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Arbeitsfeld

Globale Partnerschaft für Klimaschutz und Klimaanpassung

Eine Solaranlage in Bangladesch. Mit dem gewonnenen Strom werden Wasserpumpen betrieben, mit denen Felder bewässert werden.

Die nationalen Klimabeiträge (auf Englisch: Nationally Determined Contributions, NDCs) bilden das Herzstück des Pariser Klimaabkommens. Die Vertragsstaaten formulieren durch sie ihre Emissionsminderungs- und Anpassungsziele bis zum Jahr 2030. Sie sollen ab 2020 alle fünf Jahre überprüft und aktualisiert werden.

Die Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen, die in den vorliegenden NDCs geplant sind, reichen noch nicht aus, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zur Begrenzung des Temperaturanstieges zu erreichen. Daher ist es entscheidend, dass die aktuellen NDCs nicht nur zügig umgesetzt, sondern durch die geplanten regelmäßigen Aktualisierungen schrittweise ehrgeiziger formuliert werden.

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind immer an praktische Themen wie Energie- oder Wasserversorgung gebunden. Um die Umsetzung der NDCs möglich zu machen, ist eine "Übersetzung" ihrer Ziele in konkrete Politikansätze, Regelwerke, Staatshaushalte und Investitionspläne notwendig. Dabei wird es entscheidend sein, die Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel nicht isoliert zu planen, sondern so, dass alle anstehenden Investitionen klimasensibel ausgerichtet werden. Ferner werden zusätzliche Investitionen in Klimamaßnahmen die nachhaltige Entwicklung insgesamt vorabringen und somit die Lebensbedingungen der Menschen verbessern.

Um die Umsetzung der NDCs Hand in Hand mit der Verwirklichung der Entwicklungsziele der Agenda 2030 zu unterstützen, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), der marokkanischen Regierung und der Forschungseinrichtung World Resources Institute (WRI) eine globale "NDC-Partnerschaft" initiiert. Sie wurde im November 2016 auf der Klimakonferenz in Marrakesch, Marokko, gegründet. Deutschland und Marokko nehmen gemeinsam den Vorsitz in der Partnerschaft wahr.

Infografik: Globale Partnerschaft zur Umsetzung der Nationalen Klimabeiträge (NDCs)
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Infografik: Globale Partnerschaft zur Umsetzung der Nationalen Klimabeiträge (NDCs)


Die NDC-Partnerschaft auf einem Blick

Die Partnerschaft besteht aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern und steht allen Ländern offen, die die Zielsetzungen und Prinzipien der Partnerschaft unterstützen. Außerdem gehören der Partnerschaft Regionalorganisationen, verschiedene UN-Institutionen sowie multilaterale Entwicklungsbanken an. Bis September 2017 ist die Mitgliedschaft bereits auf 70 Länder und internationale Organisationen angewachsen.

Unterstützt wird die Partnerschaft von einem Sekretariat ("Support Unit") mit Sitz beim WRI in Washington D.C. sowie beim Sekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC-Sekretariat) in Bonn.

Ziel der Partnerschaft ist es, die Mitgliedsländer besser in die Lage zu versetzen, ihre Klima- und Entwicklungsziele zusammenzuführen und mithilfe bi- und multilateraler Entwicklungsprogramme koordiniert umzusetzen.

Dabei soll der praktische Austausch von Erfahrungen zwischen den Ländern gestärkt werden, sodass erfolgreiche Ansätze sich schnell verbreiten und Misserfolge nicht wiederholt werden müssen. Die Partnerschaft engagiert sich dabei in drei Bereichen:

  1. Zugang zu technischer Unterstützung für die NDC-Umsetzung verbessern
  2. Zugang zu Finanzierung bei der NDC-Umsetzung erleichtern
  3. Wissensmanagement durch Verbreitung von Analyse- und Beratungsinstrumenten stärken

Die Partnerschaft soll vor allem die Koordination und Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Klima- und Entwicklungsbereich verbessern. Dazu fördert sie den Austausch in den einzelnen Ländern und auf internationaler Ebene.


Prozess der NDC-Unterstützung in Mitgliedsländern

Tritt ein Land der NDC-Partnerschaft bei, kann es bei deren Sekretariat Unterstützung für die Umsetzung seiner NDCs anfragen. Im nächsten Schritt ermittelt das Mitgliedsland gemeinsam mit Gebern, Entwicklungsbanken und Durchführungsorganisationen vor Ort seinen konkreten Unterstützungsbedarf. Nichtstaatliche Partner wie NGOs und Wissenschaft sollen ebenfalls eingebunden werden.

Basierend auf einem detaillierten Arbeitsplan passen die Entwicklungspartner ihre laufenden Unterstützungsprogramme an und planen zusätzlich Maßnahmen. Dabei kann es sich zum Beispiel um technische Beratung und Prozessbegleitung oder um Kapazitätsaufbau, aber auch um Infrastrukturmaßnahmen handeln, welche die NDC-Umsetzung vorantreiben.

Ein Unterstützungsprozess im Rahmen der NDC-Partnerschaft wird durch einen kontinuierlichen Wissens- und Erfahrungsaustausch begleitet, um daraus lernen und Ergebnisse mit den Partnern teilen zu können.


NDC-Unterstützung in der Praxis – Beispiele

In Pakistan arbeitet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des BMZ mit der Regierung zusammen, um einen Arbeitsplan zur NDC-Umsetzung zu entwickeln, Klimaziele für einzelne Sektoren zu identifizieren, sowie eine nationale Behörde zum Klimawandel aufzubauen.

In Mali wird zusätzlich zur Entwicklung eines NDC-Umsetzungsplans auch die Investitionsplanung gefördert. Laufende Aktivitäten in Peru fokussieren sich darauf, Beratungsangebote zur Klimafinanzierung aufeinander abzustimmen.

In der Republik Fidschi unterstützt das BMZ im Rahmen der NDC-Partnerschaft die Ausweitung des fidschianischen NDCs auf Bereiche jenseits des Energiesektors, auf den es bisher konzentriert war; der BMZ-Beitrag ermöglicht dies konkret für den Forstsektor.


Engagement des BMZ

Das BMZ bringt sein gesamtes klimarelevantes Engagement in die Länderarbeit der NDC-Partnerschaft ein. Dafür richtet es seine Klima- und klimarelevante Entwicklungsfinanzierung in den Mitgliedsländern der Partnerschaft an den Koordinierungsprozessen der NDC-Partnerschaft aus.

Zusätzliche gezielte Beratungsmaßnahmen im Rahmen der NDC-Partnerschaft finanziert das BMZ über globale und bilaterale Vorhaben der GIZ sowie internationale Organisationen wie die Weltbankgruppe, das World Resources Institute (WRI) und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). So unterstützt das UNDP beispielsweise Konsultationsprozesse zur NDC-Umsetzung von staatlichen und nichtstaatlichen, nationalen und internationalen Akteuren in den Partnerländern.

Die Weltbank bereitet mit BMZ-Unterstützung Investitionsvorhaben zur NDC-Umsetzung vor und mobilisiert insbesondere die Finanzministerien der Partnerländer für entsprechende Anstrengungen. Das WRI unterstützt sowohl die Länderarbeit als auch den globalen Wissensaustausch mit Analysen und Beratung.

Darüber hinaus sichert die Bundesregierung (BMZ und BMUB) die Grundfinanzierung für das Sekretariat der Partnerschaft.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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