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Wald und Klima

Deutsches Engagement: Wald schützen und schonend bewirtschaften

Brandrodung von afrikanischem Regenwald

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat sich schon früh dem internationalen Waldschutz und -erhalt verschrieben und gehört auf diesem Gebiet zu den größten Gebern weltweit. Es unterstützt vor allem Konzepte, die den Schutz des Waldes mit seiner nachhaltigen Nutzung in Einklang bringen. Denn Holzeinschlag und Raubbau an der Natur haben in der Regel wirtschaftliche Gründe. Ohne andere Formen der Waldnutzung und angemessene Einkommensalternativen für die ländliche Bevölkerung wird sich der Wald auf Dauer nicht erhalten lassen.

Derzeit stellt das BMZ rund zwei Milliarden Euro für mehr als 200 Waldinitiativen bereit, darunter Programme in den drei "grünen Lungen" unseres Planeten (Amazonasbecken, Kongobecken und Indonesien). Aktuell konzentriert sich die Förderung auf die nachhaltige Nutzung von Wäldern zum Klimaschutz (REDD+) und zum Erhalt der Biodiversität. In Zukunft wird die Förderung auf weitere strategische Bereiche ausgedehnt, etwa auf die Wiederherstellung von Waldlandschaften und auf entwaldungsfreie Lieferketten.

Kompensation für die Bewahrung von Waldflächen

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21.03.2011 - Animationsfilm des BMZ über REDD – ein innovatives Modell zum Wald- und Klimaschutz.

21.03.2011

Animationsfilm des BMZ über REDD – ein innovatives Modell zum Wald- und Klimaschutz.

Seit einigen Jahren verfolgt die internationale Gemeinschaft den sogenannten "REDD+"-Ansatz, der den Schutz von Wäldern und biologischer Vielfalt um den Aspekt des Klimaschutzes ergänzt. REDD steht für "Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation", übersetzt "Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern". Die Grundidee von REDD+ ist, Regierungen und die lokale Bevölkerung dafür zu belohnen, dass sie Entwaldung vermeiden und Emissionen nachweislich mindern.

Auch die Aufforstung oder eine bessere Bewirtschaftung des Waldes wird honoriert, weil der Wald dadurch seine Funktion als Kohlenstoffspeicher besser erfüllen kann.

Die Gelder fließen allerdings erst nach konkreten Gegenleistungen in Form von messbar niedrigeren Entwaldungsraten. Dazu braucht es eine Art Überwachungs- oder Buchführungssystem. Deutschland unterstützt viele Länder bei der Einführung eines solchen Systems, zum Beispiel über die multilaterale Waldkohlenstoffpartnerschaft (Forest Carbon Partnership Facility, FCPF). Das BMZ zählt zu den drei größten Gebern der FCPF. Von den bisherigen Gesamtzusagen in Höhe von 1,05 Milliarden US-Dollar stammen über 200 Millionen Euro aus dem BMZ, zehn Millionen Euro aus dem BMUB. Die FCPF unterstützt fast 50 Länder dabei, die Voraussetzungen für REDD+ zu schaffen. Über ihren eigenen Kohlenstofffonds (Carbon Fund) kann sie Gelder für nachgewiesene Emissionsminderungen durch vermiedene Entwaldung auszahlen. Zudem kann sie mögliche REDD+-Finanzierungen aus dem Grünen Klimafonds (Green Climate Fund, GCF) vorbereiten. Die Fazilität wirkt außerdem als Lernplattform und setzt Maßstäbe für globale Qualitätsstandards.

Um die Ziele beim Walderhalt noch besser zu erreichen, arbeitet Deutschland eng mit europäischen Regierungen und internationalen Partnern zusammen. Eine besonders wichtige Rolle spielt die Zusammenarbeit mit den Regierungen Großbritanniens und Norwegens (Germany, Norway, United Kingdom – GNU). Im Dezember 2015 haben die drei Regierungen auf der Klimakonferenz in Paris angekündigt, fünf Milliarden US-Dollar für den Zeitraum 2015 bis 2020 für REDD+ zur Verfügung zu stellen.


Pionierländer fördern

Insgesamt zählt die Bundesregierung bei REDD+ zu den wichtigsten Gebern weltweit: Mehr als eine halbe Milliarde Euro hat sie bereits in entsprechende Programme und Projekte investiert. Derzeit unterstützt sie unter anderem bilaterale Vorhaben in Brasilien, Indonesien und Kamerun. Auch in Vietnam ist die deutsche Entwicklungszusammenarbeit aktiv. Dort erhalten Bauern, für jeden Hektar Wald, den sie schonend bewirtschaften oder wiederaufforsten, 250 US-Dollar auf ein "grünes Sparbuch". Mehr als 100.000 Familien beteiligen sich an dem Programm, einige Hunderttausend Hektar Wald wurden mittlerweile wiederaufgeforstet.

Für Pionierländer hat das BMZ den REDD+-Ansatz sogar noch weiterentwickelt und aufgewertet. Unter dem Titel "REDD Early Movers" (REM) fördert es Staaten, die sich besonders stark für den nachhaltigen Waldschutz engagieren, mit bisher fast 60 Millionen Euro aus dem BMZ-Haushalt. Das Programm unterstützt REDD+-Vorreiter, die bereits finanzielle und politische Anstrengungen unternommen haben, um Wald- und Klimaschutz zu verbinden. Das Programm soll in Zukunft auf eine größere Zahl von Ländern in Lateinamerika und Asien ausgeweitet werden.

Das REM-Programm ist eines der zentralen Programme zur Umsetzung der GNU-Initiative; in Kolumbien zum Beispiel stehen mit den Beiträgen von Norwegen und Großbritannien inzwischen rund 120 Millionen Euro für ergebnisbasierte REDD-Finanzierung zur Verfügung, 28 Millionen Euro (davon 6,5 Millionen Euro deutscher Beitrag) wurden bereits ausgezahlt. Bis Ende 2019 wird das REM-Programm fünf bis sechs Länderkomponenten unterstützen. Insgesamt konnte durch das deutsche REM-Engagement die Einsparung von rund acht Millionen Tonnen CO2 (Stand April 2017) vergütet werden. Das entspricht der jährlichen Emission von über vier Millionen Pkws in Deutschland.


Wälder wiederherstellen

Neben dem Schutz bestehender Wälder trägt auch die Wiederherstellung von beschädigten oder zerstörten Wäldern und baumreichen Landschaften (Forest Landscape Restoration, FLR) erheblich zur Senkung des globalen Treibhausgasausstoßes bei.

In Kooperation mit dem Entwicklungsprogramm der Afrikanischen Union (New Partnership for Africa's Development, NEPAD) und dem World Resources Institute (WRI) hat das BMZ bei der Klimakonferenz in Paris 2015 die African Forest Landscape Restoration Initiative (AFR100) ins Leben gerufen. Die Initiative hat das Ziel, bis 2030 rund 100 Millionen Hektar Waldlandschaften in Afrika wiederherzustellen. Bislang haben 22 afrikanische Länder ihre Teilnahme an der Initiative verkündet: Äthiopien, Benin, Burundi, Côte d‘Ivoire, Kamerun, die Demokratische Republik Kongo, Ghana, Guinea, Kenia, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mosambik, Niger, Republik Kongo, Ruanda, Senegal, Sudan, Tansania, Togo, Uganda und die Zentralafrikanische Republik wollen insgesamt mehr als 75,3 Millionen Hektar Waldfläche wiederherstellen.

Die Initiative wird von internationalen Gebern wie der Weltbank, privaten Wirtschaftsunternehmen und von Nichtregierungsorganisation unterstützt. Insgesamt haben die AFR100-Partner zugesagt, über eine Milliarde US-Dollar an Entwicklungsgeldern sowie 545 Millionen US-Dollar an privater Finanzierung bereitzustellen. 

Die AFR100 fügt sich in bedeutsame internationale Übereinkünfte zur Wiederherstellung von Waldlandschaften ein: In der sogenannten "Bonn Challenge" wurde 2011 beschlossen, bis 2020 rund 150 Millionen Hektar degradierten Waldes wiederherzustellen. 2014 hat die internationale Gemeinschaft in der New-York-Erklärung zu Wäldern die Zahl noch einmal erhöht: Das Ziel lautet nun, bis zum Jahr 2030 350 Millionen Hektar Wald wiederherzustellen. Das entspricht fast der Fläche Indiens. Außerdem einigte man sich in New York darauf, die globale Entwaldung bis 2020 zu halbieren und bis zum Jahr 2030 komplett zu stoppen. Die Bundesregierung unterstützt beide Übereinkünfte ausdrücklich.


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Lexikon der Entwicklungspolitik

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