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Stadt und Klima

Sonnenaufgang im Smog über Manila, Philippinen

Noch Mitte des 20. Jahrhunderts lebte nur etwa jeder dritte Mensch in einer Stadt. Derzeit ist es schon mehr als jeder zweite und bis 2050 werden es mehr als zwei Drittel sein – bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung. Kein Zweifel: Wir befinden uns im Zeitalter der Urbanisierung.

Es gibt viele Gründe dafür, warum es immer mehr Menschen in die Städte zieht und warum sie Motoren für wirtschaftliche Entwicklung sind. Doch Städte heizen die Erderwärmung an. Bereits jetzt sind sie für rund drei Viertel des Energie- und Ressourcenverbrauchs und des Ausstoßes energiebezogener Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Angesichts der Tatsache, dass bis 2050 über zwei Milliarden mehr Menschen in Städten leben werden als heute, können die globalen Klimaziele nur erreicht werden, wenn Nachhaltigkeit ins Zentrum städtischer Entwicklung rückt. Dies gilt insbesondere für die Bereiche städtischer Verkehr und Infrastruktur. Denn der Verkehrssektor ist weltweit für rund ein Viertel aller energiebezogenen Treibhausgasemissionen verantwortlich.

 Wohnhaus in Tirana, Albanien

Nachhaltige städtische Planung

Das Städtewachstum wird in noch nie dagewesenem Umfang den Neubau von Wohnraum und Infrastruktur erfordern. Dies allein würde – wenn die Städte der Zukunft wie bisher vor allem aus Zement, Stahl und Glas gebaut würden – das Kohlendioxid-Budget des vereinbarten Zwei- beziehungsweise 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens weitgehend aufzehren.

Es muss daher effizienter gebaut und es müssen klimafreundliche Alternativen zu herkömmlichen Bauweisen gefunden werden. Von entscheidender Bedeutung ist auch, dass Gebäude in Städten weniger Energie verbrauchen. Im Jahr 2010 waren Gebäude für rund ein Drittel der globalen Energienachfrage und etwa ein Fünftel der energiebedingten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Durch Nachrüstungen und energieeffiziente Neubauten ist Analysen zufolge eine Senkung der globalen Energienachfrage von Gebäuden um fast die Hälfte bis 2050 möglich.

Städte sind allerdings nicht nur Treiber, sondern auch betroffen vom Klimawandel. Sie liegen häufig an Küsten, Flüssen, Deltas oder Berghängen und sind dadurch besonderen Risiken ausgesetzt: Wirtschaftliche Schäden durch Naturereignisse fallen in Städten besonders hoch aus und vor allem arme Menschen sind Wetterextremen meist schutzlos ausgeliefert. Nachhaltige städtische Planung und Investitionen in widerstandsfähige ("resiliente") Infrastruktur, aber auch einfache Maßnahmen wie das Anlegen städtischer Grünflächen, können hier einen wertvollen Beitrag leisten und die Folgen extremer Wetterereignisse spürbar abmildern.

Infografik zum Thema "Stadt und Klima"
Infografik zum Thema "Mobilität und Klima"

Städte als Vorreiter

Die globalen Klima- und Entwicklungsziele, auf die sich die Staatengemeinschaft mit der Agenda 2030 und dem Pariser Klimaabkommen geeinigt hat, können nur gemeinsam mit den Städten erreicht werden. Eine Studie von UN-Habitat zeigt zudem, dass zwei Drittel aller nationalen Klimabeiträge (Nationally Detemined Contributions, NDCs) urbane Ansatzpunkte aufweisen. Oder, wie es der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon formulierte: "Städte sind die Orte, an denen der Kampf für nachhaltige Entwicklung gewonnen oder verloren wird."

Die NDCs werden auf nationaler Ebene festgelegt, meist ohne die Städte miteinzubeziehen. Auf dem Klimagipfel 2017 in Bonn wurde daher der sogenannte Talanoa-Dialog ins Leben gerufen. Dieser ermöglicht es nichtstaatlichen und lokalen Akteuren Vorschläge zu machen, wie man den globalen Klimaherausforderungen begegnen kann. Er bietet nationalen Regierungen auch Anlass, gemeinsam mit ihren Städten und Kommunen an Lösungen zu arbeiten. Welche Vorteile das hat und wie es geht, zeigt die Publikation "Talanoa and Beyond: Raising Ambition with Cities and Regions" sowie die Talanoa-Serie auf dem Blog URBANET.

Verkehr in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam

Chancen für Städte

Städte bieten aufgrund ihrer großen Bevölkerungsdichte gute Ansatzpunkte für den Kampf gegen Armut, Ungleichheit und den übermäßigen Verbrauch von Ressourcen: Hohe Einwohnerzahlen und intensive wirtschaftliche Aktivitäten machen es möglich, Ressourcen in großem Maßstab zu sparen. Durch geeignete Strategien können Ressourcenflüsse zwischen Stadt und Umland effizienter genutzt und gesteuert werden Schon heute gehen viele Städte und Metropolregionen beim Klima- und Ressourcenschutz voran, etwa durch flächensparende, kompakte Stadtstrukturen, emissionsarme Verkehrssysteme, energieeffiziente Gebäude oder eine effiziente Abfallentsorgung. Dadurch haben es Städte wie Kopenhagen, Stockholm und Tokio geschafft, ihren Kohlendioxid-Ausstoß pro Kopf zu senken – bei gleichzeitig steigendem Wohlstand und Einkommen.

Um Städte in Entwicklungs- und Schwellenländern dabei zu unterstützen, frühzeitig den Pfad zu nachhaltiger städtischer Entwicklung einzuschlagen, setzt die deutsche Entwicklungspolitik unter anderem auf klimafreundliche, sichere und erschwingliche städtische Mobilität. Denn Mobilität ist Voraussetzung für Wirtschaftswachstum, Handel und Kreativität, aber auch für persönliches Wohlbefinden.

Viele Städte weltweit leiden unter Staus, schlechter Luft und Lärm, wenn sie keine nachhaltigen Verkehrskonzepte anwenden.

Solche Konzepte müssen den öffentlichen Nahverkehr genauso fördern wie den nicht-motorisierten Verkehr, die Armen genauso einbeziehen wie die Wohlhabenden und die umweltfreundlichen individuellen Verkehrsmittel genauso in Betracht ziehen wie die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen.

Das BMZ hat daher Ende 2016 auf dem Städtegipfel der Vereinten Nationen in Quito die Initiative für Transformative Urbane Mobilität (Englisch: Transformative Urban Mobility Initiative, kurz "TUMI") vorgestellt: Gemeinsam mit seinen Partnern fördert Deutschland nachhaltige und innovative Mobilitätsansätze in Entwicklungs- und Schwellenländern – für klimafreundliche und lebenswerte Städte weltweit.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Habitat III-Konferenz in Quito, Ecuador
Ein Elektroauto wird in Berlin an einer Ladestation geladen.
Deutsches Engagement

Klimafreundliche Stadtentwicklung und Mobilität

Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind lebenswerte und klimafreundliche Städte durch eine Wende hin zu klimafreundlicher Mobilität. Da die Emissionen aus städtischem Verkehr weiterhin steigen, fördert Deutschland beispielsweise auf kommunaler und nationaler Ebene Stadtentwicklungs- und Mobilitätsstrategien, in denen der Klimaschutz und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels durchgehend berücksichtigt werden.

Diese Konzepte konzentrieren sich darauf, Verkehr zu vermeiden und motorisierten Verkehr auf öffentliche Verkehrsmittel und nicht-motorisierten Verkehr zu verlagern. Auch eine höhere Umweltverträglichkeit von Verkehrssystemen, zum Beispiel durch die Förderung von Elektromobilität, gehört dazu.

Einen weiteren Schwerpunkt legt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf den Aufbau von Infrastruktur, die den Auswirkungen des Klimawandels standhält. Im Förderbereich "Anpassung an den Klimawandel" werden über die Hälfte der Mittel der deutschen finanziellen Zusammenarbeit in Städten eingesetzt. Im Bereich "Minderung des Treibhausgas-Ausstoßes" sind es sogar knapp zwei Drittel der deutschen Kredite und Zuschüsse.

Urbane Mobilität
Urbane Mobilität | Strategien für lebenswerte Städte

08/2016 | pdf | 5,8 MB | 24 S. | barrierefrei Sammelmappe

Titelseite: Städte nachhaltig gestalten
Städte nachhaltig gestalten

05/2016 | pdf | 2,5 MB | 24 S. | barrierefrei Sammelmappe

Menschenmenge in der Innenstadt von Jakarta, Indonesien, an einem autofreien Sonntag

Initiative für Transformative Urbane Mobilität (TUMI)

Das rasante Wachstum der Städte und das steigende Verkehrsaufkommen tragen immer stärker zum Klimawandel bei. Der Verkehrssektor ist für 28 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs verantwortlich und gleichzeitig der Sektor mit dem am schnellsten wachsenden Emissionsausstoß. Ohne eine weltweite Verkehrswende lassen sich die Ziele des Pariser Klimaabkommens und der Agenda 2030 nicht erreichen, die Erderwärmung wird weiter zunehmen.  

Daher hat das BMZ gemeinsam mit acht Partnerinstitutionen bei der HABITAT-III-Konferenz 2016 in Quito die Initiative für Transformative Urbane Mobilität (Englisch: Transformative Urban Mobility Initiative, kurz "TUMI") ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt dieser Mobilitätsoffensive steht die Förderung einer klimafreundlichen, sicheren und erschwinglichen städtischen Mobilität. Ziel ist es, das Klima zu schützen und gleichzeitig den ärmsten Bevölkerungsschichten Zugang zu Arbeit, Gesundheitsfürsorge und Bildung zu ermöglichen. Denn diese leben meist in Slums am Stadtrand, während Krankenhäuser, Schulen und gut bezahlte Jobs überwiegend in den besser erschlossenen städtischen Bereichen zu finden sind. Für Menschen aus Armensiedlungen ohne öffentliche Nahverkehrssysteme oder zumindest sichere Fuß- und Radwege sind die besser erschlossenen Stadtbezirke kaum erreichbar.

Seit 2016 fördert die Initiative nachhaltige Mobilitätssysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern in drei Schwerpunkten:

  • TUMI mobilisiert finanzielle und technische Unterstützung zum Auf- und Ausbau sowie zur Modernisierung einer nachhaltigen städtischen Mobilitätsinfrastruktur.
  • TUMI bildet rund 1.000 Stadtverantwortliche, Entscheidungsträgerinnen und -träger, Planerinnen und Planern sowie Studentinnen und Studenten aus und weiter, damit Projekte nachhaltiger Mobilität qualifiziert umgesetzt werden können.
  • TUMI fördert innovative Lösungen, zum Beispiel durch die "Global Urban Mobility Challenge". Mit diesem weltweit ausgeschriebenen Wettbewerb werden Städte ermutigt, lokale Mobilitätsherausforderungen anzugehen und ambitionierte innovative Projektideen umzusetzen.
Baustelle für eine neue U-Bahnlinie in Delhi, Indien

TUMI als Wegbereiter: Weltweites deutsches Engagement bei städtischer Mobilität

Ein Beispiel für TUMIs Engagement ist Indien, einer der größten Emittenten von Treibhausgasen überhaupt. Das Land steht gerade erst am Anfang des Urbanisierungsbooms, hat aber bereits mit einem enormen Bevölkerungswachstum und einer sehr hohen Motorisierungsrate zu kämpfen. In Chennai fördert TUMI deshalb die Entwicklung eines Fußgängerbereichs, um den öffentlichen Raum aufzuwerten. Es ist beabsichtigt, das Konzept auf andere indische Städte zu übertragen.

In Bogotá, Kolumbien, fördert TUMI die Entwicklung einer App namens "SafetiPin", die Mobilitätsdaten in der Stadt sammelt, um die Sicherheit von Frauen und Mädchen zu erhöhen.

In Addis Abeba, Äthiopien, engagiert sich TUMI bei der "Last Mile Connectivity", der Anbindung von der letzten Station des öffentlichen Nahverkehrs bis zum Zielort: Das geschieht zum Beispiel mit Leihfahrrad-Stationen, die den öffentlichen Personennahverkehr ergänzen. Davon profitieren vor allem marginalisierte Gruppen, wie Frauen und Kinder.

Darüber hinaus führte TUMI Workshops und Trainings in zahlreichen Ländern der Welt mit bisher über 1.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vornehmlich aus Verkehrsministerien oder Verkehrsbehörden, zum Beispiel in Windhoek, Namibia, Bogotá und Ibagué, Kolumbien, oder Bangkok und China.

Fahrräder in Amsterdam
  • Stadtansicht von Beira, Mosambik
    Mosambik: Zusammenarbeit konkret

    Natürlichen Flusslauf des Chiveve wiederherstellen

    Die Stadt Beira liegt in einer Bucht des Indischen Ozeans im Zentrum Mosambiks. Unter dem Einfluss des Klimawandels birgt das Meer Gefahren für die lokale Bevölkerung. Besonders die Folgen von Fluten und Küstenerosion sind bereits jetzt deutlich zu spüren.

  • Straßenbau in Khulna, Bangladesch
    Bangladesch: Zusammenarbeit konkret

    Klimaangepasste Stadtentwicklung

    Bangladesch ist in Folge des Klimawandels besonderen Herausforderungen ausgesetzt: Durch den steigenden Meeresspiegel könnte ein Fünftel der Landesfläche dauerhaft überflutet werden.

  • EcoCasas in Mexiko
    Mexiko: Zusammenarbeit konkret

    Besser wohnen und Energie sparen

    In Mexiko entstehen jedes Jahr eine halbe Million neue Wohnungen, acht Prozent der Bevölkerung arbeiten in der Bauwirtschaft. Auch der Energieverbrauch im Land steigt kontinuierlich, etwa 17 Prozent davon entfallen auf private Haushalte.

  • Teilnehmer der TUMI-Konferenz zu Urban Mobility Governance im Mai 2017 in Leipzig
    TUMI: Zusammenarbeit konkret

    Die Verkehrswende international gestalten

    Der Verkehrssektor zählt zu den Bereichen mit dem größten Ausstoß an Treibhausgasen weltweit – Tendenz steigend. Bereits heute ist er für 28 Prozent der energiebezogenen Emissionen verantwortlich.

  • Tram in Rio
    Brasilien: Zusammenarbeit konkret

    Neue Bahnen für Rio de Janeiro und Salvador da Bahía

    Die Städte Brasiliens wachsen unaufhörlich: Im Jahr 2010 lebten 84 Prozent aller Brasilianer in Stadtgebieten, 1940 waren es nur rund 30 Prozent. Auch wenn das Angebot an öffentlichem Nahverkehr steigt, kann es den Bedarf bei weitem nicht decken.

  • Bus in der Stadt Windhoek in Namibia
    Namibia: Zusammenarbeit konkret

    Experten für nachhaltige Verkehrsplanung gesucht

    Um den Verkehrssektor in Namibia weiter auszubauen, benötigt das Land dringend qualifizierte Fachkräfte. Der junge Namibier Immanuel Johannes hat einen Hochschulabschluss in Bauingenieurwesen und arbeitet seit kurzem als Junior-Verkehrsplaner in Windhoek.

  • Passagiere in einer Metro in Bangalore, Indien
    Indien: Zusammenarbeit konkret

    Integrierte Stadtverkehrssysteme für Smart Cities in Indien

    Das anhaltende Wirtschaftswachstum in Indien geht mit einer steigenden Urbanisierung einher. Über seine Umsetzungspartnerschaft TUMI (Transformative Urban Mobility Initiative) unterstützt das BMZ in Indien drei Städte bei umfassender, nachhaltiger Verkehrsplanung.

Stadtansicht von Beira, Mosambik
Mosambik: Zusammenarbeit konkret

Natürlichen Flusslauf des Chiveve wiederherstellen

Die Stadt Beira liegt in einer Bucht des Indischen Ozeans im Zentrum Mosambiks und hat eine besondere Beziehung zum Meer. Ihre Wirtschaft ist vor allem von der Fischerei und einem großen Hafen geprägt. Gerade unter Einfluss des Klimawandels birgt das Meer jedoch Gefahren für die lokale Bevölkerung. Besonders die Folgen von Fluten und Küstenerosion sind bereits jetzt deutlich zu spüren.

Unter diesen Veränderungen leidet die arme Bevölkerung am stärksten. Cheizin Mussa, Bewohnerin der Fischereisiedlung Praia Nova berichtet, dass ein großer Uferbereich ihrer Siedlung nun vom Meer eingenommen ist – und auch ihr Haus droht bald unter der Last der Wellen einzustürzen. Auf die Frage, warum sich die Küste so verändert, antwortet sie: "Die Temperatur wird wärmer, das Meer kommt immer näher." Der Klimawandel ist mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern Beiras ein Begriff.

Angrenzend an das historische Stadtzentrum liegen viele informelle Siedlungen, oftmals in Risikogebieten. Eine davon ist Goto, die zentral am Ufer des Chiveve-Flusses entstanden ist. Chaimel Calido, ein 18-jähriger Lehrling erzählt, dass die Regenfälle, die das Viertel regelmäßig überschwemmen, in den vergangenen Jahren immer schlimmer geworden seien: "Zur Arbeit müssen wir durch den Schlamm waten, Gummistiefel haben wir nicht. Die Kinder werden krank, bekommen Durchfall, Kopfweh und Malaria." Die Starkregenereignisse begünstigen die Ausbreitung von Cholera. Die Krankheit kostet jährlich rund 1.000 Bewohnerinnen und Bewohnern das Leben. Viele weitere müssen während der Regenzeit ihre überschwemmten Häuser verlassen.

Um das Überflutungsrisiko und andere Klimaauswirkungen in Beira zu senken, finanzierte die deutsche Bundesregierung die Wiederherstellung des natürlichen Flusslaufs des Gezeitenflusses Chiveve. Der 3,7 Kilometer lange, im Zentrum Beiras gelegene Flusslauf wurde dabei von Abfall und Sedimenten befreit. Zudem wurde ein Gezeitenbauwerk errichtet, das den Fluss wieder zum Indischen Ozean hin öffnet. Diese Maßnahme stellte die Entwässerungsfunktion des Chiveve wieder her, sodass das Regenwasser im Oberlauf und somit auch in der Goto-Siedlung schneller ins Meer abfließen kann. Auf diese Weise wirkt man stehendem, verschmutztem Gewässer und den damit einhergehenden Krankheiten effektiv entgegen.

Das Vorhaben hat eine positive Wirkung auf die Stadt: Es erhöht die Widerstandsfähigkeit Beiras gegen die Folgen des Klimawandels. Die Wiederherstellung des natürlichen Entwässerungssystems des Chiveve verbessert die Anpassung der Stadt an klimatische Veränderungen wie Starkregenereignisse und den Anstieg des Meeresspiegels. Damit schafft das Projekt wichtige Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des gesamten innerstädtischen Gebiets. Zusätzlich werden weitere klimawirksame Maßnahmen mit deutscher Hilfe finanziert. Dazu zählen die Gestaltung einer städtischen Parkanlage und eine verbesserte Abfallsammlung. So wird der dort lebenden und arbeitenden Bevölkerung ein sicheres und attraktives Umfeld geboten.

Die Wohnhäuser der informellen Siedlungen in Beira sind durch ihre einfache Bauweise und die Nähe zum Gewässer besonders durch den Klimawandel gefährdet.

Video: Mosambik – Küstenschutz in Beira

Mosambik ist schon jetzt von den Folgen des Klimawandels betroffen, zum Beispiel durch starke Überschwemmungen. Deutschland unterstützt das Land bei Präventionsmaßnahmen.

Straßenbau in Khulna, Bangladesch
Bangladesch: Zusammenarbeit konkret

Klimaangepasste Stadtentwicklung

Bangladesch ist in Folge des Klimawandels besonderen Herausforderungen ausgesetzt: Durch den steigenden Meeresspiegel könnte ein Fünftel der Landesfläche dauerhaft überflutet werden. Zugleich weist das Land mit 1.265 Einwohnern pro Quadratkilometer schon heute eine Bevölkerungsdichte auf, die zu den höchsten der Welt zählt.

Deutschland unterstützt Bangladesch bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, zum Beispiel in der Stadt Khulna, in der 1,5 Millionen Menschen wohnen und die eine Armutsrate von rund 40 Prozent aufweist. Sie liegt im Südwesten von Bangladesch, eingerahmt von den Flüssen Bhairab und Rupsha, auf einer Höhe von nur zwei bis vier Metern über dem Meeresspiegel. Aufgrund ihrer Lage wird sie in Monsunzeiten meist stark überschwemmt.

Straßen in Bangladesch dienen häufig zugleich als Dämme und spielen somit eine zentrale Rolle im Hochwasserschutz. Befahren werden die Straßen zu 80 Prozent von unmotorisierten Fahrzeugen wie Rikschas. Weil auch diese für arme Bevölkerungsschichten oft zu teuer sind, gehen viele Menschen stattdessen zu Fuß. Allerdings gibt es keine Bürgersteige oder angemessene Fußwege – das ist gefährlich.

Im Rahmen einer gemeinsamen Initiative zur ökologischen Stadtentwicklung für Asien (CDIA – Cities Development Initiative for Asia) der deutschen Bundesregierung und der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) treibt Deutschland die nachhaltige Stadtentwicklung in Khulna voran. Die Initiative – geleitet von ADB und Deutscher Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) – unterstützt mittelgroße Städte in Asien.

Damit soll eine Lücke zwischen dem Bedarf an Infrastruktur und den finanziellen Möglichkeiten dieser Städte geschlossen werden. Weil ihnen häufig das technische Know-how fehlt, können Städte Machbarkeitsstudien nicht selbst anfertigen. Diese sind aber für Investitionen von Finanzierungsinstitutionen essenziell. Hier setzt die Initiative mit ihrer Unterstützung an.

Mit Hilfe von CDIA hat die Stadt Khulna für ein Projekt zur klimaangepassten Stadtentwicklung eine Kofinanzierung von der ADB und der deutschen KfW Entwicklungsbank erhalten. Einen Teil der Finanzierung trägt auch die Regierung Bangladeschs.

Durch dieses Projekt entstanden zehn Kilometer Zugangsstraßen in armen Stadtteilen, die rund 200.000 Menschen dauerhaft ans Verkehrsnetz anbinden und ihnen zu einer höheren Mobilität und kürzeren Fahrzeiten verhelfen.

Darüber hinaus wurden die Straßen mit Drainagen und Entwässerungskanälen versehen, sodass die Stadtgebiete während der Monsunzeit nicht mehr wochenlang unter Wasser stehen. Das hat die Flutgefahr deutlich reduziert und die Lebensqualität gesteigert. Außerdem eröffnen die Straßen neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Ein Anwohner des Projektgebietes berichtete, dass die neuen Zugangsstraßen noch nicht überschwemmt worden seien, wohingegen das früher bis zu sechs Monate der Fall gewesen sei.

Zum Projekt gehörten zudem Maßnahmen wie die Erhöhung der Böschungsstraßen, der Ausbau des Uferschutzes und die großflächige Begrünung der Stadt. Abir ul Jabbar, der Leiter des Planungsbüros von Khulna sagt: "Das Projekt entspricht den Verkehrs- und Mobilitätsbedürfnissen der Stadt und hat dazu beigetragen, unsere Straßeninfrastruktur klimaschonend und umweltfreundlich zu gestalten."

Projektmarkierung im Sanierungsgebiet Jessore-Joragate in Khulna, Bangladesch

Khulna

Projektmarkierung im Sanierungsgebiet Jessore-Joragate in Khulna, Bangladesch
Rikscha-Fahrer auf der fertiggestellten Umgehungsstraße in Khulna, Bangladesch
Rikscha-Fahrer auf der fertiggestellten Umgehungsstraße in Khulna, Bangladesch
Dammstraße zum Schutz eines Wohnviertels am Hafen von Khulna in Bangladesch
Zwei Arbeiter auf einer Baustelle am Ufer des Mayur River in der Stadt Khulna an einer Uferbefestigung.
Rikscha-Fahrer auf der fertiggestellten Umgehungsstraße in Khulna, Bangladesch
Rikscha-Fahrer auf der fertiggestellten Umgehungsstraße in Khulna, Bangladesch
EcoCasas in Mexiko
Mexiko: Zusammenarbeit konkret

Besser wohnen und Energie sparen: Energieeffizientes Bauen und Emissionsminderung in Mexikos Verkehrssektor

In Mexiko entstehen jedes Jahr eine halbe Million neue Wohnungen, acht Prozent der Bevölkerung arbeiten in der Bauwirtschaft. Auch der Energieverbrauch im Land steigt kontinuierlich, etwa 17 Prozent davon entfallen auf private Haushalte. Angesichts dieser Entwicklungen ist ein energieeffizienter Wohnungsbau von besonderer Bedeutung.

Die mexikanische Entwicklungsbank für Wohnungsbau hat das Programm "EcoCasa" aufgelegt und setzt es zusammen mit der Inter-Amerikanischen Entwicklungsbank und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit um. Bei der Finanzierung werden verschiedene internationale Fonds kombiniert: Eingesetzt werden unter anderem Mittel des Clean Technology Fund (CTF) und der Investitionsfazilität für Lateinamerika (Latin America Investment Facility, LAIF) der Europäischen Kommission. Deutschland beteiligt sich seit 2013 mit zinsverbilligten Darlehen und Investitionszuschüssen und hat dafür über die KfW insgesamt 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Ökohäuser

Das Programm soll bis 2022 rund eine halbe Milliarde US-Dollar an privaten Investitionen mobilisieren. Bisher wurden bereits 36.000 energieeffiziente Häuser und 600 Passivhäuser für über 100.000 Mexikanerinnen und Mexikaner in allen vier Klimazonen des Landes finanziert. Diese "Ökohäuser" verbrauchen im Schnitt rund 20 Prozent weniger Energie als herkömmliche Bauten.

"EcoCasa" spart damit mehr als eine Million Tonnen Kohlendioxid über die gesamte Bestandsdauer der Häuser ein. Zugleich verbessert das Programm die Lebenssituation vieler Mexikaner, die nun eine höhere Wohnqualität genießen. Es trägt auch dazu bei, neue umweltfreundliche und energieeffiziente Standards im Wohnungsbau zu setzen, an denen sich der mexikanische Immobilienmarkt künftig ausrichten soll.

Elektromobilität

Darüber hinaus unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die C40 Cities Finance Facility (CFF), gemeinsam mit dem britischen Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industrielle Strategie (BEIS) und der US-amerikanischen Entwicklungsagentur USAID. Ziel der CFF ist es, Städte in die Lage zu versetzen, eigenständig finanzierungsfähige Projekte zu entwickeln, um die Emissionen von Treibhausgasen zu mindern und die Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel zu stärken.

Eines der Projekte der CFF richtet sich auf die Verkehrsachse Eje 8 Sur in Mexiko-Stadt. Etwa 100 Elektrobusse sollen die bisher eingesetzten Kleinbusse mit hohem Schadstoffausstoß dort ersetzen. Parallel zu der 22 Kilometer langen Strecke sollen auch Fahrradwege entstehen. Es wird erwartet, dass diese Strecke künftig täglich 160.000 Passagiere nutzen und durch das Umrüsten auf nachhaltige Verkehrsmittel rund 80.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr gespart werden können. Auf Basis dieses Projekts unterstützt die CFF den Erfahrungsaustausch zwischen Mexiko-Stadt und anderen Städten im Land, um die Elektromobilität in Mexiko weiter zu verbreiten.

Teilnehmer der TUMI-Konferenz zu Urban Mobility Governance im Mai 2017 in Leipzig
TUMI: Zusammenarbeit konkret

Die Verkehrswende international gestalten

Verkehr und Infrastruktur sind wie das Herz-Kreislaufsystem einer Stadt. Sie stellen sicher, dass Menschen rechtzeitig zur Arbeit kommen, Kinder zur Schule gehen können und sich auch alte und körperlich eingeschränkte Menschen frei bewegen können. Mobilität ist also nicht nur Ausdruck individueller Freiheit, sondern sichert auch gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliche Produktivität.

Gleichzeitig zählt der Verkehrssektor jedoch zu den Bereichen mit dem größten Ausstoß an Treibhausgasen weltweit – Tendenz steigend. Bereits heute ist er für 28 Prozent der energiebezogenen Emissionen verantwortlich.

Deshalb ist weltweit ist eine Wende im Bereich Verkehr nötig. Die Infrastruktur, die heute gebaut wird, bestimmt die Mobilitätsgewohnheiten von morgen und wie viele (oder wenige) Emissionen dadurch entstehen. Das BMZ hat darum mit internationalen Partnern die Initiative für Transformative Urbane Mobilität (Englisch: Transformative Urban Mobility Initiative, TUMI) ins Leben gerufen.

Seit 2016 unterstützt die Initiative den Auf- und Ausbau nachhaltiger Mobilitätssysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern in drei Arbeitsschwerpunkten: 1. Investitionen; 2. Aus- und Weiterbildung sowie Trainings, Webinare oder Trainingspublikationen; 3. Förderung von Innovationen im Mobilitätssektor.

TUMI-Konferenz

Wie kann der Übergang zu umweltfreundlichen Verkehrssystemen besonders in afrikanischen Städten gelingen? Wie können gute Lösungen – zum Beispiel Schnellbussysteme und Radverkehrsnetze – schneller Verbreitung finden? Wie können Stadt- und Verkehrsplanung enger verknüpft werden?

Mit diesen und anderen Fragen haben sich bei der TUMI-Konferenz zu Urban Mobility Governance im Mai 2017 in Leipzig mehr als 80 internationale Fach- und Führungskräfte befasst. Die Vertreterinnen und Vertreter aus Verkehrsbehörden und -ämtern, insbesondere aus Sub-Sahara-Afrika, lieferten spannende Einblicke in die Verkehrssysteme vor Ort und diskutierten über innovative Lösungen.

Die Konferenz war ein wichtiger Schritt, um Entscheider und Planer intensiver zu vernetzen und Informationen, Lösungen und technisches Know-how auszutauschen. Die Veranstaltung war zugleich Teil des vom BMZ ins Leben gerufenen Marshallplans mit Afrika, der die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern weiter vertiefen soll.

Teilnehmer der TUMI-Konferenz zu Urban Mobility Governance im Mai 2017 in Leipzig
Tram in Rio
Brasilien: Zusammenarbeit konkret

Neue Bahnen für Rio de Janeiro und Salvador da Bahía

Die Städte Brasiliens wachsen unaufhörlich: Im Jahr 2010 lebten 84 Prozent aller Brasilianer in Stadtgebieten, 1940 waren es nur rund 30 Prozent. Auch wenn das Angebot an öffentlichem Nahverkehr steigt, kann es den Bedarf bei weitem nicht decken. Zugleich erhöht sich das Verkehrsaufkommen durch Autos und Motorräder; doch gerade das ist mit Staus, Luftverschmutzung und Stress verbunden. Auch steigt der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen. Dem brasilianischen Klimaobservatorium zufolge gingen im Jahr 2015 mehr als 200 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente und damit knapp 11 Prozent der gesamten Emissionen in Brasilien auf den Transportsektor zurück.

Der Transportsektor ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen weltweit. Nach Angaben des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) ist dieser Sektor für fast ein Viertel des weltweiten Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes verantwortlich, davon mehr als drei Viertel aufgrund des Individualverkehrs. Brasilien hat Richtlinien erarbeitet zur Senkung von Treibhausgasemissionen im Transportsektor. Die sehen unter anderem vor, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, da Schienennetze pro Personenkilometer im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr weniger Energie verbrauchen. Über Kreditlinien unterstützt die Bundesregierung zwei Städte dabei, ihre Verkehrssysteme zu modernisieren und deren Nachhaltigkeit zu verbessern.

Diese Mittel dienen dazu, besonders klimafreundliche und nachhaltige öffentliche Nahverkehrssysteme mitzufinanzieren: eine Straßenbahn in Rio de Janeiro und eine U-Bahnstrecke – Ausbau Linie 1 und Neubau von Linie 2 – in Salvador da Bahía. Die Auswahl der Projekte erfolgte unter anderem anhand eines CO2-Eignungskriteriums.

Darüber hinaus unterstützte die Bundesregierung die brasilianische Entwicklungsbank BNDES dabei, ihr eigenes Programm zur Berechnung von CO2-Emissionen für den Transportsektor zu verbessern und einen Leitfaden zur Auswahl geeigneter Technologien für den öffentlichen Nahverkehr zu erstellen.

Mit der Fertigstellung der Straßenbahn in Rio de Janeiro und der U-Bahn-Linien in Salvador werden jährlich etwa 18 Millionen Personen vom Individualverkehr mit seinem hohen CO2-Ausstoß auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Das verringert die Treibhausgasemissionen insgesamt voraussichtlich um rund 530.000 Tonnen CO2-Äquivalente. Durch dieses Engagement unterstützt die Bundesregierung Brasilien dabei, den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr weiter voranzutreiben und seine nationalen Klimaziele zu erreichen.

Bus in der Stadt Windhoek in Namibia
Namibia: Zusammenarbeit konkret

Experten für nachhaltige Verkehrsplanung gesucht

Um den Verkehrssektor in Namibia weiter auszubauen, benötigt das Land dringend qualifizierte Fachkräfte. Der junge Namibier Immanuel Johannes hat einen Hochschulabschluss in Bauingenieurwesen und arbeitet seit kurzem als Junior-Verkehrsplaner in Windhoek.

Während seines Studiums konnte er im Transport-Projekt "Verkehr, Mobilität, Logistik" der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) erste praktische Erfahrungen in seinem Berufsumfeld sammeln. Als studentische Hilfskraft arbeitete er später bei Verkehrszählungen mit, die im Rahmen des "Sustainable Urban Transport Master Plan for Windhoek" durchgeführt und von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt wurden.

Nach seinem Hochschulabschluss fing Immanuel Johannes zunächst als Praktikant in der Abteilung für öffentlichen Verkehr bei der Stadt Windhoek an. Kurz darauf erhielt er ein Angebot als Junior-Verkehrsplaner. Die GIZ-CIM-Expertin Silja Fieblinger schulte den jungen Verkehrsexperten. Heute ist Johannes dafür zuständig, den Öffentlichen Nahverkehr in Windhoek zu optimieren und die Organisation des Busbetriebs zu planen.

"In Windhoek hat das Programm zum nachhaltigen Stadtverkehr eine wirkliche Mentalitätsveränderung in die Wege geleitet. Heutzutage spielt das Thema in der Stadtplanung eine große Rolle. 2016 wurde eine neue Busroute eingeführt mit 14 neuen Linien und 26 modernen Bussen. Zum ersten Mal gibt es hier eine Linie, die mehrere Nachbarschaften abdeckt", so Prof. Dr. Heinrich Semar, Projektmanager des GIZ-Projekts "Transport, Mobilität und Logistik".

Passagiere in einer Metro in Bangalore, Indien
Indien: Zusammenarbeit konkret

Integrierte Stadtverkehrssysteme für Smart Cities

Das BMZ unterstützt seine Partnerländer über seine Umsetzungspartnerschaft und Klimainitiative TUMI in drei Handlungsbereichen.

Die TUMI-Initiative kombiniert Investitionen in Know-how und Infrastruktur für klimafreundliche Mobilität mit der Identifikation und Förderung innovativer Ansätze in Städten.

TUMI besteht aus:

  • Finanzierung nachhaltiger Verkehrsinfrastruktur mit bis zu 1 Milliarde Euro pro Jahr
  • Aus- und Weiterbildung von 2.400 Fach- und Führungskräften
  • Innovationswettbewerben für skalierbare und replizierbare Pilotprojekte

Durch die bisherigen Aktivitäten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der TUMI werden bis zu vier Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart und täglich rund 250.000 Menschen sicher bewegt.

Der Rückgang von Verkehrsunfällen und die Verbesserung der Luftqualität in den Partnerstädten vermeiden dabei voraussichtlich 4,6 Milliarden Euro Gesundheitskosten.

Klimafreundliche Mobilitätsplanung

Das anhaltende Wirtschaftswachstum in Indien geht mit einem steigenden Urbanisierungsgrad einher. Der wirtschaftliche Aufstieg der wachsenden Stadtbevölkerung führt zu veränderten Konsum- und Mobilitätsmustern – so kaufen sich viele Menschen beispielsweise ein eigenes Auto. Seit Anfang des Jahrhunderts ist die Zahl der Pkw und motorisierten Zweiräder in Indien jedes Jahr um circa zehn Prozent gestiegen.

In Zusammenarbeit mit den drei Smart Cities Bhubaneshwar, Coimbatore und Kochi sowie den Regierungen der jeweiligen Bundesstaaten fördert das Projekt eine umfassende, klimafreundliche Mobilitätsplanung. Außerdem werden nachhaltige Stadtverkehrsprojekte in den Bereichen öffentliche Verkehrsmittel, nichtmotorisierter Verkehr und Integration verschiedener Verkehrsmittel geplant und durchgeführt.

Auf nationaler Ebene erfolgt eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung der indischen Regierung. Es werden innovative Formate im Bereich Peer-Learning und internationaler Wissensaustausch gefördert. Die Erfahrungen der drei Partnerstädte sollen an andere Smart Cities weitergegeben werden und somit ein Up-Scaling erreicht werden.

Videos zum Thema "Stadt und Klima"

Leben mit dem Klimawandel

Deutschland unterstützt Bangladesch dabei, die Folgen des Klimawandels zu mildern, zum Beispiel durch den Bau von Brücken, Dämmen und Uferbefestigungen.

Hochwassermanagement in Naga City

Die Stadt Naga auf den Philippinen liegt im Zentrum eines Taifun-Gebietes, regelmäßig kommt es zu Überschwemmungen. Mit Hilfe der "Initiative Stadtentwicklung für Asien" (CDIA) wurden in Naga Maßnahmen zur Hochwasserbekämpfung finanziert.

Luftverschmutzung reduzieren durch E-Trikes

In Naga City auf den Philippinen hat sich ein Betrieb auf den Bau von E-Trikes spezialisiert. Durch die Elektrofahrzeuge soll die Luftverschmutzung reduziert werden. 90 Prozent der benötigten Materialien werden aus der direkten Umgebung geliefert, nur 10 bis 15 Prozent müssen importiert werden.

Städte für eine bessere Welt

Städte bieten Lösungen für eine nachhaltige Welt: Sei es Klimaschutz, Armutsbekämpfung oder Wohlstand für alle. Eine bessere Welt erreichen wir nur mit unseren Städten.

Stadt und Klima

BMZ-Publikationen

Inhaltsverzeichnis

Themendossier "Klimawandel und Entwicklung"

Lexikon der Entwicklungspolitik

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