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Zusammenarbeit konkret

Klimaangepasste Stadtentwicklung in Bangladesch

Straßenbau in Khulna, Bangladesch

Bangladesch ist in Folge des Klimawandels besonderen Herausforderungen ausgesetzt: Durch den steigenden Meeresspiegel könnte ein Fünftel der Landesfläche dauerhaft überflutet werden. Zugleich hat das Land schon heute die höchste Bevölkerungsdichte weltweit.

Deutschland unterstützt Bangladesch bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, zum Beispiel in der Stadt Khulna, in der 1,5 Millionen Menschen wohnen. Sie liegt im Südwesten von Bangladesch, eingerahmt von den Flüssen Bhairab und Rupsha, auf einer Höhe von nur zwei bis vier Metern über dem Meeresspiegel. Aufgrund ihrer Lage wird sie in Monsunzeiten meist stark überschwemmt.

Da Straßen in Bangladesch häufig zugleich als Dämme dienen, spielen sie eine zentrale Rolle im Hochwasserschutz. Deutschland unterstützt Khulna dabei, Straßen zu befestigen, mit Drainagen zu versehen und Entwässerungskanäle anzulegen. Dadurch stehen die Stadtgebiete nun nicht mehr wochenlang unter Wasser. Besonders die Slums profitieren, weil sie durch die verbesserten Straßen nun dauerhaft an das Verkehrsnetz angebunden sind. So eröffnen sich neben dem besseren Überschwemmungsschutz neue wirtschaftliche Möglichkeiten für die Bevölkerung.

Lebensbedingungen in Slums verbessern

In einem weiteren Projekt der technischen Zusammenarbeit unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Städte Khulna und Rajshahi beim Umgang mit klimawandelbedingter Binnenmigration. Beide Städte sind besonders stark vom Zuzug von Migranten aus umliegenden Regionen betroffen: Rund 70 Prozent der Slumbewohner in Khulna und Rajshahi sind aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels zugezogen.

Im Rahmen der Sonderinitiative "Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren" unterstützt Deutschland die beiden Kommunen durch bedarfsorientierte Maßnahmen vor Ort. Neben Wissensaustausch zu den Bedürfnissen der Klimamigranten wird der arbeitsintensive Auf- und Ausbau städtischer Dienstleistungen wie Wasser- oder Energieversorgung gefördert. Durch die Ausweitung der Basisinfrastruktur können die Lebensbedingungen in den informellen Siedlungen verbessert und der lokalen Bevölkerung gleichzeitig Beschäftigungsmöglichkeiten geboten werden. Zudem unterstützt Deutschland Weiterbildungsangebote, die in Kooperation mit klein- und mittelständischen Unternehmen durchgeführt werden. Hierdurch werden die Beschäftigungschancen der Bevölkerung langfristig gesteigert.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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