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Das Azeba Krankenzentrum im Ganta Afeshum-Distrikt in Äthiopien erhielt mithilfe von EnDev verlässliche Stromversorgung durch ein Solarsystem. Seit der Elektrifizierung ist das Personal nicht mehr auf Paraffin oder Taschenlampen während der Abendstunden angewiesen. Die Zahl der vom medizinischen Personal begleiteten Geburten stieg von fünf pro Jahr auf über zweihundert.
Zusammenarbeit konkret

Energising Development: Zugang zu Energie für Millionen

"Energising Development" (EnDev) ist das größte Globalvorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Das BMZ als führender Geber hat sich zusammen mit den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien, der Schweiz und Schweden das Ziel gesetzt, über das Programm bis 2021 für insgesamt 22 Millionen Menschen Zugang zu moderner, klimafreundlicher und bezahlbarer Energie zu schaffen. Derzeit wird EnDev in 25 Staaten umgesetzt, der Fokus liegt auf den am wenigsten entwickelten Ländern in Afrika.

Bis Ende 2018 hat EnDev weltweit 21,3 Millionen Menschen, 21.150 sozialen Einrichtungen (wie zum Beispiel Gesundheitszentren und Schulen) und rund 46.500 kleinen Unternehmen Zugang zu moderner Energie geschaffen.

Als Folge dieser Maßnahmen werden jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid sowie weitere klima- und umweltschädliche Gase und Rußpartikel vermieden. Das entspricht dem jährlichen Kohlendioxidausstoß einer Stadt wie Potsdam oder dem Anpflanzen von 5,5 Millionen Bäumen.

EnDev unterstützt die Neugestaltung des Energiesektors der Partnerländer im Sinne einer globalen Energiewende. Erneuerbare Energien und Energieeffizienztechnologien sollen Energiearmut mindern und eine "Dekarbonisierung" des Sektors einleiten.

EnDev unterstützt das Bereitstellen von:

  • Energie für Haushalte in Form von Lampen und kleinen elektronischen Geräten (zum Beispiel Mobiltelefone) sowie fürs Kochen, Backen und Heizen
  • Energie für Schulen, Krankenhäuser und Gemeindezentren (soziale Infrastruktur) in Form von Lampen, elektrischen Geräten sowie für Herde und Öfen
  • Energie für kleine und mittelständische Unternehmen, damit sie ihre Produktivität steigern, Güter leichter weiterverarbeiten und bessere Dienstleistungen anbieten können

Mit seinen Aktivitäten zielt EnDev nicht nur darauf ab, Menschen mit moderner, nachhaltiger Energie zu versorgen. Der Ansatz geht darüber hinaus: Der Zugang zu Energie und deren effiziente Nutzung sind ausschlaggebend, um weitreichende Wirkungen zu erzielen. Das gilt besonders für bessere soziale Dienstleistungen und für höhere Produktivität durch mehr nachhaltige Energie. Zudem werden Chancen für neue Arbeitsplätze und zusätzliches Einkommen geschaffen.

So nutzen Handwerkerinnen und Handwerker nun zum Beispiel elektrisch betriebene Maschinen wie Schweißgeräte, Einzelhändlerinnen und -händler verlängern ihre Öffnungszeiten und bieten gekühlte Produkte an und Kleinbäuerinnen und -bauern verarbeiten ihre Ernte selbst weiter, um auf den Märkten höhere Preise für ihre veredelten Güter zu erzielen.

Effiziente Kochherde

Weltweit haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Strom, drei Milliarden Menschen sind beim Kochen und Heizen auf Feuerholz, Holzkohle und Pflanzenreste angewiesen.

EnDev fördert neben dem Ausbau erneuerbarer Energien im ländlichen Raum auch die Verbreitung von effizienten und klimafreundlichen Energietechnologien, zum Beispiel effiziente Herde. Das Kochen auf solchen Herden verbraucht weniger Ressourcen; sie tragen zum Waldschutz bei, weil der Bedarf an Feuerholz sinkt. Gleichzeitig gelangen weniger Rußpartikel und andere Klimaschadstoffe in die Luft – ein wichtiger Beitrag für eine bessere Gesundheit, besonders von Frauen.

Zwei Männer in Ouagadougou/Burkina Faso bauen einen brennstoffarmen Herd.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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