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Deutsches Engagement

Umfassendes Klimarisikomanagement fördern

Monsunzeit in Bangladesch

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit engagiert sich seit langem weltweit für ein umfassendes Klimarisikomanagement, um so den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels entgegenzutreten. Das BMZ setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur Naturkatastrophen und extreme Wetterereignisse, sondern auch schleichende Veränderungen, wie den Anstieg des Meeresspiegels, berücksichtigt.

Umfassendes Klimarisikomanagement ist kein starrer Prozess zur Umsetzung von Einzelmaßnahmen. Vielmehr handelt es sich um die gezielte Kombination von Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasen, von vorbeugenden Maßnahmen zum Umgang mit Klima- beziehungsweise Katastrophenrisiken im Rahmen des Katastrophenrisikomanagements sowie von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Prävention und Anpassung

Bei der Risikobewertung werden Sektoren, die durch den Klimawandel besonders gefährdet sind, zum Beispiel Landwirtschaft, Fischerei oder der Wassersektor, untersucht, um potenzielle ökonomische und (nicht-)ökonomische Kosten abschätzen zu können. Weiterhin schließt Klimarisikomanagement auch vorbeugende Maßnahmen des Katastrophenrisikomanagements ein, wie zum Beispiel angepasste, risikosensitive Bau- und Landnutzungsplanung, eine "klimaresiliente" Infrastruktur, den Auf- und Ausbau von Frühwarnsystemen sowie die Erstellung von Notfallplänen.

Durch Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, wie den Anbau von Mangroven, können küstennahe Gemeinden und landwirtschaftliche Nutzflächen vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels geschützt werden.

Zu Anpassungsmaßnahmen können auch Umsiedlungsmaßnahmen für betroffene Personen gehören. Für verbleibende Restrisiken werden Risikotransfermechanismen, wie zum Beispiel Klimarisikoversicherungen, entwickelt.


Umgang mit Katastrophenrisiken

Einwohner von Soroti, Uganda, helfen einer alten Frau, eine überschwemmte Brücke zu überqueren.

Selbst durch gute Prävention lassen sich Schäden durch extreme Wetterereignisse oder schleichende Veränderungen, wie zunehmende Wasserknappheit oder überflutete Küstengebiete, nicht vollständig verhindern. Daher beinhaltet ein umfassendes Klimarisikomanagement auch Antworten auf den Ernstfall. Dazu zählen Klimarisikoversicherungen, die finanziellen Schutz gegen die negativen Folgen von extremen Wetterereignissen bieten, die durch den Klimawandel immer häufiger und intensiver werden.

Bei direkten Versicherungen sichern sich Privatpersonen oder kleine Unternehmen gegen Risiken wie etwa Ernteausfälle und Viehverluste ab. Im Schadensfall erhalten die Betroffenen direkt Hilfe. Bei indirekten Versicherungen sind es Staaten, die sich in sogenannten Risikopools gegenseitig gegen Klimarisiken absichern. Im Schadensfall erhalten sie schnell Auszahlungen, die sie an die betroffene Bevölkerung weiterleiten.

Das BMZ engagiert sich in verschiedenen Partnerländern und Regionen bei der Begleitung von Maßnahmen zur Durchführung von Klimarisikobewertung und -management. Neue Methoden der Risikobewertung werden dabei weiterentwickelt und getestet. Diese ermöglichen den Partnerländern, auf Basis besserer Entscheidungsgrundlagen zu handeln und notwendige Maßnahmen einzuleiten, um ihre Widerstandskraft gegenüber dem Klimawandel nachhaltig zu stärken. Die Anpassungsplanung in Partnerländern unterstützt das BMZ über Kapazitätsaufbau und Beratungsleistungen.


Internationale Kooperation

Darüber hinaus unterstützt Deutschland auch relevante internationale Prozesse:

Das BMZ ist aktiv in die Arbeit des Warschau-Mechanismus (Warsaw International Mechanism for Loss and Damage Associated with Climate Change Impacts, WIM) involviert und in seinem Exekutivkomitee (ExCom) vertreten. Das WIM ExCom wurde während der 19. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (COP19) in Warschau, Polen gegründet. Der WIM beabsichtigt, die "Implementierung von Ansätzen zum Umgang mit klimawandelbedingten Schäden und Verlusten in einer umfassenden, integrativen und kohärenten Art" voranzubringen.

Das BMZ unterstützt im Rahmen der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit die Umsetzung des Sendai-Frameworks for Disaster Risk Reduction sowohl auf der politischen Ebene, als auch über bilaterale und globale Vorhaben des Katastrophenrisikomanagements im Rahmen der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit.

Im Bereich Anpassung an den Klimawandel unterstützt das BMZ das NAP (National Adaptation Plan) Global Network (NAP GP), das neben der Koordinierung von Unterstützungsmaßnahmen auch den internationalen Austausch und das gemeinsame Lernen zum Themenbereich fördert.


Weitere Informationen

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Der Klimawandel ist in Bangladesch bereits deutlich spürbar. Deutschland unterstützt das Land gemeinsam mit der Asiatischen Entwicklungsbank dabei, die Folgen des Klimawandels zu mildern, zum Beispiel durch den Bau von Brücken, Dämmen und Uferbefestigungen.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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