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Energie und Klima

Deutsches Engagement: Nachhaltige Energie für alle

Windpark bei Zafarana, Ägypten

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt den Ausbau nachhaltiger Energiesysteme weltweit: In mehr als 70 Partnerländern fördert die Bundesregierung derzeit Energievorhaben, in 21 davon bildet Energie sogar einen Schwerpunkt der Zusammenarbeit. Allein in den Jahren 2014 und 2015 hat das BMZ mit mehr als vier Milliarden Euro den weltweiten Aufbau nachhaltiger und klimafreundlicher Energiesysteme gefördert. Damit ist Energie, gemessen am Fördervolumen, einer der größten Einzelposten in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit – mit steigender Tendenz.

Deutschland unterstützt insbesondere Ansätze, die das gesamte Energiesystem eines Partnerlandes betrachten und den Dreiklang aus erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Zugang zu nachhaltiger Energie fördern. Das entspricht einerseits dem Bedarf der Partnerländer nach mehr Energie und senkt zugleich den Ausstoß an Treibhausgasen.

Um Partnerländer beim Übergang zu einer klimafreundlichen Energieversorgung zu unterstützen, greift Deutschland auch auf Erfahrungen aus der heimischen Energiewende zurück: Welche Technologien haben sich bewährt? Wie sollten rechtliche Rahmenbedingungen gestaltet sein? Welche Faktoren führen zum Erfolg oder eben gerade nicht? Solche Erkenntnisse sind auch anderswo gefragt. Daher bleibt Deutschland in Sachen nachhaltiger Energie auch künftig ein engagierter und verlässlicher Partner.

Bilaterales Engagement: Wechsel zu nachhaltiger Energieversorgung begleiten

Auf bilateraler Ebene unterstützt das BMZ seine Partner dabei, förderliche Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Energieversorgung zu schaffen und den Markt für erneuerbare Energien und Energieeffizienzprodukte zu öffnen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit berät zu neuen Gesetzen, Strategien, Einspeisetarifen, Steuersätzen und Subventionsreformen. Sie hilft beim Aufbau von Energieagenturen und trainiert lokale Fachkräfte. Sie sensibilisiert durch Aufklärungskampagnen und stärkt den Dialog zwischen Regierungsvertretern, Unternehmen und der Zivilgesellschaft.

Damit der Markt für nachhaltige Energie in Gang kommt, stellt das BMZ zahlreichen Ländern neben Know-how auch Kapital zur Verfügung. So werden zum Beispiel über nationale Entwicklungsbanken Kreditlinien für klimafreundliche Produkte aufgelegt. Die Gelder fließen etwa in energieeffiziente Haushaltsgeräte in Mexiko oder energiesparende Neubauten in Indien und verschiedenen Ländern Osteuropas. Da die Banken in vielen Ländern bei der Kreditvergabe für erneuerbare Energien oder Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz noch zögern, können solche Kreditlinien einen entscheidenden Anreiz für den weiteren Ausbau schaffen.


Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern

Mitarbeiter der Solarkraftanlage in Ouarzazate, dem zurzeit größten Solarkraftwerk der Welt
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Mitarbeiter der Solarkraftanlage in Ouarzazate, dem zurzeit größten Solarkraftwerk der Welt

Im marokkanischen Ouarzazate entsteht derzeit einer der größten Solarparks der Welt, der nach seiner Fertigstellung rund 1,3 Millionen Menschen mit klimafreundlichem Strom versorgen wird. Deutschland ist mit mehr als 800 Millionen Euro zinsverbilligter Darlehen der größte Unterstützer des Vorhabens. Zudem werden Mittel des Fonds für saubere Technologie (Clean Technology Fund, CTF), der Afrikanischen Entwicklungsbank und weiterer Geber eingesetzt.

Auch Indien wird dabei unterstützt, seine ehrgeizigen Ausbauziele für erneuerbare Energien zu verwirklichen. Im Rahmen eines deutsch-indischen Energieprogramms werden die indischen Partner etwa zu der Frage beraten, wie die wachsenden Strommengen aus sauberen Energiequellen in das nationale Netz integriert werden können. Denn die größten Potenziale für erneuerbare Energie hat Indien abseits seiner wirtschaftlichen Zentren. Der Strom muss also dorthin transportiert werden, wo er gebraucht wird. Dafür errichtet Indien derzeit – ebenfalls mit deutscher Unterstützung – sogenannte "grüne Korridore". Sie sollen die bisherigen Energienetze ergänzen und regionale Unterschiede ausgleichen.

In Südafrika unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ebenfalls den Ausbau erneuerbarer Energien. Mit einem ehrgeizigen Programm werden dort die entsprechenden Rahmenbedingungen verbessert. Das BMZ beteiligt sich darüber hinaus mit 300 Millionen Euro am Ausbau der Stromnetze und berät den nationalen Energieversorger ESKOM bei der Umstellung seines Energiemixes. Mittlerweile sind in Südafrika Anlagen zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen mit einer Gesamtleistung von 1.800 Megawatt am Netz.

Strom aus erneuerbaren Quellen spielt außerdem eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Zugang zu Energie in ländlichen Regionen zu gewährleisten. Unter anderem fördert Deutschland die Versorgung der abgelegenen West-Nile-Region Ugandas: Dort beziehen mittlerweile mehr als 60.000 Menschen und viele Unternehmen ihren gesamten Strom aus einem kleinen Wasserkraftwerk. Ein zweites ist in Planung. Weitergeleitet wird der Strom über ein neues sogenanntes "Inselnetz". Das verbessert die Lebensbedingungen der Menschen und bringt die lokale Wirtschaft auf klimafreundliche Weise voran.


Initiative für Erneuerbare Energien in Afrika

Logo: Initiative für Erneuerbare Energien in Afrika (Africa Renewable Energy Initiative, AREI)

Deutschland unterstützt zusammen mit anderen Industrieländern die Initiative für Erneuerbare Energien in Afrika (Africa Renewable Energy Initiative, AREI). Diese wurde im Juni 2015 auf dem G7-Gipfel in Deutschland mit den afrikanischen Partnern auf den Weg gebracht und sechs Monate später auf der Weltklimakonferenz in Paris gegründet.

Die AREI ist eine rein afrikanisch geführte Initiative, die das Ziel hat, bis zum Jahr 2020 zehn Gigawatt zusätzliche Leistung an erneuerbaren Energien in Afrika zu installieren. Bis zum Jahr 2030 wird ein Ausbei der Stromerzeugungskapazitäten von insgesamt 300 Gigawatt angestrebt. Die G7, Schweden, die Niederlande und die EU-Kommission haben auf der Weltklimakonferenz in Paris für den Zeitraum bis 2020 zehn Milliarden US-Dollar zur Förderung von erneuerbaren Energien in Afrika und damit zur Unterstützung der AREI-Ziele zugesagt. Sie soll im Rahmen der bereits existierenden bilateralen und multilateralen Zusammenarbeit erfolgen. Deutschland und Frankreich haben mit je drei Milliarden Euro die größten Unterstützungsankündigungen gemacht.

2016 war Deutschland mit 1,3 Milliarden Euro größter bilateraler Geber für erneuerbare Energien in Afrika. Diese Mittel wurden in den Ausbau klimafreundlicher Energiesysteme in Afrika, die Übertragung und Verteilung des nachhaltig produzierten Stroms sowie in die technische Zusammenarbeit auf diesem Gebiet investiert. Derzeit werden über die bilaterale Zusammenarbeit Energievorhaben in mehr als 20 afrikanischen Ländern unterstützt.

Auf europäischer Ebene bietet die Afrikanisch-europäische Energiepartnerschaft (Africa-EU Energy Partnership, AEEP) eine Plattform für politischen Dialog und Kooperation zwischen Afrika und der EU im Energiesektor. Sie trägt dazu bei, Herausforderungen im europäischen und afrikanischen Energiesektor gemeinsam zu überwinden.


Infografik: Initiative für Erneuerbare Energien in Afrika (AREI)
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Infografik: Initiative für Erneuerbare Energien in Afrika (AREI)


Multilaterales Engagement: gemeinsam für eine nachhaltige Energiezukunft

Auch auf multilateraler Ebene setzt sich Deutschland für nachhaltige, klimafreundliche Energiesysteme ein. Ein besonderes Augenmerk gilt hier der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und Initiativen wie etwa der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (International Renewable Energy Agency, IRENA), dem Politiknetzwerk REN21 und der SE4All-Initiative (Sustainable Energy for All, deutsch: nachhaltige Energie für alle).

Eine wichtige Rolle spielt das Thema Energie zudem bei der Zusammenarbeit mit multilateralen Entwicklungsbanken. Das BMZ unterstützt die Ausrichtung ihrer Förderpolitik am Pariser Klimaabkommen. Dieses fordert, dass Finanzflüsse einer Entwicklung zugutekommen sollen, die darauf ausgerichtet ist, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaänderungen zu erhöhen.


Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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