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Energie und Klima

Ulan Bator, Mongolei: Neubausiedlung mit Solaranlage zur Wassererwärmung. Im Hintergrund ein Kohlekraftwerk.

Die Sektoren Klima und Energie sind eng miteinander verzahnt. Das Energieziel (SDG 7) der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sieht vor, den allgemeinen Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen bis 2030 zu sichern, den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix bis dahin deutlich zu erhöhen und die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz bis zu diesem Zeitpunkt zu verdoppeln.

Der Zugang zu Energie ist Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und Armutsminderung und bildet die Basis für eine gute Bildung und Gesundheitsversorgung.

Private Haushalte und öffentliche Einrichtungen sind auf eine verlässliche und erschwingliche Energieversorgung angewiesen, um beispielsweise Essen zuzubereiten, Wohnungen und Schulen zu heizen, Krankenhäuser zu betreiben und sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Unternehmen benötigen ebenfalls verlässlich Energie, um Güter herzustellen, zu lagern und zu transportieren und um Dienstleistungen anbieten zu können. Auch in der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie wird Energie gebraucht.

Allerdings ist das Klimaziel (SDG 13) der Agenda 2030 nur zu erreichen, wenn die Welt konsequent auf erneuerbare Energien umsteuert und die Energieeffizienz deutlich steigert. Deshalb gilt auch im Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 Energie als ein zentraler Baustein, um die Erderwärmung zu begrenzen. Entsprechend haben mehr als 90 Prozent der Staaten in ihren nationalen Klimabeiträgen (Nationally Determined Contributions, NDCs) Maßnahmen im Energiesektor angekündigt.

Ungefähr zwei Drittel aller klimaschädlichen Treibhausgase kommen aus dem Energiesektor. Sie entstehen zum Beispiel bei der Stromproduktion, beim Heizen oder Kühlen von Gebäuden oder beim Transport. Zugleich steigt die globale Energienachfrage rasant: Der weltweite Bedarf an Primärenergie wird sich nach Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) bis zum Jahr 2040 um ein Drittel erhöhen.

Infografik zum Thema "Energie und Klima"

Deutsches Engagement

Um Haushalte, staatliche Einrichtungen und Unternehmen mit bedarfsgerechter Energie zu versorgen und gleichzeitig die Erderwärmung langfristig zu begrenzen, muss der Energiesektor transformiert werden. Damit das gelingt, braucht es viel mehr erneuerbare Energien im Energiemix als bisher.

Darum unterstützt das BMZ rund 50 Partnerländer auf dem Weg zu klimafreundlicher Energie, in 23 davon bildet Energie einen besonderen Schwerpunkt der Zusammenarbeit. Allein im Jahr 2017 stellte Deutschland über zwei Milliarden Euro für erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Entwicklungs- und Schwellenländern bereit. Damit ist Energie, gemessen am Fördervolumen, einer der größten Einzelposten in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit – mit steigender Tendenz.

So hat Deutschland beispielsweise als führender Geber des Programms "Energising Development" (EnDev) mit dafür gesorgt, den Zugang zu Strom und moderner Kochenergie in 25 Partnerländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens zu verbessern. Seit 2005 hat EnDev 19,2 Millionen Menschen, 21.900 soziale Einrichtungen und 41.300 kleine Unternehmen beim Zugang zu erneuerbarer Energie unterstützt.

Solaranlage in Namibia

Grüne Bürgerenergie für Afrika

Auf dem afrikanischen Kontinent ist das Potenzial erneuerbarer Energien besonders groß: Die Wasserkraft zum Beispiel ist dort erst zu rund zehn Prozent ausgeschöpft. Auch Sonnenenergie ist ein Schlüssel zur Entwicklung Afrikas; Erdwärme bietet ebenfalls große Chancen.

Dennoch haben in Afrika noch rund 620 Millionen Menschen keinen hinreichenden Zugang zu Energie. Besonders die Bevölkerung in ländlichen Regionen kann nicht auf den Anschluss an ein nationales Stromnetz warten. Hier setzt die BMZ-Initiative "Grüne Bürgerenergie für Afrika" an. Sie wird dazu beitragen, mit Hilfe von Genossenschaften, Kommunen und privatwirtschaftlichen Investoren eine dezentrale Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien aufzubauen.

Die Entwicklungszusammenarbeit greift dabei auch auf Erfahrungen aus Deutschland zurück. Auch hier hat die Elektrifizierung nicht mit dem Bau von Großkraftwerken und Stromtrassen begonnen. Treiber waren vielmehr Energiegenossenschaften; mittlerweile sind sie das Rückgrat der Energiewende: Die meisten deutschen Windräder, Solaranlagen und Biomasse-Kraftwerke gehören heute Genossenschaften, Einzelpersonen oder Kommunen. 180.000 Menschen in Deutschland engagieren sich in 850 Projekten für erneuerbare Energien. Diesen großen Erfahrungsschatz will die Entwicklungszusammenarbeit auch in ihren Partnerländern nutzen.

"Grüne Bürgerenergie für Afrika" ergänzt die bisherige deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf regionaler und nationaler Ebene. Denn nur mit einem integrierten Ansatz, der das Potenzial auf lokaler Ebene mit übergeordneten Fragen der Energieinfrastruktur verbindet, werden alle Menschen Afrikas von grüner Energie und nachhaltiger Entwicklung profitieren können.

Energiebedarf und Klimaschutz in Einklang bringen

Rohstoffreiche Entwicklungs- und Schwellenländer mit großen Vorkommen an fossilen Brennstoffen (Erdöl, Erdgas und Kohle) nutzen diese – neben dem Export – oft auch selbst, um ihre steigende Nachfrage nach Energie zu decken. Hier gilt es ebenfalls, nachhaltige und bedarfsgerechte Alternativen für Haushalte, soziale Einrichtungen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie die Industrie zu schaffen. Denn nur durch eine Transformation des Energiesektors hin zu erneuerbaren Energien kann die einseitige Abhängigkeit von fossilen Energieträgern beendet, können Energie- und Klimaziele in Einklang gebracht werden.

Um das SDG 12 (Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen) der Agenda 2030 zu erreichen, muss der Einsatz fossiler Energieträger beim Aufbau neuer Energiesysteme weitgehend vermieden werden. Zudem müssen bestehende Energiesysteme so umgewandelt werden, dass sie dem Endverbraucher zuverlässig, bedarfsgerecht und erschwinglich einen möglichst hohen Anteil an erneuerbaren Energien liefern.

Forscher am Energieforschungszentrum (Centre of Research in Energy and Energy Conservation) an der Universität Makerere in Kampala, Uganda. Hier testen die Forscher die Energieeffizienz von Holzfeueröfen.

Bedarfsgerechte, verlässliche und nachhaltige Energie für alle

Deutschland unterstützt insbesondere Ansätze, die das gesamte Energiesystem eines Partnerlandes betrachten und den Dreiklang aus erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Zugang zu nachhaltiger Energie fördern. Mit Hilfe von erneuerbaren Energie- und Energieeffizienztechnologien soll Energiearmut gemindert und eine "Dekarbonisierung" des Energiesektors erreicht werden.

Im Fokus der Zusammenarbeit steht dabei eine bedarfsgerechte, verlässliche und nachhaltige Energieversorgung für alle. Dies bedeutet, nachhaltige Energie ist zur richtigen Zeit und am richtigen Ort in der entsprechenden Menge und Qualität erhältlich.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit bietet maßgeschneiderte Lösungen, um Energiezugang zu schaffen und zu verbessern, und zwar auf Haushaltsniveau, für soziale Einrichtungen, kleine und mittelständische Unternehmen. Auch der höhere Energiebedarf in der Industrie spielt dabei eine Rolle. Dafür unterstützt Deutschland seine Partner dabei, die erforderlichen administrativen, legislativen, politischen und finanziellen Voraussetzungen zu schaffen. Das entspricht einerseits dem Bedarf der Partnerländer nach mehr Energie und senkt zugleich den Ausstoß an Treibhausgasen.

Dabei greift das BMZ auch auf Erfahrungen aus der deutschen Energiewende zurück: Welche Techniken haben sich bewährt? Wie sollten rechtliche Rahmenbedingungen aussehen? Welche Faktoren führen zum Erfolg oder eben gerade nicht? Solche Erkenntnisse sind auch anderswo gefragt.

Mitarbeiter der Solarkraftanlage in Ouarzazate, dem zurzeit größten Solarkraftwerk der Welt
Bilaterales Engagement

Den Wechsel zu nachhaltiger Energie begleiten

Durch bilaterale Zusammenarbeit unterstützt das BMZ seine Partner dabei, förderliche Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Energieversorgung zu schaffen und den Markt für erneuerbare Energien und Energieeffizienzprodukte zu öffnen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit berät zu neuen Gesetzen, Strategien, Einspeisetarifen, Steuersätzen und Subventionsreformen. Sie hilft beim Aufbau von Energieagenturen und schult lokale Fachkräfte. Sie sensibilisiert durch Aufklärungskampagnen und stärkt den Dialog zwischen Regierungsvertretern, Unternehmen und der Zivilgesellschaft.

Damit der Markt für nachhaltige Energie in Gang kommt, stellt das BMZ zahlreichen Ländern neben Know-how auch Kapital zur Verfügung. So werden zum Beispiel über nationale Entwicklungsbanken Kreditlinien für klimafreundliche Produkte aufgelegt. Die Gelder fließen etwa in energieeffiziente Haushaltsgeräte in Mexiko oder energiesparende Neubauten in Indien und verschiedenen Ländern Osteuropas. Da die Banken in vielen Ländern bei der Kreditvergabe für erneuerbare Energien oder Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz noch zögern, können solche Kreditlinien einen entscheidenden Anreiz für den weiteren Ausbau schaffen.

Männer befüllen eine Biogasanlage im Grünen Innovationszentrum am Bukura Agricultural College in Kenia.

Potenziale in Entwicklungs- und Schwellenländern nutzen

Uganda

Versorgung abgelegener Gebiete

Strom aus erneuerbaren Quellen spielt außerdem eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Zugang zu Energie in ländlichen Regionen zu schaffen.

Unter anderem fördert Deutschland die Versorgung der abgelegenen West-Nile-Region Ugandas: Dort beziehen mittlerweile mehr als 60.000 Menschen und viele Unternehmen ihren gesamten Strom aus einem kleinen Wasserkraftwerk. Ein zweites ist in Planung.

Weitergeleitet wird der Strom über ein neues sogenanntes "Inselnetz", das mit deutschen Fördermitteln erheblich erweitert wurde. Das verbessert die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort und bringt die lokale Wirtschaft auf klimafreundliche Weise voran.

Wasserkraftwerk in Uganda
Marokko

Solarpark für 1,3 Millionen Menschen

Im marokkanischen Ouarzazate ist einer der größten Solarparks der Welt in Betrieb und wird kontinuierlich weiter ausgebaut. Am Ende soll die Anlage mindestens 1,3 Millionen Menschen mit klimafreundlichem Strom versorgen. Gegenüber konventioneller Stromerzeugung werden dadurch jährlich mindestens 800.000 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß vermieden.

Deutschland ist mit zinsverbilligten Darlehen in Höhe von mehr als 800 Millionen Euro der größte Unterstützer des Vorhabens. Zusätzlich werden Mittel des Fonds für saubere Technologie (Clean Technology Fund, CTF), der Afrikanischen Entwicklungsbank und weiterer Geber eingesetzt.

Das Solarkraftwerk in Ouarzazate in Marokko versorgt schon jetzt 350.000 Menschen mit sauberem Strom, schafft Arbeitsplätze und Unabhängigkeit von Energieimporten und schützt das Klima.
Indien

Grüne Energiekorridore

Deutschland unterstützt auch Indien dabei, seine ehrgeizigen Ausbauziele für erneuerbare Energien zu verwirklichen. Im Rahmen eines deutsch-indischen Energieprogramms werden die indischen Partner etwa zu der Frage beraten, wie die wachsenden Strommengen aus sauberen Energiequellen in das nationale Netz integriert werden können. Denn das größte Potenzial für erneuerbare Energie hat Indien abseits seiner wirtschaftlichen Zentren.

Der Strom muss also dorthin transportiert werden, wo er gebraucht wird. Dafür baut Indien – ebenfalls mit deutscher Unterstützung – sogenannte "grüne Korridore" kontinuierlich aus. Sie sollen die bisherigen Energienetze ergänzen und regionale Unterschiede ausgleichen.

Windräder in Indien
Brasilien

Energie aus Wind und Sonne

Brasilien hat ebenfalls ein riesiges und bisher noch nicht erschlossenes Potenzial für erneuerbare Energien aus Wind und Sonne und gleichzeitig eine steigende Nachfrage nach Energie. Allerdings ist das Ausbaupotenzial von Großwasserkraft, die traditionell den größten Anteil der Erneuerbaren in Brasilien ausmachte, in den vergangenen Jahren enorm zurückgegangen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt brasilianische Partner dabei, andere erneuerbare Quellen noch besser zu erschließen, indem sie zum Beispiel dabei hilft, ein Winddatensystem aufzubauen, um das Potenzial von Windenergie an unterschiedlichen Standorten besser einschätzen zu können. Weiterhin wurden mit deutscher Unterstützung Einspeiseregelungen für dezentral produzierten Strom auf den Weg gebracht.

Auch finanzierte Deutschland insgesamt neun Windparks mit einer Leistung von insgesamt 450 Megawatt. Das entspricht rund zehn Prozent der in Brasilien installierten Windkraft-Kapazität. Die Windparks sparen Kohlendioxid von insgesamt über acht Millionen Tonnen im Jahr ein.

Windenergiepark in Brasilien
Südafrika

Ausbau der Stromnetze

In Südafrika unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ebenfalls den Ausbau erneuerbarer Energien, indem sie dazu beiträgt, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu verbessern.

Zudem beteiligt sich Deutschland mit 400 Millionen Euro am Ausbau der Stromnetze und berät südafrikanische Akteure bei der Integration von Elektrizität aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz. Mittlerweile sind dort Anlagen für nachhaltigen Strom mit einer Gesamtleistung von über 3.900 Megawatt am Netz. Hinzu kommen Dach-Photovoltaik-Anlagen von insgesamt mehr als 300 Megawatt.

Solaranlage in Südafrika

Initiative für Erneuerbare Energien in Afrika

Deutschland unterstützt zusammen mit anderen Industrieländern die Initiative für Erneuerbare Energien in Afrika (Africa Renewable Energy Initiative, AREI). Diese wurde 2015 auf dem G7-Gipfel in Deutschland mit den afrikanischen Partnern auf den Weg gebracht und sechs Monate später auf der Weltklimakonferenz in Paris gegründet.

Die AREI ist eine rein afrikanisch geführte Initiative. Sie hat das Ziel, bis zum Jahr 2020 in Afrika zehn Gigawatt zusätzliche Leistung aus erneuerbaren Energiequellen zu installieren. Bis 2030 wird ein Ausbau dieser Stromerzeugungskapazitäten von insgesamt 300 Gigawatt angestrebt.

Die G7, Schweden, die Niederlande und die EU-Kommission haben auf der Weltklimakonferenz in Paris für den Zeitraum bis 2020 zehn Milliarden US-Dollar zur Förderung von erneuerbaren Energien in Afrika und damit zur Unterstützung der AREI-Ziele zugesagt. Sie soll im Rahmen der bereits existierenden bilateralen und multilateralen Zusammenarbeit erfolgen. Deutschland und Frankreich haben mit je drei Milliarden Euro die größten Summen angekündigt.

2016 war Deutschland mit 1,2 Milliarden Euro größter bilateraler Geber für erneuerbare Energien in Afrika. Diese Mittel wurden in den Ausbau klimafreundlicher Energiesysteme, in die Übertragung und Verteilung nachhaltig produzierten Stroms und in die technische Zusammenarbeit auf diesem Gebiet investiert. Derzeit unterstützt Deutschland über die bilaterale Zusammenarbeit Energievorhaben in mehr als 20 afrikanischen Ländern.

Logo: Initiative für Erneuerbare Energien in Afrika (Africa Renewable Energy Initiative, AREI)
Infografik: Initiative für Erneuerbare Energien in Afrika (AREI)
Multilaterales Engagement

Gemeinsam für eine nachhaltige Energiezukunft

Auch auf multilateraler Ebene setzt sich Deutschland für nachhaltige und klimafreundliche Energiesysteme ein. Besonderes Augenmerk gilt hier der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und Initiativen wie etwa der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (International Renewable Energy Agency, IRENA), dem Politiknetzwerk REN21 oder dem Energieunterstützungsprogramm der Weltbank (Energy Sector Management Assistance Program, ESMAP). Außerdem arbeitet Deutschland mit der SEforALL-Initiative (Sustainable Energy for All, deutsch: Nachhaltige Energie für alle) zusammen. Innerhalb der EU Energy Initiative (EUEI) koordinieren die europäischen Partner energie- und klimarelevante Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit.

Über GET.invest engagiert sich das BMZ für den Aufbau von Märkten für dezentrale erneuerbare Energien in Partnerländern. GET.invest unterstützt vor allem private Entwickler und Betreiber dezentraler Energieprojekte in schwierigen und innovativen Märkten. Das Programm konzentriert sich auf dem besseren Zugang zu Finanzierung – und beschleunigt damit Investitionen in derartige Projekte. In der Afrikanisch-Europäischen Energiepartnerschaft (Africa-EU Energy Partnership, AEEP) tauschen sich energiepolitische Akteure aus Afrika und Europa aus, um Herausforderungen im Energiesektor gemeinsam zu überwinden.

Eine wichtige Rolle spielt das Thema Energie zudem bei der Zusammenarbeit mit multilateralen Entwicklungsbanken. Das BMZ unterstützt die Ausrichtung ihrer Förderpolitik am Pariser Klimaabkommen. Demnach sollen internationale Finanzflüsse den Ausstoß von Treibhausgasen senken und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaänderungen erhöhen helfen.

Arbeiten an einer Windturbine
  • Das Azeba Krankenzentrum im Ganta Afeshum-Distrikt in Äthiopien erhielt mithilfe von EnDev verlässliche Stromversorgung durch ein Solarsystem. Seit der Elektrifizierung ist das Personal nicht mehr auf Paraffin oder Taschenlampen während der Abendstunden angewiesen. Die Zahl der vom medizinischen Personal begleiteten Geburten stieg von fünf pro Jahr auf über zweihundert.
    Zusammenarbeit konkret

    Energising Development: Zugang zu Energie für Millionen

    "Energising Development" (EnDev) ist das größte sogenannte Globalvorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Es soll bis 2021 für insgesamt 21 Millionen Menschen Zugang zu moderner, klimafreundlicher und bezahlbarer Energie zu schaffen.

  • Übersicht über das Erdwärmekraftwerk Olkaria, Kenia.
    Ostafrika: Zusammenarbeit konkret

    Klimafreundliche Energie aus der Erde

    Ostafrikas Stromzukunft liegt in der Erde: Das geothermische Potenzial entlang des ostafrikanischen Rift Valley ist riesig. Dennoch haben dort derzeit nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Strom.

  • Der Solarpark Soroti in Uganda
    Uganda: Zusammenarbeit konkret

    GET FIT fördert erneuerbare Energien

    Bis vor einigen Jahren hatte Uganda regelmäßig mit Stromengpässen zu kämpfen. Um der steigenden Nachfrage nach Strom auf klimafreundliche Weise gerecht zu werden, setzt die ugandische Regierung auf erneuerbare Energien.

  • Das Programm Energising Development fördert in Afrika die Verbreitung von Kleinstsolargeräten.
    Malawi: Zusammenarbeit konkret

    Solarbetriebene Lampen verbessern das Leben vieler Familien

    In Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt, sind nur zwölf Prozent der rund 18 Millionen Einwohner an ein Stromnetz angeschlossen. Die restliche Bevölkerung ist zum Kochen und Heizen auf Feuerholz, Holzkohle oder Pflanzenreste angewiesen.

  • Das Dorf Jalpa im Distrikt Khotang in Nepal wurde durch die Energiepartnerschaft Energising Development (EnDev) elektrifiziert.
    Nepal: Zusammenarbeit konkret

    Kleinwasserkraft verbessert das Leben in ländlichen Gebieten

    In Nepal hat etwa jeder fünfte Einwohner in ländlichen Regionen des Landes keinen Zugang zu Strom. Auch die Bewohner der Gemeinde Jalpa im Distrikt Khotang waren vor drei Jahren noch auf Kerosin und Feuerholz als Lichtquelle angewiesen.

  • Im Norden von Ruanda entsteht das Kleinwasserkraftwerk Rwaza.
    Ruanda: Zusammenarbeit konkret

    Rwaza-Kleinwasserkraftwerk liefert saubere Energie

    Während des Völkermordes in Ruanda, dem nach Schätzungen bis zu eine Million Menschen zum Opfer fielen, wurde dort 1994 auch ein Großteil der Infrastruktur zerstört. Die Anlagen für die Energieerzeugung und -versorgung waren davon stark betroffen.

Das Azeba Krankenzentrum im Ganta Afeshum-Distrikt in Äthiopien erhielt mithilfe von EnDev verlässliche Stromversorgung durch ein Solarsystem. Seit der Elektrifizierung ist das Personal nicht mehr auf Paraffin oder Taschenlampen während der Abendstunden angewiesen. Die Zahl der vom medizinischen Personal begleiteten Geburten stieg von fünf pro Jahr auf über zweihundert.
Zusammenarbeit konkret

Energising Development: Zugang zu Energie für Millionen

"Energising Development" (EnDev) ist das größte sogenannte Globalvorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Das BMZ als führender Geber hat sich zusammen mit den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien, der Schweiz und Schweden das Ziel gesetzt, über das Programm bis 2021 für insgesamt 21 Millionen Menschen Zugang zu moderner, klimafreundlicher und bezahlbarer Energie zu schaffen. Derzeit wird EnDev in 25 Staaten umgesetzt, der Fokus liegt auf den am wenigsten entwickelten Ländern in Afrika.

Bis Ende 2017 hat EnDev weltweit 19,2 Millionen Menschen, 21.900 sozialen Einrichtungen (wie zum Beispiel Gesundheitszentren und Schulen) und 41.300 kleinen Unternehmen Zugang zu moderner Energie ermöglicht.

Als Folge dieser Maßnahmen von EnDev werden jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid sowie weitere klima- und umweltschädliche Gase und Rußpartikel vermieden. Das entspricht dem jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß einer Stadt wie Potsdam oder dem Anpflanzen von 4,9 Millionen Bäumen.

EnDev unterstützt die Neugestaltung des Energiesektors der Partnerländer im Sinne einer globalen Energiewende. Erneuerbare Energien und Energieeffizienztechnologien sollen Energiearmut mindern und eine "Dekarbonisierung" des Energiesektors einleiten.

EnDev unterstützt das Bereitstellen von:

  • Energie für Lampen und kleine elektronische Geräte (zum Beispiel Mobiltelefone) in Haushalten sowie fürs Kochen, Backen und Heizen.
  • Energie für Lampen, elektrische Geräte sowie für Herde und Öfen in Schulen, Krankenhäusern und Gemeindezentren (soziale Infrastruktur).
  • Energie für kleine und mittelständische Unternehmen, damit sie ihre Produktivität steigern, Güter leichter weiterverarbeiten und bessere Dienstleistungen anbieten können.

Mit seinen Aktivitäten zielt EnDev nicht nur darauf ab, Menschen mit moderner, nachhaltiger Energie zu versorgen, sondern geht darüber hinaus: Der Zugang zu Energie und deren effiziente Nutzung sind ausschlaggebend, um weiterreichende Wirkungen zu erzielen. Das gilt besonders für bessere soziale Dienstleistungen und für höhere Produktivität durch mehr nachhaltige Energie. Das eröffnet dann auch Chancen für neue Arbeitsplätze und zusätzliches Einkommen. So nutzen Handwerker nun zum Beispiel elektrisch betriebene Maschinen wie Schweißgeräte, Einzelhändler verlängern ihre Öffnungszeiten und bieten gekühlte Produkte an, Kleinbauern verarbeiten ihre Ernte selber weiter, um auf den Märkten höhere Preise für ihre veredelten Güter zu erzielen.

Effiziente Kochherde

Weltweit haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Strom, drei Milliarden Menschen sind beim Kochen und Heizen auf Feuerholz, Holzkohle und Pflanzenreste angewiesen.

EnDev fördert den Ausbau erneuerbarer Energien im ländlichen Raum sowie die Verbreitung von effizienten und klimafreundlichen Energietechnologien, zum Beispiel effiziente Herde. Das Kochen auf solchen Herden verbraucht weniger Ressourcen; sie tragen zum Waldschutz bei, weil der Bedarf an Feuerholz sinkt. Gleichzeitig gelangen weniger Rußpartikel und andere Klimaschadstoffe in die Luft – ein wichtiger Beitrag für eine bessere Gesundheit besonders von Frauen.

Zwei Männer in Ouagadougou/Burkina Faso bauen einen brennstoffarmen Herd.
Übersicht über das Erdwärmekraftwerk Olkaria, Kenia.
Ostafrika: Zusammenarbeit konkret

Klimafreundliche Energie aus der Erde

Ostafrikas Stromzukunft liegt in der Erde: Das geothermische Potenzial entlang des ostafrikanischen Rift Valley ist riesig. Dennoch haben dort derzeit nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Strom.

Bisher nutzen lediglich Kenia und Äthiopien Geothermie, um Elektrizität zu erzeugen. Die Probebohrungen sind teuer. Zudem ist das Risiko hoch, bei den Bohrungen trotz intensiver geologischer Voruntersuchungen doch nicht auf eine geeignete Ressource zu stoßen. Viele Investoren scheuen deshalb entsprechende Investitionen, obwohl Geothermie – einmal erschlossen – eine konstante, saubere und kostengünstige Energiequelle ist.

Aus diesem Grund hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit eine Geothermie-Fazilität (Geothermal Risk Mitigation Facility, GRMF) entwickelt, die auch von der EU und Großbritannien unterstützt wird. Dieser Fonds fördert geologische Untersuchungen von Geothermiefeldern durch Zuschüsse für die ersten Erkundungsbohrungen. Auf diese Weise verringert sich das finanzielle Risiko von Investitionen. Zudem finanziert der GRMF geologische Studien, um Erkundungsbohrungen vorzubereiten.

Öffentliche und private Geothermie-Entwickler aus elf ostafrikanischen Ländern können sich bei der GRMF um Zuschüsse bewerben. Im Jahr 2016 wurden die ersten vom GRMF unterstützten Erkundungsbohrungen durchgeführt.

Insgesamt haben sich in den ersten vier Bewerbungsrunden des GRMF 27 Projekte für eine Förderung qualifiziert, darunter sind Zuschüsse für 11 Studien und 16 Explorationsbohrungen. Das Interesse ist weiterhin hoch: Aktuell wird in einer fünften Bewerbungsrunde wieder die Förderungsfähigkeit zahlreicher neuer Projekte geprüft.

Erdwärmekraftwerk Olkaria, Kenia.

Kenia: Vorreiter bei erneuerbaren Energien

Kenia hat sich ein ehrgeiziges Ziel für seine Energieversorgung gesteckt. Um es zu erreichen, setzt man dort mit deutscher Unterstützung zunehmend auf Geothermie.

Der Solarpark Soroti in Uganda
Uganda: Zusammenarbeit konkret

GET FIT fördert erneuerbare Energien

Die Wirtschaft in Uganda wächst – und mit ihr die Nachfrage nach Strom. Bis vor einigen Jahren hatte das Land deshalb regelmäßig mit Stromengpässen zu kämpfen. Um der steigenden Nachfrage auf klimafreundliche Weise gerecht zu werden, setzt die ugandische Regierung auf erneuerbare Energien. Das Potenzial dafür ist groß: In Uganda entspringt der Weiße Nil, es gibt riesige Seen wie den Lake Victoria, den Lake Albert oder den Lake George, und es gibt Sonne im Überfluss.

Um die Energiewende voranzutreiben, haben die ugandische Regierung und die dortige Regulierungsbehörde (Electricity Regulatory Authority, ERA) gemeinsam mit der KfW Entwicklungsbank im Auftrag des BMZ das GET-FIT-Programm entwickelt. GET FIT steht für "Global Energy Transfer Feed-in Tariffs"; das Programm schafft finanzielle Anreize und setzt einen verlässlichen rechtlichen Rahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien durch private Investoren.

Markt für erneuerbare Energien wird attraktiver

Bisher war Ugandas Markt für erneuerbare Energien unattraktiv, da die Einspeisevergütung für Erzeuger niedrig war, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu viele Risiken aufwiesen, und es an Kapital mangelte. Mit Unterstützung von Deutschland, Norwegen, Großbritannien und der Europäischen Union hat GET FIT den Weg für private Investitionen geebnet: Durch Zuschüsse zur bestehenden Einspeisevergütung rechnet sich nun das Engagement für Investoren. Außerdem wurden Vertragsdokumente standardisiert, um Genehmigungsverfahren abzukürzen.

Strom für 1,2 Millionen Menschen

Im Rahmen von GET FIT entstehen 17 kleine Kraftwerke mit einer Leistung von bis zu 160 Megawatt. Dadurch erhöht sich Ugandas Energieproduktion innerhalb von drei bis fünf Jahren um rund zwanzig Prozent; etwa 1,2 Millionen Menschen erhalten Zugang zu Energie.

Im Sommer 2017 ging das erste Solarkraftwerk des Landes – und das bisher größte in Ostafrika – ans Netz. Es liegt nahe der Stadt Soroti im Osten Ugandas und beliefert mit seinen zehn Megawatt Leistung etwa 40.000 Haushalte mit Elektrizität. Dank des GET-FIT-Programms, das durch Subventionen privates Kapital mobilisiert hat, entstand die Solaranlage in einer Rekordzeit von neun Monaten.

Die Veränderungen, die Uganda im Energiesektor in kurzer Zeit angestoßen hat, sind so bedeutsam, dass sie auch international auffallen. Bloomberg Ratings hat Uganda ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt: Es belege bei Investitionen in erneuerbare Energien mittlerweile den zweiten Platz in Afrika. Und Ugandas Regulierungsbehörde wurde 2018 als beste in Afrika ausgezeichnet.

Das Programm Energising Development fördert in Afrika die Verbreitung von Kleinstsolargeräten.
Malawi: Zusammenarbeit konkret

Solarbetriebene Lampen verbessern das Leben vieler Familien

In Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt, sind nur zwölf Prozent der rund 18 Millionen Einwohner an ein Stromnetz angeschlossen. Die restliche Bevölkerung ist zum Kochen und Heizen auf Feuerholz, Holzkohle oder Pflanzenreste angewiesen. Zur Beleuchtung werden kleine Kerosin- oder batteriebetriebene Lampen genutzt – gefährliche und umweltschädliche Energielieferanten.

Hier setzt die Energiepartnerschaft Energising Development (EnDev) an, die gemeinsam von Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien, der Schweiz und Schweden finanziert wird: Sie fördert den Zugang zu moderner Energie in insgesamt 25 Ländern in Afrika, Lateinamerika und Asien.

2.100 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart

Unterstützt durch EnDev haben seit Mitte 2015 rund 33.000 Menschen in Malawi Kleinstsolargeräte erhalten, mit denen sie ihre Häuser beleuchten und einige zusätzlich auch ihre Mobiltelefone laden können. Eine von ihnen ist Clara Sayineti aus dem Dorf Mwadenje. Sie spart durch die Solarlampen pro Woche umgerechnet 4,80 Euro, da sie auf teures und klimaschädliches Kerosin verzichten kann. Die Beleuchtung erleichtert ihren Kindern das abendliche Erledigen der Hausaufgaben. Sie selbst kann abends im hellen Licht der Solarleuchte nähen sowie ihren kleinen Lebensmittelstand vor dem Haus der Familie betreiben und so zusätzlich Geld verdienen.

Die durch EnDev in Malawi verbreiteten Kleinstsolargeräte sparen bereits jetzt 2.100 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein. Das entspricht rund 1.000 Hin- und Rückflügen einer Person in der Economy Class von Berlin nach Lilongwe, der Hauptstadt Malawis. Und die Nachfrage nach den Geräten steigt.

Der Markt für Solarprodukte wächst

Schätzungen zufolge wurden bis Ende 2016 etwa 62.000 Solarlampen im Land verkauft, womit nur ein Prozent der in Energiearmut lebenden Bevölkerung erreicht werden konnte. EnDev hat innerhalb der letzten zwei Jahre maßgeblich zum Aufbau eines nachhaltigen Marktes für Solarprodukte entlang der gesamten Wertschöpfungskette beigetragen.

Dafür hat die Energiepartnerschaft Aufklärungskampagnen unterstützt und Firmen beim Vertrieb von über 46.000 Solargeräten gefördert. In der Bevölkerung steigt dadurch das Bewusstsein für den wirtschaftlichen Vorteil von hochwertigen Solarprodukten.

Dank des wachsenden malawischen Marktes werden in den kommenden Jahren noch viel mehr Menschen solarbetriebene Produkte nutzen, die klimafreundlicher und günstiger sind als traditionelle Brennstoffe.

Das Dorf Jalpa im Distrikt Khotang in Nepal wurde durch die Energiepartnerschaft Energising Development (EnDev) elektrifiziert.
Nepal: Zusammenarbeit konkret

Kleinwasserkraft verbessert das Leben in ländlichen Gebieten

In Nepal hat etwa jeder fünfte Einwohner in ländlichen Regionen des Landes keinen Zugang zu Strom. Auch die Bewohner der Gemeinde Jalpa im Distrikt Khotang waren vor drei Jahren noch auf Kerosin und Feuerholz als Lichtquelle angewiesen. Sie mussten sechs Stunden laufen, um in Diktel, der nächstgelegenen Stadt, Kerosin zu kaufen. Ein Liter Kerosin kostete umgerechnet 85 Cent und war nach einer Woche verbraucht.

Durch das Globalvorhaben Energising Development (EnDev), das von Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien, der Schweiz und Schweden finanziert wird, haben sich die Lebensbedingungen der Bewohner von Jalpa verbessert. In Nepal wird unter anderem der Bau von Kleinwasserkraftwerken gefördert, so auch im Distrikt Khotang.

Komitee verwaltet und betreibt das Kraftwerk

Zurzeit profitieren 195 Familien von dem klimafreundlichen Strom aus dem Lumju-Khola-Kleinwasserkraftprojekt. Purna Bahadur Rai aus Jalpa bezahlt für den nachhaltig erzeugten Strom jetzt umgerechnet 88 Cent pro Monat – und spart somit monatlich 2,80 Euro: "Es war früher sehr schwierig, besonders für Frauen und Kinder, weil sie viele Stunden in dunklen und verrauchten Räumen verbringen mussten. Das hat ihrer Gesundheit sehr geschadet. Heute ist unser Zuhause nicht mehr so verrußt und wir bleiben gesund. Wir verbrauchen auch weniger Feuerholz und das rettet unseren Wald", erklärt Rai und zeigt auf eine LED-Lampe, die er in seinem Haus installiert hat.

Er ist der Vorsitzende des Komitees, welches das Kraftwerk verwaltet und betreibt. Mit einem ordnungsgemäßen Abrechnungssystem und Verbrauchsverzeichnis der Haushalte hat das Verwaltungskomitee das Vertrauen der Dorfgemeinschaft gewonnen. Eine Finanzkooperative zahlt die Stromrechnung. Die Einwohner kennen die Betriebs- und Instandhaltungskosten ihres Wasserkraftwerks und planen vorausschauend. Unter anderem haben sie einen Reparaturfonds eingerichtet, der sich nach den starken Erdbeben im Jahr 2015 schon bewährt hat.

Strom für mehr als 27.000 Menschen

Mehr als 27.000 Menschen in ländlichen Regionen Nepals haben mithilfe von EnDev Zugang zu Strom durch Kleinwasserkraft erhalten. Die Familien in Jalpa und anderen Gemeinden profitieren sogar mehrfach: Die Stromversorgung ist zuverlässig, und sie benötigen kein teures und klimaschädliches Kerosin mehr. Außerdem wird im Wald weniger Brennholz geschlagen. Die in Nepal durch EnDev geförderte Wasserkraft spart pro Jahr 673 Tonnen Kohlendioxid ein, so viel wie durchschnittlich 132 Autos pro Jahr produzieren.

Das Dorf Jalpa im Distrikt Khotang in Nepal wurde durch die Energiepartnerschaft Energising Development (EnDev) elektrifiziert.
Im Norden von Ruanda entsteht das Kleinwasserkraftwerk Rwaza.
Ruanda: Zusammenarbeit konkret

Rwaza-Kleinwasserkraftwerk liefert saubere Energie

Während des Völkermordes in Ruanda, dem nach Schätzungen bis zu eine Million Menschen zum Opfer fielen, wurde dort 1994 auch ein Großteil der Infrastruktur zerstört.

Die Anlagen für die Energieerzeugung und -versorgung waren davon stark betroffen. In Ruanda hat daher heute nur etwa ein Viertel der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität.

Die Regierung arbeitet daran, die Energieinfrastruktur wiederaufzubauen und dabei unter anderem Wasserkraft, Methangas, Solarenergie und geothermische Energiequellen zu nutzen.

Ihr Ziel: Bis 2020 sollen 70 Prozent der Bevölkerung einen stabilen Zugang zu Elektrizität erhalten.

Strom für 20.000 Haushalte

Deutschland unterstützt Ruanda bei der Umsetzung seiner Energiestrategie: Im Norden des Landes, in der Nähe der Stadt Musanze, entsteht mit deutscher Unterstützung am Fluss Mukungwa das Kleinwasserkraftwerk Rwaza.

Das Rwaza Kraftwerk versorgt seit dem dritten Quartal 2018 das ruandische Stromnetz mit Elektrizität und wird jährlich 20 Gigawattstunden Strom produzieren. Das entspricht zwei Prozent der im Land produzierten Elektrizität und deckt den jährlichen Strombedarf von 20.000 ruandischen Haushalten.

Da das Kraftwerk seinen Strom in das lokale Elektrizitätsnetz einspeisen wird, werden auch die Unternehmen und Industriebetriebe vor Ort zukünftig von einer stabileren Stromversorgung profitieren.

Finanzierungsgesellschaft für Energievorhaben in Afrika gegründet

Um Energieprojekte wie den Bau des Kleinwasserkraftwerks Rwaza in Afrika zu fördern, hat die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums 2014 eine Projektentwicklungs- und Finanzierungsgesellschaft gegründet, die responsAbility Renewable Energy Holding (rAREH). Sie ist eine privat-öffentliche Gesellschaft, die in den Ländern südlich der Sahara kleine bis mittlere Energieanlagen mitentwickelt, mitfinanziert und betreibt. Privater Partner in dieser Holding ist die Schweizer Vermögensverwaltungsgesellschaft responsAbility. Die KfW Entwicklungsbank hat für die Holding 20,5 Millionen Euro bereitgestellt.

Den Bau des ruandischen Kleinwasserkraftwerks Rwaza unterstützt die rAREH seit Mitte 2014 als Investor, gemeinsam mit dem dänischen Investor Frontier Energy. Für die Umsetzung des Projekts ist der lokale Entwickler DC Hydropower verantwortlich. Er wird durch die amerikanische Power Africa Initiative unterstützt.

Im Norden von Ruanda entsteht das Kleinwasserkraftwerk Rwaza.
Energie und Klima

BMZ-Publikationen

Videos zum Thema "Energie und Klima"

Erneuerbare Energien

Die Agenda 2030 und das Klimaabkommen von Paris haben die Welt auf einen neuen Kurs gesetzt, um eine Entwicklung zu erreichen, die wirklich nachhaltig ist. Erneuerbare Energien übernehmen dabei eine wichtige Aufgabe: Sie helfen, die Armut zu reduzieren, Innovationen zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen. Sie erhöhen die Energiesicherheit und schwächen den Klimawandel ab.

Kenia: Vorreiter bei erneuerbaren Energien

Kenia hat sich ein ehrgeiziges Ziel für seine Energieversorgung gesteckt. Um es zu erreichen, setzt man dort mit deutscher Unterstützung zunehmend auf Geothermie.

Neue Küchen gegen den Klimawandel

Holz ist in den ländlichen Regionen Boliviens immer noch die wichtigste Energiequelle. Um die Umwelt zu schützen und den Verbrauch zu reduzieren, beschäftigt sich das "Malena Küchenprojekt" mit dem Bau neuer Öfen.

develoPPP.de – Solarstrom für Mosambik

Eine Entwicklungspartnerschaft des deutschen Unternehmens Phaesun und der deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) bringt netzunabhängige Solarsysteme nach Mosambik und eröffnet den Menschen auf dem Land neue Perspektiven.

Luftverschmutzung reduzieren durch E-Trikes

In Naga City auf den Philippinen hat sich ein Betrieb auf den Bau von E-Trikes spezialisiert. Durch die Elektrofahrzeuge soll die Luftverschmutzung reduziert werden. 90 Prozent der benötigten Materialien werden aus der direkten Umgebung geliefert, nur 10 bis 15 Prozent müssen importiert werden.

Windpark bei Zafarana, Ägypten
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Themendossier "Klimawandel und Entwicklung"

Lexikon der Entwicklungspolitik

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