehnissen betroffen sind die Armen, die häufig in besonders gefährdeten Gebieten siedeln, zum Beispiel an Berghängen, Flussläufen oder in dürreanfälligen Landstrichen. Sie sind oft nicht in der Lage, sich schnell und umfassend von zerstörerischen Naturereignissen zu erholen. Zudem hängt ihr Einkommen häufig von der Landwirtschaft ab, die wiederum auf eine stabile und vorhersehbare Wasserversorgung angewiesen ist.

Aufgrund dieser Bedrohungslage überrascht es nicht, dass Wasser der am häufigsten priorisierte Sektor in den Anpassungszielen der Nationalen Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) ist. Das Weltwirtschaftsforum zählt Wasserrisiken in seinem Weltrisikobericht bereits seit 2012 jedes Jahr zu den drei wirkungsmächtigsten globalen Risiken.

Doch beim Wasser zeigen sich nicht nur die Folgen des Klimawandels besonders deutlich. Die Versorgung mit hygienischem Trinkwasser sowie die Klärung von Abwasser sind energieintensive Prozesse, durch die erhebliche Treibhausgasmengen freigesetzt werden. Durch ein fehlendes oder nicht sachgemäßes Abwassermanagement kommt es außerdem zum Ausstoß der extrem klimaschädlichen Treibhausgase Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas).

Die neue BMZ-Wasserstrategie hat deshalb unter anderem das Ziel, das hohe Potenzial des Wassersektors zur Erreichung der Klimaziele noch stärker zu nutzen und klimabedingte Wasserrisiken zu reduzieren. Je nach den zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels sind zum Beispiel der Schutz und die nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, etwa durch die erhöhte Nutzungseffizienz oder die Förderung von natürlichen und technischen Wasserspeicherkapazitäten, geeignete Anpassungsmaßnahmen. Durch die Förderung von Energieeffizienz in der Wasserversorgung und die nachhaltige Klärung von Abwasser wird zudem der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert.


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Mosambik ist schon jetzt von den Folgen des Klimawandels betroffen, zum Beispiel durch starke Überschwemmungen. Deutschland unterstützt das Land bei Präventionsmaßnahmen.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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