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Arbeitsfeld

Meere und Klima

Fischerboote am Strand von Nouakchott, Mauretanien

Der Klimawandel führt zu einer Erwärmung und Versauerung der Ozeane sowie zum Anstieg des Meeresspiegels. Im 21. Jahrhundert werden sich die Ozeane weiter erwärmen, die stärkste Temperaturerhöhung wird für die Meeresoberfläche in tropischen und subtropischen Regionen vorausgesagt. Durch diese Erwärmung reduziert sich der Sauerstoffgehalt des Wassers, das Auftreten sogenannter Todeszonen mit sehr niedrigem Sauerstoffgehalt nimmt zu.

Die Erwärmung der Ozeane führt aber auch zu einer Ausdehnung des Wassers und damit zum Anstieg des Meeresspiegels. Zusätzlich trägt das Abschmelzen von Gletschern in Folge des Klimawandels zu diesem Anstieg bei. Bereits im 20. Jahrhundert hat sich der Meeresspiegel um etwa 20 Zentimeter erhöht – und die Rate dieses Anstiegs nimmt stetig zu. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird darum bei einer Fortsetzung der Treibhausgas-Emissionen auf gegenwärtig hohem Niveau ein Anstieg um bis zu einen Meter erwartet. Dieser Anstieg des Meeresspiegels kann nur durch eine massive und baldige Senkung der Emissionen gedrosselt werden.

Die Ozeane erfüllen wichtige klimaregulierende Funktionen. Sie geben große Mengen Sauerstoff in die Atmosphäre ab und binden einen erheblichen Teil der vom Menschen produzierten Kohlendioxid-Emissionen. Darüber hinaus nehmen Küstenökosysteme wie die Mangrovenwälder im Gezeitenbereich tropischer Küsten drei- bis fünfmal mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und binden es als rein terrestrische Waldökosysteme. Mangroven schützen außerdem vor Überflutungen und Küstenerosion und haben daher eine wichtige Funktion bei der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. Dennoch wurden seit Mitte des 20. Jahrhunderts weltweit fast die Hälfte der Mangrovenwälder zerstört, zum Beispiel durch Umwandlung zu Shrimp-Farmen.

Die Menschheit ist von funktionsfähigen Ökosystemen abhängig. Die Grundlage für diese Funktionsfähigkeit ist die biologische Vielfalt. Denn nur sie garantiert, dass Entwicklungs- und Anpassungsoptionen für die Ökosysteme aufrechterhalten werden. Diese Anpassungsoptionen sind dringend notwendig angesichts des Klimawandels, der wiederum erheblichen Druck auf die Anpassungsfähigkeiten und Anpassungsmöglichkeiten der Organismen ausübt.

Der globale Klimawandel belastet das Ökosystem Meer. Die durch den Klimawandel bedingte Erwärmung und Versauerung der Meere belastet empfindliche Ökosysteme wie Korallenriffe, bedroht den Fortbestand von Schalentieren und kann die Kohlendioxid-Bindungskapazität des Meeres negativ beeinflussen. Die zu erwartenden Verluste beim Fischfang aufgrund der Ozeanerwärmung werden auf 6 bis 15 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt.

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 wird dem Meeresschutz eine wichtige Rolle zuerkannt. Die gesamte Tragweite der Bedrohung der Ozeane durch den Klimawandel ist jedoch bei Weitem noch nicht genügend erforscht. Daher lässt sich heute zum Beispiel noch nicht genau absehen, was es für das Gesamtökosystem bedeutet, wenn bestimmte Arten verschwinden. Eine verstärkte wissenschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen ist dringend erforderlich.

Das Thema Meeresschutz ist inzwischen deutlich in den Fokus der internationalen Politik gerückt und in globale und regionale Abkommen aufgenommen worden. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat dem Meeresschutz ein eigenes Ziel, SDG14, gewidmet. Der Schutz und die nachhaltige Nutzung des Meeres- und Küstenbereichs sind eine globale Herausforderung. Es bedarf integrierter Ansätze, auch mit Initiativen des Klimaschutzes, um hier die Ziele nachhaltiger Entwicklung effektiv zu erreichen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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