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Stadt und Klima

Initiative für transformative urbane Mobilität (TUMI)

Straßenbahn in Rabat, Marokko

Das rasante Wachstum der Städte und das damit einhergehende steigende Verkehrsaufkommen tragen immer stärker zum Klimawandel bei. Der Verkehrssektor ist verantwortlich für 28 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs und gleichzeitig der Sektor mit dem am schnellsten wachsenden Emissionsausstoß. Ohne eine weltweite Verkehrswende werden die Ziele des Pariser Klimaabkommens und der Agenda 2030 nicht erreicht werden können.

Gemeinsam mit acht Partnerinstitutionen hat das BMZ bei der HABITAT-III-Konferenz die Initiative für Transformative Urbane Mobilität (englisch: Transformative Urban Mobility Initiative, TUMI) ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt der Mobilitätsoffensive steht eine klimafreundliche, sichere und erschwingliche städtische Mobilität. Ziel ist es, das Klima zu schützen und gleichzeitig den ärmsten Bevölkerungsschichten Zugang zu Arbeit, Gesundheitsfürsorge und Bildung zu ermöglichen. Denn diese müssen meist in Slums am Stadtrand leben, während Krankenhäuser, Schulen und gut bezahlte Jobs überwiegend in den besser erschlossenen städtischen Bereichen zu finden sind. Für Menschen aus Armensiedlungen ohne öffentliche Nahverkehrssysteme oder zumindest sichere Fuß- und Radwege sind die besser erschlossenen Stadtbezirke kaum erreichbar.

Die Initiative unterstützt daher seit 2016 den Auf- und Ausbau nachhaltiger Mobilitätssysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern, zum Beispiel Buslinien, S- und U-Bahnnetze, Fuß- und Radwege. Darüber hinaus werden über 1.000 Fach- und Führungskräfte aus Ministerien, Stadtverwaltungen und Universitäten in Entwicklungs- und Schwellenländern aus- und weitergebildet, um die praktische Planung bis hin zur Umsetzung nachhaltiger Mobilität qualifiziert umzusetzen. In einem weltweiten Wettbewerb werden zudem innovative Pilotvorhaben in Klein- und Mittelstädten gefördert.

Bei der Vorkonferenz zum Weltverkehrsforum 2017 in Leipzig wurde im Rahmen der·​TUMI der direkte Austausch zwischen Städtevertretern aus Deutschland sowie Entwicklungs- und Schwellenländern, vor allem aus Afrika, gefördert. Im Mittelpunkt stand hierbei die Frage, mit welchen Strategien Veränderungsprozesse und nachhaltige Mobilität in Städten erreicht werden können.

Städte als Vorreiter: Weiteres deutsches Engagement im Bereich städtische Mobilität

Die Entwicklungszusammenarbeit zu städtischer Mobilität besteht seit vielen Jahren. Ein Beispiel ist Brasilien: Hier wurde bereits im Jahr 2012 ein Gesetz mit Richtlinien zur urbanen Mobilität verabschiedet. Deutschland unterstützt das brasilianische Städteministerium bei der Umsetzung der nationalen Stadtverkehrspolitik, indem es in ausgewählten Städten bei Verkehrsmanagement und -planung ansetzt.

Darauf aufbauend haben vier TUMI-Partner beim brasilianischen Städtekongress für nachhaltige Entwicklung 2016 gezielte Fortbildungen zu nachhaltiger Mobilität angeboten. Durch dieses Zusammenspiel nationaler und globaler Vorhaben soll eine stärkere Berücksichtigung globaler Fragen – wie im Falle des Klimaschutzes – bei der lokalen Stadt- und Verkehrsplanung gefördert werden.

Ein weiteres Beispiel ist Indien, einer der weltweit größten Emittenten von Treibhausgasen. Das Land steht gerade erst am Anfang des Urbanisierungsbooms, hat aber bereits mit einem enormen Bevölkerungswachstum und einer sehr hohen Motorisierungsrate zu kämpfen. In der Hafenstadt Kochi finanziert die KfW im Auftrag der Bundesregierung ein integriertes Wassertransportsystem. Dabei werden nicht nur die vielen Inseln der Stadt durch energieeffiziente Fähren verbunden, sondern auch deren Fahrplan und Streckennetz mit den ebenfalls neu gebauten U-Bahn und Buslinien abgestimmt. Dies ermöglicht den Bürgern der Stadt einen verbesserten Zugang zu Arbeitsplätzen, Bildung und Gesundheitsdienstleistungen und mindert zudem die Umweltbelastung.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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