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Projektbeispiel

Kampf gegen Kinderarbeit und Kinderhandel in Burkina Faso

Unterricht an einer Schule in Burkina Faso

Schnelles Bevölkerungswachstum, geringe Alphabetisierung, hohe Jugendarbeitslosigkeit, Arbeitsemigration von Kindern und Kinderhandel sind Grundprobleme der Entwicklung Burkina Fasos. Von schwerwiegenden Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen sind besonders Frauen und junge Menschen betroffen.

Etwa 48 Prozent der Jungen und 34 Prozent der Mädchen zwischen fünf und 14 Jahren werden Opfer von Kinderarbeit. Allein im Nachbarstaat Côte d’Ivoire gehen mehr als 60.000 burkinische Kinder unter 15 Jahren, mehrheitlich Jungen, einer Tätigkeit nach, um Geld zu verdienen. Viele Kinder arbeiten unter menschenunwürdigen Bedingungen und sind dabei auch sexueller Ausbeutung ausgesetzt. Nur ungefähr die Hälfte aller Jungen und Mädchen hat die Möglichkeit, zur Schule zu gehen.

Das Programm "PRO-Enfant – Umsetzung von Kinderrechten in Burkina Faso" unterstützt in einem gemeinsamen Ansatz der technischen und der finanziellen Zusammenarbeit seit 2004 die burkinische Regierung bei der Verwirklichung von Kinderrechten, insbesondere bei wirksamen Maßnahmen zum Schutz von Kindern. Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Nichtregierungsorganisationen, dörflichen Selbsthilfevereinigungen und Privatunternehmen sowie traditionelle und religiöse Autoritäten und Angehörige der Zielgruppen werden in die Planung und Umsetzung der Maßnahmen einbezogen.

Ziele und Aktivitäten

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zielt darauf ab, Achtung, Schutz und Gewährleistung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Burkina Faso nachhaltig zu verbessern und ihre altersgemäße Entwicklung zu fördern.

Schwerpunkt der technischen Zusammenarbeit ist die Beratung von Ministerien und nichtstaatlichen Akteuren bei der Erarbeitung und Umsetzung von nationalen Strategien zur Abschaffung von Kinderarbeit und Kinderhandel. Außerdem werden die Zielgruppen direkt angesprochen, um sie über ihre Rechte und die Risiken des Kinderhandels aufzuklären.

Die finanzielle Zusammenarbeit konzentriert sich unter anderem auf die Verbesserung von Bildungsangeboten: Es werden Ausbildungs- und Übernachtungszentren gebaut, Schulkantinen eingerichtet und Schul- und Ausbildungsstipendien vergeben.


Erfolge und Herausforderungen

Die Situation der jungen Menschen hat sich in den teilnehmenden Regionen erkennbar verbessert. Es gehen dort zum Beispiel deutlich mehr Jungen und Mädchen zur Schule als außerhalb des Projektgebiets. Der vorzeitige Schulabbruch konnte bei rund 30.000 Kindern verhindert und die Einschulungsrate von Mädchen etwa verdoppelt werden. 6.500 Frauen haben direkt oder indirekt von einkommensschaffenden Aktivitäten des Kinderfonds profitiert. Die Einrichtung und Nutzung von Schulkantinen und Übernachtungseinrichtungen hat 210.000 Kinder und Jugendliche erreicht und wirkt sich positiv auf den Schulbesuch aus.

Eine Herausforderung besteht jedoch weiterhin darin, alle Teile der burkinischen Gesellschaft zu erreichen und ihre Bereitschaft zu wecken, auf die Abschaffung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit hinzuwirken. Deshalb hat das Programm bisher 400 Schlüsselpersonen auf kommunaler Ebene in Kindesschutz fortgebildet und beraten; 39 Partner des Sozial- und Arbeitsministeriums und deren dezentrale Strukturen wurden in Monitoring und Evaluierung fortgebildet.

Deutscher Beitrag: bis 2018 insgesamt rund 14 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2004 bis 2018


Lexikon der Entwicklungspolitik

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