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Zusammenarbeit konkret

Entwaldungsfreie Lieferketten in Côte d’Ivoire und Indonesien

Kakaofrüchte auf einer Plantage

Der westafrikanische Staat Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) ist weltgrößter Kakaoproduzent und Hauptlieferant dieser wichtigsten Schokoladenzutat in Deutschland. Leider wurden für den Kakaokonsum – pro Kopf essen die Menschen in Deutschland jährlich fast zehn Kilogramm Schokolade – bis zu drei Millionen Hektar Regenwald in Westafrika vernichtet.

Entwaldung ist ein übergreifendes Problem und von einzelnen Akteuren nicht zu stoppen. Deshalb unterstützt das BMZ die ivorische Region San Pedro dabei, Multi-Akteurs-Plattformen aufzubauen. In Zusammenarbeit mit dem Privatsektor sollen so gemeinschaftliche Lösungen zum Stopp der Entwaldung und zur Erhöhung des Baumbestandes erarbeitet werden. Ein wichtiger Baustein zum Aufbau entwaldungsfreier Produktionsregionen ist die Unterstützung bei der Landnutzungsplanung und der Kartierung von besonders schützenswerten Gebieten.

Zusammen mit Unternehmen und Kleinbauern wird aktiv aufgeforstet, um Kakaoanbau in Agroforstsystemen ökologisch nachhaltiger zu gestalten und um wirtschaftliche Anreize für Kakaobauern durch die Holzvermarktung zu erschließen. Dabei werden auch die Akteure des Palmölsektors und des Kautschukanbaus miteinbezogen.

Indonesien

Neben der Stärkung der Forstbehörden muss auch ein Umdenken im Agrarsektor in Indonesien stattfinden, um die fortschreitende Entwaldung zu stoppen. Mittlerweile haben zum Beispiel alle großen Palmölunternehmen Selbstverpflichtungen gegen Entwaldung veröffentlicht, deren Umsetzung ist jedoch aufgrund der komplexen Lieferketten, politischer Rahmenbedingungen vor Ort, der Beteiligung von Zivilgesellschaft und Zulieferer-Netzwerken sehr komplex und zeitaufwendig.

Das Konzept der "entwaldungsfreien Lieferketten", wie es das BMZ fördert, setzt deshalb auf mehreren Ebenen an. Als Partnerregion wurde der Distrikt Kapuas Hulu im Zentrum der indonesischen Provinz West-Kalimantan ausgewählt. Dies ist eine Region an der "Entwaldungsfront", in der sowohl exportrelevante Agrarrohstoffe wie Palmöl und Naturkautschuk produziert werden, als auch noch signifikante Naturwälder und ausgedehnte Torfmoore vorhanden sind. Mit der Distriktbehörde wurde Anfang 2017 eine Absichtserklärung zur Förderung von "Maßnahmen für verifizierbar nachhaltige Agrarlieferketten und Waldschutz" unterzeichnet. Ein Steuerungskreis zur Einrichtung einer nachhaltigen Beschaffungsregion, bestehend aus Behörden, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft, ist gegenwärtig im Aufbau.

Mit der lokalen Planungs- und Forstbehörde werden Maßnahmen erarbeitet, wie die international anerkannten Schutzkonzepte der High-Conservation-Value-Gebiete und der High-Carbon-Stock-Gebiete in die Landnutzungsplanung integriert werden können. Eine landschaftsweite Kartierung dieser Gebiete wird derzeit vorbereitet.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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