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Arbeitsfeld

Energie und Klima

Ulan Bator, Mongolei: Neubausiedlung mit Solaranlage zur Wassererwärmung. Im Hintergrund ein Kohlekraftwerk.

Die Sektoren Klima und Energie sind eng miteinander verzahnt. Das Energieziel (SDG 7) der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sieht vor,

  • den allgemeinen Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen bis 2030 zu sichern,
  • den Anteil erneuerbarer Energie am globalen Energiemix bis 2030 deutlich zu erhöhen und
  • die weltweite Steigerungsrate der Energieeffizienz bis 2030 zu verdoppeln.

Der Zugang zu Energie ist Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und Armutsminderung sowie Basis für eine gute Bildung und Gesundheitsversorgung.

Private Haushalte und öffentliche Einrichtungen sind auf eine verlässliche und erschwingliche Energieversorgung angewiesen, um beispielsweise Nahrung zuzubereiten, Wohnungen und Schulen zu heizen, Krankenhäuser zu betreiben und sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Unternehmen benötigen ebenfalls eine verlässliche Energieversorgung, um Dienstleistungen anbieten zu können und um Güter herzustellen, zu lagern und zu transportieren. In der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie wird Energie gebraucht, um Lebensmittel anbauen und verarbeiten zu können.

Das Klimaziel (SDG 13) der Agenda 2030 ist nur zu erreichen, wenn sich die Energieerzeugung weltweit konsequent auf erneuerbare Energien konzentriert und eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz erreicht wird. Deshalb gilt auch im Pariser Klimaabkommen vom Dezember 2015 (UNFCCC COP21) Energie als ein zentraler Baustein, um die Erderwärmung zu begrenzen. Entsprechend haben mehr als 90 Prozent der Staaten in ihren nationalen Klimabeiträgen (Nationally Determined Contributions, NDCs) Maßnahmen im Energiesektor angekündigt.

Ungefähr zwei Drittel aller klimaschädlichen Treibhausgase werden dem Energiesektor zugeordnet. Sie entstehen beispielsweise bei der Stromproduktion, beim Heizen oder Kühlen von Gebäuden und beim Transport. Zugleich steigt die globale Energienachfrage rasant: Der weltweite Primärenergiebedarf wird sich nach Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) bis zum Jahr 2040 um ein Drittel erhöhen.

Deutsches Engagement

Wenn Haushalte, staatliche Einrichtungen und Unternehmen mit bedarfsgerechter Energie versorgt werden sollen und zugleich die Erderwärmung langfristig begrenzt werden soll, muss eine Transformation des Energiesektors gelingen. Hierfür ist eine massive Steigerung des Anteils erneuerbarer Energiequellen am gesamten Energiemix erforderlich. Darum unterstützt das BMZ den Aufbau nachhaltiger Energiesysteme in mehr als 40 Partnerländern. Allein in den Jahren 2014 und 2015 wurden dafür über vier Milliarden Euro bereitgestellt.

Deutschland hat beispielsweise als führender Geber des Programms Energising Development (EnDev) dazu beigetragen, den Zugang zu Strom und moderner Kochenergie in 26 Partnerländern in Afrika, Lateinamerika und Asien zu verbessern. Seit 2005 hat EnDev 17,3 Millionen Menschen, 19.400 soziale Einrichtungen und 38.600 kleine Unternehmen beim Zugang zu erneuerbarer Energie unterstützt.


Grüne Bürgerenergie für Afrika

Auf dem afrikanischen Kontinent ist das Potenzial erneuerbarer Energien besonders groß: Erst zehn Prozent der Möglichkeiten zur Nutzung von Wasserkraft sind dort ausgeschöpft. Auch Sonnenenergie ist ein Schlüssel zur Entwicklung Afrikas; die Nutzung von Erdwärme bietet ebenfalls große Chancen.

Dennoch haben in Afrika noch rund 620 Millionen Menschen keinen Zugang zu Energie. Insbesondere die Bevölkerung in ländlichen Regionen wird nicht darauf warten können, an ein nationales Stromnetz angeschlossen zu werden. Hier setzt die neue BMZ-Initiative "Grüne Bürgerenergie für Afrika" an. Sie wird dazu beitragen, mit Hilfe von Genossenschaften, Kommunen und privatwirtschaftlichen Investoren und auf Basis erneuerbarer Energien eine dezentrale Energieversorgung aufzubauen.

Die Entwicklungszusammenarbeit wird dabei auch auf Erfahrungen aus Deutschland zurückgreifen. Auch hier hat die Elektrifizierung nicht mit dem Bau von Großkraftwerken und Stromtrassen begonnen. Treiber der Elektrifizierung waren Energiegenossenschaften und heute sind sie das gesellschaftliche Rückgrat der Energiewende: Die meisten deutschen Windräder, Solaranlagen und Biomasse-Kraftwerke gehören heute Genossenschaften, Einzelpersonen oder Kommunen. 180.000 Menschen in Deutschland engagieren sich in 850 Projekten für erneuerbare Energien. Diesen profunden Erfahrungsschatz will die Entwicklungszusammenarbeit auch in ihren Partnerländern nutzen.

"Grüne Bürgerenergie für Afrika" ergänzt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf regionaler und nationaler Ebene. Denn nur mit einem integrierten Ansatz, der lokale Potenziale mit übergeordneten Fragen der Energieinfrastruktur verbindet, werden alle Menschen Afrikas von grüner Energie und nachhaltiger Entwicklung profitieren können.


Energiebedarf und Klimaschutz in Einklang bringen

Rohstoffreiche Entwicklungs- und Schwellenländer mit großen Vorkommen an fossilen Rohstoffen (Erdöl, Erdgas und Kohle) setzen neben deren Export oftmals auch auf die heimische Nutzung dieser Energieträger, um ihre steigende Nachfrage nach Energie zu decken. Auch hier gilt es, nachhaltige und bedarfsgerechte Alternativen für Haushalte, soziale Einrichtungen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie die Industrie zu schaffen. Denn nur durch eine Transformation des Energiesektors hin zu erneuerbaren Energien kann die einseitige Abhängigkeit von fossilen Energieträgern beendet und damit Energie- und Klimaziele in Einklang gebracht werden.

Zur Erreichung des SDG 12 (Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen) der Agenda 2030 muss die Nutzung fossiler Energieträger beim Aufbau neuer Energiesysteme weitgehend vermieden werden. Zudem müssen bestehende Energiesysteme so umgewandelt werden, dass sie dem Endverbraucher zuverlässig, bedarfsgerecht und erschwinglich einen möglichst hohen Anteil von Energie zur Verfügung stellen, der aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird.


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