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Zusammenarbeit konkret

Energising Development: Zugang zu Energie für Millionen

Zugang zu Energie für Millionen

Das Azeba Krankenzentrum im Ganta Afeshum-Distrikt in Äthiopien erhielt mithilfe von EnDev verlässliche Stromversorgung durch ein Solarsystem. Seit der Elektrifizierung ist das Personal nicht mehr auf Paraffin oder Taschenlampen während der Abendstunden angewiesen. Die Zahl der vom medizinischen Personal begleiteten Geburten stieg von fünf pro Jahr auf über zweihundert.

Energising Development (EnDev) ist das größte sogenannte Globalvorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Das BMZ als führender Geber hat sich zusammen mit den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien, der Schweiz und Schweden das Ziel gesetzt, über das Programm bis 2019 für insgesamt 19 Millionen Menschen Zugang zu moderner, klimafreundlicher und bezahlbarer Energie zu schaffen. Derzeit wird EnDev in 25 Staaten umgesetzt, der Fokus liegt auf den am wenigsten entwickelten Ländern in Afrika.

Bis Dezember 2016 hat EnDev weltweit 17,3 Millionen Menschen, 19.400 sozialen Einrichtungen (wie zum Beispiel Gesundheitszentren und Schulen) und 38.600 kleinen Unternehmen Zugang zu modernen Energiedienstleistungen ermöglicht. Als Folge dieser Maßnahmen von EnDev werden jährlich mehr als 1,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid sowie weitere klima- und umweltschädliche Gase und Rußpartikel vermieden. Das entspricht dem jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß einer Stadt wie Potsdam oder dem Anpflanzen von 4,1 Millionen Bäumen.

Durch EnDev wird die Neugestaltung des Energiesektors der Partnerländer im Sinne einer globalen Energiewende unterstützt. Mit Hilfe von erneuerbaren Energien und Energieeffizienztechnologien soll Energiearmut gemindert und eine "Dekarbonisierung" des Energiesektors eingeleitet werden. So trägt EnDev dazu bei, den Energiesektor in den Partnerländern kontinuierlich und nachhaltig um- und aufzubauen.

EnDev unterstützt die Bereitstellung von:

  • Energie für Haushalte für den Betrieb von Lampen und kleinen elektronischen Geräten (zum Beispiel Mobiltelefonen) sowie fürs Kochen, Backen und Heizen
  • Energie für soziale Infrastruktur (Schulen, Krankenhäuser und Gemeindezentren) für den Betrieb von Lampen und elektrischen Geräten sowie von Herden und Öfen
  • Energie für kleine und mittelständische Unternehmen zur Steigerung der Produktivität und für die Weiterverarbeitung von Gütern sowie zur Verbesserung von Dienstleistungen in Landwirtschaft, Handwerk und Kleingewerbe

Mit seinen Aktivitäten zielt EnDev nicht nur darauf ab, Menschen mit moderner, nachhaltiger Energie zu versorgen, sondern geht darüber hinaus: Der Zugang zu Energie und deren effiziente Nutzung sind ausschlaggebend, um weiterreichende Wirkungen zu erzielen. Hierbei liegt ein besonderer Fokus auf der Verbesserung von sozialen Dienstleistungen sowie auf der Förderung der produktiven Nutzung von Energie. Dadurch entstehen Chancen für die Schaffung neuer Arbeitsplätze und für zusätzliches Einkommen. Beispielsweise nutzen Handwerker nun elektrisch betriebene Maschinen wie Schweißgeräte, Einzelhändler verlängern ihre Öffnungszeiten und bieten gekühlte Produkte an und Kleinbauern verarbeiten ihre Ernte selber weiter, um höhere Preise für veredelte Güter auf dem Markt zu erzielen.

Effiziente Kochherde

Zwei Männer in Ouagadougou/Burkina Faso bauen einen brennstoffarmen Herd.

Weltweit haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Elektrizität, drei Milliarden Menschen sind beim Kochen und Heizen auf Feuerholz, Holzkohle und Pflanzenreste angewiesen.

EnDev fördert den Ausbau erneuerbarer Energien im ländlichen Raum sowie die Verbreitung von effizienten und klimafreundlichen Energietechnologien. So werden beispielsweise durch die Förderung verbesserter Herde beim Kochen weniger Ressourcen verbraucht. Effiziente Herde tragen zum Waldschutz bei, weil der Bedarf an Feuerholz sinkt. Gleichzeitig werden weniger Rußpartikel und andere Klimaschadstoffe freigesetzt – ein wichtiger Beitrag für eine bessere Gesundheit insbesondere der Frauen.

 


Lexikon der Entwicklungspolitik

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