Hauptinhalt

Deutsches Engagement

Meere schützen und nachhaltig nutzen

Welle im Atlantik

Mehr als zwei Drittel der Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind Insel- oder Küstenstaaten. Schon heute lebt deutlich über die Hälfte der Weltbevölkerung in Küstenregionen, 2020 werden es voraussichtlich knapp zwei Drittel sein. Mit dem 2016 aufgelegten Zehn-Punkte-Aktionsplan "Meeresschutz und nachhaltige Fischerei" verstärkt das BMZ sein Engagement, um Meere und Küstenlebensräume für zukünftige Generationen zu bewahren und sie nachhaltig nutzen zu können.

Die programmatischen Prioritäten des deutschen Engagements sind Meeres- und Küstenschutzgebiete zum Erhalt von biologischer Vielfalt und Ökosystemleistungen, eine nachhaltige Meeresnutzung zur Ernährungssicherung, eine Reduzierung der Meeresverschmutzung sowie die Unterstützung der Anpassung an den Klimawandel zum Schutz der Menschen in Küstenregionen.

Aktuell tragen Vorhaben mit einem Mittelvolumen von über 400 Millionen Euro zur Umsetzung des 10-Punkte-Aktionsplans bei.

Mehr und besser verwaltete Meeres- und Küstenschutzgebiete

Bis 2020 wird das BMZ die Fläche der Meeresgebiete, deren Schutz es fördert, gegenüber 2015 vervielfachen. Dazu unterstützt das BMZ die Ausweisung neuer Schutzgebiete, stärkt die Verwaltungen der Schutzgebiete und verbessert ihre Absicherung durch nachhaltige Finanzierungsinstrumente.

Ein wichtiges Anliegen ist es dabei, den Ausgleich der Interessen von Schutz und Nutzung sowie die ausreichende Berücksichtigung der Rechte und Bedürfnisse von Frauen und Mädchen, indigenen und lokalen Gemeinschaften und von armen und besonders gefährdeten Menschen sicherzustellen.

Das BMZ trägt damit dazu bei, das im Rahmen der Konvention über die biologische Vielfalt und der Agenda 2030 vereinbarte Ziel zu erreichen, bis 2020 weltweit mindestens 10 Prozent der Meeresgebiete effektiv zu schützen. Derzeit stehen erst 5,3 Prozent unter Schutz.


Der "Blue Action Fund" – ein Stiftungsfonds für die Meere

Um marine Schutzgebietsnetzwerke zu etablieren und ihre Verwaltung nachhaltig finanziell abzusichern, hat das BMZ Ende 2016 in Kooperation mit der KfW Entwicklungsbank den "Blue Action Fund" gegründet und mit einem Stiftungskapital von 24 Millionen Euro ausgestattet. Im September 2017 hat sich Schweden dem Fonds angeschlossen.

Der Blue Action Fund unterstützt nationale und internationale Nichtregierungsorganisationen bei ihrer Arbeit im Küsten- und Meeresschutz und fördert

  • den Schutz mariner Biodiversität durch das Ausweisen neuer und ein besseres Management bestehender Schutzgebiete, sowie
  • die nachhaltige Nutzung mariner Biodiversität bei Fischerei, Aquakultur und Tourismus.

Nachhaltige Meeresnutzung zur Ernährungssicherung

Weltweit werden 17 Prozent des Bedarfs an tierischen Proteinen durch Fischeiweiß gedeckt, in Entwicklungsländern liegt der Anteil häufig deutlich höher. 90 Prozent der globalen Fischbestände sind jedoch bereits überfischt oder bis an ihre Grenzen befischt. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere werden diese Situation noch verschärfen, besonders in Entwicklungsländern. Die zu erwartenden Verluste beim Fischfang aufgrund der Ozeanerwärmung werden auf 6 bis 15 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt, sie treten insbesondere in tropischen Gewässern auf.

Das BMZ fördert nachhaltige handwerkliche Fischerei und Aquakultur sowie die nachhaltige und sozial verantwortliche Verarbeitung und Vermarktung von Fisch. Auch die Bekämpfung von illegaler, ungemeldeter und unregulierter Fischerei gehört zum BMZ-Engagement.


Unterstützung der Anpassung an den Klimawandel

Der Klimawandel führt unter anderem zu häufigeren und heftigeren Stürmen und Überflutungen, zur stärkeren Versalzung von Böden und zum Anstieg des Meeresspiegels. Über 600 Millionen Menschen leben in niedrig gelegenen Küstenzonen und sind von diesen Effekten unmittelbar betroffen. Frühwarnsysteme sind ein effektives Mittel, um daraus entstehende Schäden für die Bevölkerung und die Infrastruktur zu verringern.Das BMZ hilft mit Unterstützung der Wissenschaft, solche Frühwarnsysteme im Verbund mit Küstenschutz- und Stadtentwicklungsvorhaben auszubauen und die Integration von Hochwasserschutz und Katastrophenvorsorge in die Entwicklungsplanung voranzutreiben.

Gesunde Mangrovenökosysteme können Flutwellen abbremsen und somit die negativen Auswirkungen von Stürmen und steigendem Meeresspiegel verringern. Küstennahe Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern sind auf intakte Mangrovenökosysteme angewiesen. Mangroven tragen gleichzeitig als Kohlendioxid-Speicher zur Minderung des Klimawandels bei.


"Save our Mangroves now!"

Das BMZ hat gemeinsam mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) und der Weltnaturschutzunion (IUCN) die Initiative "Save our Mangroves now!" ins Leben gerufen.

Die Initiative stellt sich gegen den weltweit fortschreitenden Verlust von Mangroven. Dazu sollen erfolgreiche Mangrovenschutz- und Aufforstungsmaßnahmen gestärkt und mehr Bewusstsein über die zentrale Bedeutung von Mangroven in der internationalen Gemeinschaft geschaffen werden.


Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen