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Hintergrund

Die Situation von Ge­sund­heits­systemen in Ent­wick­lungs­ländern


Krankenpflegerin in Madagaskar.

Das Gesundheitssystem eines Landes dient dazu, die Gesund­heit der Be­völ­ke­rung zu fördern und zu erhalten. Es hat die Aufgabe, für eine an­ge­mes­se­ne und wirk­sa­me Be­hand­lung von Krank­heiten und Ver­let­zun­gen zu sorgen. Zum Gesund­heits­system gehören alle Personen und In­sti­tu­tionen, die sich dieser Aufgabe widmen und auch alle dazu er­for­der­li­chen Re­ge­lun­gen und Abläufe.

In vielen Ent­wick­lungs- und Schwel­len­ländern sind die Gesund­heits­systeme noch nicht leistungs­fähig genug. Große Teile der Bevölkerung – ins­be­son­dere arme Menschen und Menschen in länd­lichen Regionen – werden dort nicht aus­rei­chend und an­ge­mes­sen medi­zi­nisch versorgt. Gesund­heits­dienste sind oft nur in Städten angesiedelt; in ländlichen Gebieten fehlt häufig sogar die Basisversorgung.

Es gibt viele Gründe für diese Situation. Zum Beispiel Mangel an Fach­per­so­nal, fehlende oder nicht funk­tio­nie­ren­de Aus­stat­tung der Gesund­heits­ein­rich­tun­gen, schlechte Ver­sor­gung mit Medikamenten und schlecht or­ga­ni­sier­te Struk­tu­ren des Gesund­heits­systems. Die staatlichen Budgets für Ge­sund­heit sind in den betroffenen Ländern meistens klein; zudem kommt das Geld oft nur mit Verzögerungen dort an, wo es benötigt wird. Zen­tra­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tions­struk­turen und fehlende Man­age­ment­fähig­keiten ver­hin­dern in vielen Fällen, dass die Gesund­heits­ver­sor­gung am Bedarf der Bevölkerung ausgerichtet wird.

Große He­raus­for­de­run­gen

Besonders die bekannten Infektions­krank­heiten wie Aids, Tuber­ku­lose und Malaria aber auch relativ unbekannte Erkrankungen wie Denguefieber oder Leishmaniose führen in den Ent­wick­lungs­ländern zu massiven gesund­heit­lichen Problemen.

Schlechte Ernährung und schmutziges Trinkwasser führen dort außerdem dazu, dass viele Kinder krank werden. Frauen sind während Schwanger­schaften und bei Geburten einem besonderen gesund­heit­lichen Risiko aus­ge­setzt. Aber auch chronische, nicht über­trag­bare Krankheiten wie Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen und Stoff­wechsel­probleme wie Diabetes sowie Unfälle betreffen immer mehr Menschen und machen einen Ausbau der Ge­sund­heits­systeme erforderlich.

Kosten und Zugang

Wer krank wird, muss in Ent­wick­lungs­ländern meistens den größten Teil der Be­hand­lungs­kosten selbst bezahlen. Lang dauernde Behandlungen können von armen Patienten oder ihren Familien häufig nicht finanziert werden. Oft werden darum bereits begonnene Therapien wieder abgebrochen – und die Patienten werden nicht vollständig gesund.

Kranken- oder Pflegeversicherungen in der in Deutsch­land bekannten Form gibt es in den meisten Entwicklungs­ländern nicht.

Ob Kranke medizinisch versorgt werden, hängt jedoch nicht nur von ihrer Zahlungs­fähigkeit ab. Oft verhindert auch das Geschlecht, die ethnische Zugehörigkeit, das Alter, der Bildungsstand oder der Wohnort eine angemessene Behandlung. Auch Menschen mit Behinderungen werden in vielen Fällen benachteiligt.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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