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Kinder- und Jugendrechte

Kinder- und Jugendrechte in der deutschen Entwicklungspolitik

Geflüchtete Kinder ruhen sich auf einem Parkplatz mit Schotterboden aus, nachdem sie ein afghanisches Übergangslager erreicht haben.

Die Menschenrechte – und damit auch die Kinder- und Jugendrechte – bilden das Fundament für die demokratische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung eines Landes. Achtung, Schutz und Gewährleistung der Menschenrechte sind daher Leitprinzip der deutschen Entwicklungspolitik.

Deutschland hat die grundlegenden internationalen Menschenrechtsverträge, darunter auch die UN-Kinderrechtskonvention, ratifiziert und sich damit zur Verwirklichung der Kinder- und Jugendrechte verpflichtet. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat als einer der ersten bilateralen staatlichen Geber weltweit das Thema Kinder und Jugend bereits Ende der 1990er Jahre aufgegriffen.

An Kinder und Jugendliche richtet sich direkt oder indirekt eine große Zahl von Entwicklungsmaßnahmen: Direkt zum Beispiel bei Programmen zur Verbesserung der Ernährungssituation, der Grundbildung, der Gesundheit, zur Bekämpfung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit inklusive Kinderhandel oder in der Gewaltprävention. Indirekte Zielgruppe sind sie zum Beispiel bei Vorhaben zur Politikberatung und Wirtschaftsförderung, zum Umwelt- und Ressourcenschutz, zur ländlichen Entwicklung oder zur Stadtteilförderung.

Menschenrechtsansatz der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Um die systematische Verankerung der Menschenrechte in der deutschen Entwicklungspolitik zu vertiefen, hat das BMZ im Mai 2011 das Konzept "Menschenrechte in der deutschen Entwicklungspolitik" vorgelegt. Es knüpft an die entwicklungspolitischen Aktionspläne für Menschenrechte für die Jahre 2004 bis 2010 an. Mit dem Konzept macht das BMZ deutlich, dass die Verwirklichung der Menschenrechte Grundlage und Ziel seiner Entwicklungszusammenarbeit ist.

Der Menschenrechtsansatz umfasst ausdrücklich auch die Rechte von jungen Menschen, das heißt die Rechte von Kindern und Jugendlichen bis 24 Jahren.


Der Aktionsplan "Agents of Change – Kinder- und Jugendrechte in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit"

Schulmädchen in Nepal

Die Entwicklungsziele der Agenda 2030 bilden für die deutsche Entwicklungspolitik einen neuen Referenzrahmen mit kinderrechtlichen Zielsetzungen. Das BMZ hat sich mit der Verabschiedung des Aktionsplans "Agents of Change – Kinder- und Jugendrechte in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit" (2017) zum Ziel gesetzt, sein Engagement für junge Menschen weltweit auszubauen und Kinder- und Jugendrechte systematischer in die Vorhaben der deutschen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit zu integrieren.

Die zentralen thematischen Bereiche des Aktionsplans sind eng mit den Zielen der Agenda 2030 verbunden: Gesundheit, Bildung und Berufsbildung, Armut und Ernährung, faire Arbeitsbedingungen und die Abschaffung ausbeuterischer Kinderarbeit, Schutz vor Gewalt und Diskriminierung, Geburtenregistrierung – all dies sind Themen, die spiegelbildlich im Aktionsplan wiederzufinden sind.

Außerdem setzt sich das neue Strategiepapier für die Verwirklichung des Leitprinzips "Leave No One Behind" ("Niemanden zurücklassen") ein. Junge Menschen werden als Akteure des Wandels wahrgenommen und geschätzt. Ihre Beteiligung ist für die erfolgreiche Umsetzung (und das Monitoring) der Nachhaltigkeitsziele wegweisend.

Der Aktionsplan sieht auch die enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie multilateralen Organisationen wie UNICEF vor und will internationale Partnerschaften mit relevanten Organisationen weltweit intensivieren.


Engagement auf mehreren Ebenen

Um die Rechte der Kinder und Jugendlichen zu verwirklichen, setzt die deutsche Entwicklungspolitik auf mehreren Ebenen an:

  • Auf politischer Ebene werden die Regierungen der Kooperationsländer bei der Umsetzung der Kinderrechtskonvention und anderer internationaler Vereinbarungen beraten. Sie werden zum Beispiel dabei unterstützt, entsprechende Gesetze und politische Strategien zu erarbeiten, weiterzuentwickeln und umzusetzen sowie nationale und kommunale Kinder- und Jugendaktionspläne zu erstellen.
  • Auf der Ebene der Institutionen wird das Leistungsvermögen gesteigert, zum Beispiel von zuständigen Ministerien, kommunalen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit oder von zivilgesellschaftlichen Jugendorganisationen. Auch die Vernetzung dieser Akteure spielt eine wichtige Rolle.
  • Auf der individuellen Ebene steht die Ausbildung von Jugendreferent/innen, Jugendsozialarbeiter/innen und Jugendleiter/innen im Mittelpunkt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Empowerment von Kindern und Jugendlichen vor allem auf lokaler Ebene. Sie sind nicht nur Adressaten bestimmter Maßnahmen, sondern auch Akteure und Partner der Entwicklungszusammenarbeit. Kinder und Jugendliche sollen ihre eigenen Interessen artikulieren und daran mitwirken, sie in nationalen und kommunalen Entwicklungsstrategien und -prozessen zu verankern.

In folgenden entwicklungspolitischen Arbeitsbereichen werden Kinder- und Jugendrechte gezielt gefördert und umgesetzt:


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