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Klimarisikoversicherungen

InsuResilience Global Partnership: Eine globale Partnerschaft im Rahmen der G20 und der V20

Sturmschäden auf der Karibikinsel Dominica nach dem Hurrikan "Maria" im September 2017

Während der deutschen G20-Präsidentschaft nahm das Thema Klimarisikofinanzierung und Versicherungen einen prominenten Platz auf der Agenda der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer ein. Zentrales Anliegen des beim G20-Gipfel Anfang Juli 2017 in Hamburg verabschiedeten Aktionsplans für Klima und Energie ist die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der ärmsten und gefährdetsten Menschen. Dazu gehört auch der weitere Ausbau von Finanzierungs- und Versicherungslösungen gegen Klimarisiken.

Die G20-Staaten befürworteten deshalb die Gründung einer "Globalen Partnerschaft für Finanzierungs- und Versicherungslösungen für Klima- und Katastrophenrisiken", die auf InsuResilience aufbauen soll. Gleichzeitig hat die V20, die Gruppe der 49 verwundbarsten Entwicklungsländer, ihr Interesse einer verstärkten Zusammenarbeit mit den G20 geäußert.

Im Rahmen der COP23, der UN-Klimakonferenz 2017 in Bonn, hat deshalb das BMZ gemeinsam mit der fidschianischen COP23-Präsidentschaft, Äthiopien, das derzeitig die V20-Präsidentschaft innehat, der Weltbank und Großbritannien offiziell die Globale Partnerschaft für Finanzierungs- und Versicherungslösungen für Klima- und Katastrophenrisiken gestartet – die InsuResilience Global Partnership. Das BMZ unterstützt die Partnerschaft mit 110 Millionen Euro, auch Großbritannien steuert signifikante Finanzierung bei.

Dazu der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn: "Entwicklungsländer leiden besonders stark unter den Folgen des Klimawandels, obwohl sie am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen haben. In vielen Entwicklungsländern können Extremwetterereignisse ganze Existenzen bedrohen. Mit der Partnerschaft bringen wir Vertreter der ärmsten und verwundbarsten Länder der Welt und die wirtschaftlich starke G20 erstmalig an einen Tisch. Gemeinsam können wir arme Menschen noch besser gegen die Auswirkungen des Klimawandels schützen."

Ziel der neuen globalen Partnerschaft ist zum einen, Regierungen durch Risikofinanzierungs- und Versicherungslösungen in die Lage zu versetzen, schneller und gezielter nach einer Naturkatastrophe reagieren zu können und Folgekosten zu minimieren. Zum anderen sollen die Regierungen mit den richtigen Anreizen dabei unterstützt werden, sich besser auf die vom Klimawandel und Naturkatastrophen ausgehenden Risiken vorzubereiten, indem beispielsweise Saatgutvorräte angelegt oder Notfallpläne erstellt werden.

Dafür sollen Expertise und Erfahrungen aller wichtigen Akteure unter dem Dach der Globalen Partnerschaft gebündelt werden. Die Partnerschaft bringt deshalb Vertreter aus Entwicklungs- und Industrieländern, internationalen Organisationen und Entwicklungsbanken, dem Privatsektor, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zusammen. Gemeinsam werden sie Ansätze zur finanziellen Absicherung von Klima- und Naturkatastrophenrisiken entwickeln und umsetzen – zugeschnitten auf landesspezifische Bedürfnisse und Herausforderungen der besonders armen Bevölkerung.

Mit der Partnerschaft wird InsuResilience auf eine breitere Basis gestellt: Angestrebt wird, über das InsuResilience-Ziel von 400 Millionen versicherten Menschen bis 2020 hinaus die Resilienz der Länder insgesamt zu stärken und die Schutzlücke weiter zu schließen.

Umgesetzt wird die Globale Partnerschaft zum einen durch das "Partnership Forum" zum Aufbau eines Expertennetzwerks und zum Erfahrungsaustausch und zum anderen durch die "Programme Alliance" zur Finanzierung und Beratung von Entwicklungsländern und zur Koordinierung der Geberprogramme.

Mehr als 30 Partner wie Nationalstaaten, internationale und zivilgesellschaftliche Organisationen, Vertreter aus Privatwirtschaft und Wissenschaft, Durchführungsorganisationen, Initiativen und Programme haben sich der InsuResilience Global Partnership bereits angeschlossen. Mehr dazu finden Sie im "Joint Statement InsuResilience Global Partnership" hier (PDF 362 KB, englisch).

Lexikon der Entwicklungspolitik

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