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Zusammenarbeit konkret

Wasserprobleme in Jordanien

Alternativen erschließen, Effizienz steigern

Kläranlage in Madaba, Jordanien

Das schnelle Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahrzehnte hat sich in den Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens negativ auf die Wasserressourcen ausgewirkt. Besonders groß sind die Probleme in Jordanien, einem der trockensten Länder der Welt. Dort erhöhen die Flüchtlingsbewegung aus Syrien und der Klimawandel den Druck auf die Ressource Wasser zusätzlich.

Weit über die Hälfte des Wassers wird in der Landwirtschaft verbraucht. Deshalb berät die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Jordanien dabei, Wasserverluste zu reduzieren und alternative Wasserressourcen für Landwirte zu erschließen. Eine dieser Alternativen ist, aufbereitetes Abwasser zu nutzen. Inzwischen deckt die Landwirtschaft mehr als ein Fünftel ihres Bedarfs auf diese Weise – mit steigender Tendenz. In den nächsten Jahren will Jordanien die Menge verdoppeln. Das schont die übernutzten Frischwasserressourcen und verbessert die Wasserversorgung für fast 700.000 Menschen.

Darüber hinaus werden Trinkwasserversorger dabei unterstützt, ihre Betriebsprozesse wirksamer und wirtschaftlicher zu gestalten. Das vermindert Wasserverluste und fördert ein effizienteres Ressourcenmanagement. Über Kampagnen und Initiativen an Schulen und Moscheen wird für einen sparsamen Umgang mit Wasser geworben. Außerdem fördert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Ausbildung von Fachpersonal im Wassersektor und den Aufbau von Pilotanlagen für ein besseres Abwassermanagement.

Deutschland unterstützt Jordanien zudem dabei, die Energieeffizienz im Wassersektor zu steigern. Denn mit einem Anteil von etwa 15 Prozent ist der jordanische Wassersektor der größte Stromverbraucher im Land. Der Einsatz von moderneren Pumpstationen in ausgewählten Gegenden hat den Energieverbrauch dort bereits um ein Drittel gesenkt. Diesem Beispiel soll nun das ganze Land folgen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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