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Deutsche Politik

Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Im Flüchtlingslager in Dadaab, Kenia, werden neu angekommene Kinder geimpft.

Mit dem dritten Entwicklungsziel der Agenda 2030 (SDG 3) hat sich die Weltgemeinschaft zum Ziel gesetzt, vermeidbare Kinder- und Säuglingssterblichkeit zu beenden und Krankheiten, die in besonderem Maße Kinder gefährden, gemeinsam zu bekämpfen. Die Gesundheit von Kindern hängt – noch stärker als die Gesundheit von Erwachsenen – von den Lebensbedingungen ab: Schlechtes Trinkwasser, fehlende Sanitäreinrichtungen, Hunger und schlechte Ernährung, Umweltverschmutzung und auch mangelnde Bildung der Eltern bedrohen die Gesundheit von Kindern.

Die Überlebenschancen von Kindern in Entwicklungsländern haben sich seit 1990 kontinuierlich verbessert. Im Jahr 2015 starben jedoch noch immer etwa 5,9 Millionen Kinder im Alter unter fünf Jahren an größtenteils vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten.

Etwa 45 Prozent dieser Kinder starben schon im ersten Lebensmonat. Die Gründe liegen oft in der unzureichenden Gesundheitsversorgung der Mütter während der Schwangerschaft sowie während und nach der Geburt. Häufige Ursachen für den Tod von Kindern in Entwicklungsländern sind außerdem Durchfallerkrankungen, Atemwegsinfektionen, Masern und Malaria. Unterernährung ist in knapp der Hälfte der Fälle mitverantwortlich für den Tod. Viele ernährungsbedingte Krankheiten führen zu geistigen oder körperlichen Behinderungen. So erblinden noch immer jedes Jahr Zehntausende Kinder in Folge von Vitamin-A-Mangel.

Es wird geschätzt, dass die große Mehrheit der Todesfälle im Kindesalter durch einfache und kostengünstige Maßnahmen verhindert werden könnten. Besonders in den ärmsten Ländern sind die Gesundheitsdienste aber nicht leistungsfähig genug, um diese Maßnahmen anbieten zu können.

Deutsches Engagement

Ein sieben Monate altes Mädchen in Antananarivo, Madagaskar, wird gemessen, um zu prüfen, ob sie noch immer unterernährt ist.

Die Stärkung von Gesundheitssystemen ("Universal Health Coverage") zählt zu den wichtigsten Ansätzen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit. Gesundheitsdienste wie Schwangerenvorsorge, Geburtsbegleitung und Neugeborenenversorgung sind hierbei von großer Bedeutung. Darüber hinaus engagiert sich Deutschland für die Prävention und Behandlung von Erkrankungen der Atemwege, Durchfall und Malaria.

Im Rahmen der multilateralen Zusammenarbeit unterstützt das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) internationale Organisationen (zum Beispiel UNICEF, WHO, UNAIDS, GFATM, Weltbank) bei der Umsetzung von Gesundheitsprogrammen.

Das BMZ hat im Jahr 2011 die Initiative "Selbstbestimmte Familienplanung und Müttergesundheit" ins Leben gerufen. Sie dient als Beitrag zur Umsetzung der G8-Muskoka-Initiative zur Gesundheit von Müttern, Neugeborenen und Kindern sowie zur Unterstützung der globalen Strategie "Every Woman, Every Child" unter der Schirmherrschaft des UN-Generalsekretärs. Ursprünglich beinhaltete die Initiative finanzielle Zusagen für die Jahre 2011 bis 2015 in Höhe von mehr als 533 Millionen Euro. Als Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 hat Deutschland die Verlängerung seines Engagements bis mindestens Ende 2019 zugesagt. Unterstützt werden damit insbesondere die Ziele, universellen Zugang zu Dienstleistungen für die sexuelle und reproduktive Gesundheit zu schaffen und vermeidbare Todesfälle von Müttern und Neugeborenen zu beenden.

Mit dem Beitrag zur Globalen Impfallianz (Gavi) trägt Deutschland dazu bei, den Zugang von Kindern sowie jugendlichen Mädchen zu Impfungen zu verbessern. Auch mit der Unterstützung des "Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria" trägt die Bundesregierung mit einem jährlichen Beitrag von derzeit 800 Millionen dazu bei, den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen für junge Menschen zu verbessern. Zudem ist Deutschland seit Jahren ein starker und verlässlicher Partner der Globalen Initiative zur Ausrottung der Kinderlähmung (GPEI). Seit Beginn der Initiative hat die Bundesregierung die Poliobekämpfung mit mehr als 500 Millionen US-Dollar unterstützt.

Weiterführende Informationen dazu finden Sie im Kapitel Gesundheit – ein Menschenrecht.


Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte

Ein Gesundheitshelfer in Juba, Südsudan, erklärt Methoden der Empfängnisverhütung.

Weltweit sind etwa 1,8 Milliarden Menschen zwischen 10 und 24 Jahre alt, die große Mehrheit davon in Entwicklungsländern. Damit sind sie Zielgruppe von Programmen zur Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Vor allem für die Vorbeugung sexuell übertragbarer Krankheiten, einschließlich der HIV-Infektion, und für die Vermeidung ungewollter Schwangerschaften ist es wichtig, passende und zugängliche Gesundheitsangebote für die jeweilige Altersgruppe sowie für Männer und Frauen zu entwickeln. Deutschland fördert daher spezielle, altersgerechte Programme für Mädchen, Jungen und junge Erwachsene, die ihren Zugang zu Informationen, Gesundheitsdiensten und Verhütungsmitteln verbessern.

Durch intensive Aufklärungsarbeit setzt sich Deutschland außerdem für die Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung ein. Ausführliche Informationen darüber finden Sie hier.


Weitere Informationen

Lexikon der Entwicklungspolitik

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