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Das Dorf Jalpa im Distrikt Khotang in Nepal wurde durch die Energiepartnerschaft Energising Development (EnDev) elektrifiziert.
Nepal: Zusammenarbeit konkret

Kleinwasserkraft verbessert das Leben in ländlichen Gebieten

In Nepal hat etwa jeder fünfte Einwohner in ländlichen Regionen des Landes keinen Zugang zu Strom. Auch die Bewohner der Gemeinde Jalpa im Distrikt Khotang waren vor drei Jahren noch auf Kerosin und Feuerholz als Lichtquelle angewiesen. Sie mussten sechs Stunden laufen, um in Diktel, der nächstgelegenen Stadt, Kerosin zu kaufen. Ein Liter Kerosin kostete umgerechnet 85 Cent und war nach einer Woche verbraucht.

Durch das Globalvorhaben Energising Development (EnDev), das von Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien, der Schweiz und Schweden finanziert wird, haben sich die Lebensbedingungen der Bewohner von Jalpa verbessert. In Nepal wird unter anderem der Bau von Kleinwasserkraftwerken gefördert, so auch im Distrikt Khotang.

Komitee verwaltet und betreibt das Kraftwerk

Zurzeit profitieren 195 Familien von dem klimafreundlichen Strom aus dem Lumju-Khola-Kleinwasserkraftprojekt. Purna Bahadur Rai aus Jalpa bezahlt für den nachhaltig erzeugten Strom jetzt umgerechnet 88 Cent pro Monat – und spart somit monatlich 2,80 Euro: "Es war früher sehr schwierig, besonders für Frauen und Kinder, weil sie viele Stunden in dunklen und verrauchten Räumen verbringen mussten. Das hat ihrer Gesundheit sehr geschadet. Heute ist unser Zuhause nicht mehr so verrußt und wir bleiben gesund. Wir verbrauchen auch weniger Feuerholz und das rettet unseren Wald", erklärt Rai und zeigt auf eine LED-Lampe, die er in seinem Haus installiert hat.

Er ist der Vorsitzende des Komitees, welches das Kraftwerk verwaltet und betreibt. Mit einem ordnungsgemäßen Abrechnungssystem und Verbrauchsverzeichnis der Haushalte hat das Verwaltungskomitee das Vertrauen der Dorfgemeinschaft gewonnen. Eine Finanzkooperative zahlt die Stromrechnung. Die Einwohner kennen die Betriebs- und Instandhaltungskosten ihres Wasserkraftwerks und planen vorausschauend. Unter anderem haben sie einen Reparaturfonds eingerichtet, der sich nach den starken Erdbeben im Jahr 2015 schon bewährt hat.

Strom für mehr als 27.000 Menschen

Mehr als 27.000 Menschen in ländlichen Regionen Nepals haben mithilfe von EnDev Zugang zu Strom durch Kleinwasserkraft erhalten. Die Familien in Jalpa und anderen Gemeinden profitieren sogar mehrfach: Die Stromversorgung ist zuverlässig, und sie benötigen kein teures und klimaschädliches Kerosin mehr. Außerdem wird im Wald weniger Brennholz geschlagen. Die in Nepal durch EnDev geförderte Wasserkraft spart pro Jahr 673 Tonnen Kohlendioxid ein, so viel wie durchschnittlich 132 Autos pro Jahr produzieren.

Das Dorf Jalpa im Distrikt Khotang in Nepal wurde durch die Energiepartnerschaft Energising Development (EnDev) elektrifiziert.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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