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Deutsche Politik

Gewaltprävention und Schutz vor Diskriminierung

Schulunterricht für Mädchen in einer Kinder- und Familienschutzzone für syrische Flüchtlinge in Hashemi al-Shimali in Jordanien

Jedes Kind hat ein Recht darauf, vor Gewalt geschützt zu werden, so steht es in Artikel 19 der UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Dieses Recht wird weltweit und in hohem Maße verletzt: Mehr als zwei von drei Kindern sind Opfer verschiedenster Formen von Gewalt. Mit Entwicklungsziel 16.2 der Agenda 2030 wurden alle Staaten dazu verpflichtet, bis 2030 Missbrauch, Ausbeutung, Kinderhandel, Folter und alle Formen der Gewalt gegen Kinder abzuschaffen.

Dabei sind viele Kinder aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, Alters, einer Behinderung oder ihres sozialen Status besonders gefährdet. Das Verbot der Diskriminierung ist ein Grundprinzip der UN-Kinderrechtskonvention und in allen Menschenrechtsabkommen festgeschrieben; doch weltweit kommen Staaten diesen Verpflichtungen nicht ausreichend nach. Mithilfe des Leitprinzips der Agenda 2030 "Leave No One Behind" ("niemanden zurücklassen") sollen nun die am meisten benachteiligten und diskriminierten Personen als erste erreicht werden.

Jugendgewaltprävention

Junge Menschen stellen in vielen Entwicklungsländern die große Mehrheit der Bevölkerung, doch ihre Lebensumstände sind oft mit einer gesellschaftlichen Randstellung verbunden. Erhebliche Rechtsverletzungen und eine hohe Gewaltkriminalität gehören zu ihrem Alltag, wobei Kinder und Jugendliche sowohl zu Tätern als auch zu Opfern von Gewalt werden.

Vor allem in den städtischen Ballungsgebieten sind Täter und Opfer oft unter 30 Jahre alt. Insbesondere sind junge Männer Opfer von öffentlicher lebensbedrohlicher Gewalt. Zugleich sind sie auch die größte Tätergruppe. Mädchen und junge Frauen sind dagegen vorrangig Opfer von weniger sichtbaren Formen der Gewalt, wie sexuelle und häusliche Gewalt.

Armut, Perspektivlosigkeit, extreme soziale Ungleichheit, hohe Jugendarbeitslosigkeit, fehlende Anerkennung und mangelnde politische Teilhabe sind in vielen Fällen die Ursache für gewalttätiges Verhalten. Deutschland leistet in verschiedenen Sektoren Beiträge zur Gewaltprävention, zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Beschäftigungsförderung, Stadtentwicklung, Sicherheit und Jugendsozialarbeit.

Einen Schwerpunkt bilden Vorhaben zur Jugendgewaltprävention in urbanen Gebieten. Im Vordergrund steht dabei das positive Potenzial der Jugendlichen, Gewaltstrukturen selbst zu durchbrechen und neue Gewalt zu verhindern. Wichtige Ansprechpartner der entwicklungspolitischen Programme sind außerdem Menschen, die großen Einfluss auf die Jugendlichen ausüben, also Eltern, Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, aber zum Beispiel auch Polizistinnen und Polizisten.


Gewalt an Mädchen

Ein junges Mädchen im Nordosten Kenias, wo weibliche Genitalverstümmelung weiterhin eine gängige Praxis ist.

Mädchen erfahren Gewalt auf vielfältige Weise und oft allein aufgrund ihres Geschlechts: Körperliche und psychische Gewalt, sexueller Missbrauch, Zwangsheirat oder weibliche Genitalverstümmelung sind Beispiele. Zwei Drittel der Opfer von Kinderhandel sind Mädchen, mehr als jedes zehnte Mädchen weltweit hat sexuelle Gewalt erfahren, oft innerhalb der Familie. 15 Millionen Mädchen werden jedes Jahr vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet, ein Drittel davon ist unter 15 Jahre alt.

Die internationale Staatengemeinschaft hat sich mit Ziel 5.2 der Agenda 2030 vorgenommen, alle Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im öffentlichen und privaten Bereich, einschließlich des Menschenhandels und sexueller und anderer Formen der Ausbeutung, zu beseitigen. Zudem sollen alle schädlichen Praktiken wie Kinderheirat, Früh- und Zwangsverheiratung sowie die Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen beseitigt werden (Ziel 5.3).

Das BMZ unterstützt Programme in den Partnerländern, die das Ziel verfolgen, Kinder – und insbesondere Mädchen – vor Gewalt, sexueller Ausbeutung und schädlichen traditionellen Praktiken wie Genitalverstümmelung oder Kinderheirat zu schützen. Sowohl im BMZ-Aktionsplan Kinder- und Jugendrechte, als auch im Gleichberechtigungskonzept von 2014 und im zweiten entwicklungspolitischen Gender-Aktionsplan 2016–2020 (GAP II) wird die Bekämpfung und Vorbeugung von Gewalt an Mädchen und Frauen als zentrales Anliegen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit festgelegt.

Weiterführende Informationen dazu finden Sie hier.


Weitere Informationen

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Stichwort Menschenrechte

Stichwort Agenda 2030

Lexikon der Entwicklungspolitik

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