Hauptinhalt

Urwald in Laos
Laos: Zusammenarbeit konkret

Nachhaltige Waldnutzung

Wälder sind für die Bevölkerung von Khangkao, einem Bergdorf im Norden von Laos, seit Generationen eine Nahrungs- und Einkommensquelle. Sie liefern Bau- und Brennholz, Pilze, Wurzeln und Medizinpflanzen.

Dennoch werden in Khangkao immer mehr Waldflächen niedergebrannt, um die steilen Hänge für den Anbau von Trockenreis oder Mais nutzen zu können. Die steigende internationale Nachfrage nach Mais verstärkt diesen Trend und führt zudem zur Übernutzung großer Anbauflächen.

Wälder sind aber nicht nur eine Existenzgrundlage für Menschen in Dörfern wie Khangkao, sie spielen auch eine sehr wichtige Rolle beim internationalen Klimaschutz, denn sie speichern Kohlendioxid und mildern dadurch den globalen Treibhauseffekt ab.

Klimaschutz durch Walderhalt

Das Programm "Klimaschutz durch Walderhalt" des BMZ setzt an dieser Stelle an: Die Bewohner von Khangkao erarbeiten einen Plan zum Erhalt des Waldes und zu seiner nachhaltigen Nutzung. Das Projekt soll den Weg für ergebnisbasierte Zahlungen im Rahmen von REDD+ ebnen. Diese Abkürzung steht für "Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation", übersetzt "Minderung von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern". Die Grundidee von REDD+ ist, Regierungen und die lokale Bevölkerung für vermiedene Entwaldung zu belohnen und Emissionen nachweislich zu mindern. Laos wurde 2015 in die dafür eingerichtete multilaterale Waldkohlenstoffpartnerschaft (Forest Carbon Partnership Facility, FCPF) der Weltbank aufgenommen.

Ziel des Projekts in Khangkao ist, die wirtschaftliche Situation der Dorfbewohner mit Einnahmen aus nachhaltiger Waldnutzung sowie technischer und finanzieller Unterstützung so zu verbessern, dass sie die Rodung in lang existierende Waldgebiete nicht mehr ausweiten müssen.

Die Dorfbewohner sind eng in das Projekt eingebunden. Am Anfang wurden sie über die Möglichkeiten und Risiken der Waldnutzung aufgeklärt. In einem zweiten Schritt analysierten sie die verschiedenen Waldtypen und ihre Nutzung. Mit Hilfe dieser Ergebnisse erstellten sie einen Waldmanagement-Plan.

Ein Waldmanagement-Vertrag mit der Distriktregierung stellt nun sicher, dass die Dorfbewohner finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie sich für den Erhalt des Waldes einsetzen und ihn nachhaltig nutzen. Sie beteiligen sich zum Beispiel, indem sie Grenzmarkierungen anlegen, den Wald durchforsten und Verantwortung für das Feuermanagement übernehmen.

Die bereits geschädigten Wälder sollen sich regenerieren, damit man sie auch in Zukunft nachhaltig nutzen kann. Das Projekt unterstützt die Dorfbewohner zudem dabei, alternative Einkommensquellen zu erschließen: durch Diversifizierung, durch Nischenprodukte sowie klimafreundliche Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und Tierhaltung. Aus Dorfentwicklungs-Fonds erhalten sie finanzielle Mittel  und technische Beratung.

70 Dörfer werden unterstützt

Das Projekt ist erfolgreich, weil die Dorfbevölkerung an den Neuerungen teilhat und internationale Klima-Instrumente wie REDD+ zum Einsatz kommen. So wird Khangkao auch nach Abschluss des Projekts Gelder für den Waldschutz erhalten.

Das Projekt fördert die langfristige und nachhaltige Entwicklung in insgesamt 70 Dörfern in zwei nördlichen Distrikten von Laos und leistet einen wichtigen Beitrag zum internationalen Klimaschutz entsprechend dem Pariser Abkommen.

Urwald in Laos

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen