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Zusammenarbeit konkret

Guatemala: Anpassung an den Klimawandel durch nachhaltiges Wassermanagement

Schulung von Technikern in der Probenahme von Abwasser in Guatemala

Zugang zu Wasser in ausreichender Qualität und Menge ist ein Menschenrecht. Die Verfügbarkeit von Trinkwasser hat einen direkten Einfluss auf Armut, Unterernährung und Kindersterblichkeit. In Guatemala gibt es – eigentlich – genug Wasser. Es regnet dort im Durchschnitt viermal mehr als in Deutschland.

Doch während in Deutschland der Regen relativ gleichmäßig über das Jahr verteilt fällt, müssen die Menschen in der Trockenzone Guatemalas von November bis Anfang Mai weitgehend ohne Niederschläge auskommen. Erst dann fällt der Regen auf die ausgetrockneten Böden. Durch die Auswirkungen des Klimawandels werden Dürreperioden und Starkregenereignisse in den nächsten Jahrzehnten vermutlich zunehmen.

Die Niederschläge fallen heftig, der Boden kann die Regenmengen nicht aufnehmen: Wälder, die den Regen festhalten und in den Untergrund einsickern lassen, wurden durch jahrzehntelanges Abholzen dezimiert. Die Folge: Das Regenwasser fließt oberirdisch ab, der Grundwasservorrat wird nicht erneuert. Zudem steigt die Nachfrage nach Wasser, denn die Bevölkerung wächst und die Landwirtschaft benötigt immer mehr Wasser für die Produktion von Lebensmitteln und den Export von landwirtschaftlichen Produkten wie Kaffee und Gemüse.

Mehr Menschen, weniger Regen, weniger Wasser zum Trinken und für die wirtschaftliche Entwicklung – das erfordert einen sparsameren und effizienteren Umgang mit dieser wichtigen Ressource. Dafür bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes für das Management von Wassereinzugsgebieten. Dazu erarbeitet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit acht guatemaltekischen Kommunen integrierte Landnutzungspläne mit dem Ziel, Wasserschutzgebiete einzurichten und waldfreie Flächen wieder aufzuforsten.

Zusammen mit der TU Dresden werden einfache Versickerungsanlagen errichtet, damit der Boden das Regenwasser besser aufnehmen kann. Dadurch können die natürlichen Grundwasserspeicher aufgefüllt werden und ​in Zeiten der Trockenheit genutzt werden. Zusätzlich werden Anlagen zum Auffangen des Regenwassers errichtet. Filtersysteme sorgen dafür, dass man dieses Wasser auch trinken kann.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit erarbeitet gemeinsam mit drei Pilotgemeinden Wasserversorgungs- und Entsorgungspläne. Diese helfen den Gemeinden, den vielseitigen Erfordernissen nachzukommen – von der Desinfektion des Trinkwassers bis zur Reinigung der Abwässer. Durch Schulungen werden zuständige Techniker in ihrem Aufgabenbereich weitergebildet.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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