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Deutsches Engagement

Wasserressourcen nachhaltig nutzen

Kläranlage in Gaza, Turm mit Tropfkörpern

Auch unter veränderten klimatischen Bedingungen sollen alle Menschen dauerhaft von guter Wasser- und Sanitärversorgung profitieren. So lautet eines der wichtigsten Anliegen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Voraussetzung dafür ist, dass die vorhandenen Wasserressourcen nachhaltig bewirtschaftet werden. Die Gesellschaften müssen sich an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen und lernen, mit Hochwasser und Dürren sowie mit schwankender Wasserverfügbarkeit besser umzugehen. Dazu gehört zum Beispiel, die Infrastruktur besser zu planen und dabei mögliche klimabedingte Faktoren zu berücksichtigen.

Die Bundesrepublik gehört seit über zehn Jahren zu den wichtigsten bilateralen Gebern im Wassersektor. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat allein im Jahr 2016 entsprechende Projekte und Programme mit etwa 456 Millionen Euro unterstützt.

Schätzungen zufolge belaufen sich die jährlichen Kosten für die Anpassung an den Klimawandel auf bis zu 170 Milliarden US-Dollar. Allerdings nur, wenn die Klimaziele von Paris erreicht werden – andernfalls steigt der Betrag weiter an. Ein großer Anteil dieser Investitionen ist auf Wasser bezogen, etwa für den Bau von Deichen und Rückhaltebecken, für Brunnen, Kanäle, Wasserversorgungssysteme oder Abwasserleitungen und Kläranlagen. Die Herausforderungen im Wassersektor sind so groß, dass staatliche Mittel dafür allein nicht reichen. Die Bundesregierung setzt daher auch auf die Zusammenarbeit mit der privaten Wirtschaft, um höhere Summen für Investitionen zu mobilisieren.

Integriertes Wasserressourcen-Management

Deutschland folgt seit langem dem zentralen Leitprinzip des Integrierten Wasserressourcen-Managements (IWRM), das verschiedene Dimensionen und Interessen bei der Wassernutzung berücksichtigt: ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und ökonomische Effizienz.

Auch in der neuen BMZ-Wasserstrategie ist IWRM als Leitbild verankert. Die Anwohner kommen dabei genauso zu ihrem Recht wie die örtliche Wirtschaft und auch ökologische Aspekte spielen eine Rolle.

Das allein ist jedoch noch nicht ausreichend, um sich gegen die negativen Folgen des Klimawandels zu schützen. Das BMZ fördert daher sogenannte No-regret-Maßnahmen: Sie helfen bei der Anpassung an den Klimawandel, sind aber auf jeden Fall und auch unabhängig vom Klimawandel von Nutzen, weil sie beispielsweise die Effizienz der Wassernutzung steigern (englisch: no regret, kein Bedauern). So kann die Anpassung an den Klimawandel auch bei Unsicherheiten zu den genauen Auswirkungen des Klimawandels vorangebracht werden.

Außerdem unterstützt das BMZ Staaten gezielt dabei, Informations- und Analysesysteme aufzubauen und Wassernutzungspläne zu entwickeln, um den Klimawandel besser berücksichtigen zu können. Das gilt etwa für Länder der Arabischen Liga (Nahost und Nordafrika), Burundi, Uganda und Sambia, die alle wahrscheinlich mit deutlich veränderten Niederschlägen und Temperaturen konfrontiert sein werden.


Wechselwirkung Wasser – Energie – Ernährung

Tröpfchenbewässerung auf einem Feld in Äthiopien

Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln, Wasser und Energie wird in den kommenden Jahrzehnten stark steigen, der Druck auf die Ökosysteme zunehmen. Die Ursachen hierfür sind vor allem die wachsende Weltbevölkerung, die Veränderungen von Lebensstandards und der Klimawandel.

Vor diesem Hintergrund berücksichtigt die deutsche Entwicklungspolitik verstärkt die Wechselwirkungen, den sogenannten Nexus, zwischen den eng verbundenen Sektoren Wasser, Energie und Landwirtschaft. Denn ohne Wasser gibt es keine Landwirtschaft und keine Energie, ohne Energie keine Grundwasserpumpen und deutlich geringere Erträge in der Landwirtschaft.

Ziel des deutschen Ansatzes ist, dass Ressourcen möglichst sparsam und mit Nutzen für mehrere Bereiche eingesetzt werden, damit allen Menschen Wasser, Nahrung und Energie zur Verfügung stehen. So kann zum Beispiel durch die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser in der Landwirtschaft der Druck auf die Frischwasserressourcen verringert werden. Gleiches gilt für angepasste Bewässerungssysteme wie die Tröpfchenbewässerung. In der Konsequenz bedeutet das eine verbesserte Anpassung an den Klimawandel.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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