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Gesundheitssysteme

Das deutsche Engagement zur Stärkung von Gesundheitssystemen


Laborant in einem Krankenhaus in Somalia.

Die Ver­bes­se­rung von Gesundheitssystemen ist einer der Schwerpunkte der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit im Gesundheitssektor. Grundlage des deutschen Engagements ist die Allgemeine Erklärung der Men­schen­rech­te der Vereinten Nationen von 1948. Dort steht im Artikel 25:

"Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen (...)"

Die Bun­des­re­gie­rung hat sich auf dieser Basis das Ziel gesetzt, in ihren ent­wick­lungs­po­litischen Kooperationsländern den Zugang der Bevölkerung zu Gesundheits­diensten, gesundheits­bezogenen Informationen und gesunden Lebens­be­din­gungen zu verbessern. Ein besonderes Anliegen der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit ist dabei die Versorgung der armen und be­nach­tei­lig­ten Bevölkerungs­gruppen.

Die Regierungen der Entwicklungsländer haben die Pflicht, das Recht auf Gesundheit zu achten, zu schützen und zu gewährleisten. Sie müssen eine Gesund­heits­versorgung sicher­stellen, die den heutigen allgemeinen Qua­li­täts­stan­dards entspricht. Deutsch­land unterstützt seine Kooperations­länder intensiv dabei, dieser Verpflichtung nachzukommen.

Gesundheitsversorgung für alle

Das Gesundheitssystem eines Landes soll sicherstellen, dass die Bevölkerung so gut wie möglich vor Krankheit geschützt ist und im Krankheitsfall gut versorgt wird. Diese Zielsetzung gilt für die gesamte Bevölkerung – auch für die Armen. In den meisten Ent­wick­lungs- und vielen Schwellen­ländern hat jedoch ein Großteil der Menschen keinen ausreichenden Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung.

Die staatlichen Gesundheitsbudgets in Entwicklungsländern sind meistens klein, das vorhandene Geld erreicht die Gesundheitseinrichtungen oft nur mit Verzögerung und die Versorgung ist in vielen Fällen nicht genug am Bedarf der Bevölkerung ausgerichtet.

Die Gesundheit der Menschen zu sichern, ist Aufgabe der Gesundheits-, Wirtschafts- und Sozialpolitik vor Ort. Die Bun­des­re­pu­blik unterstützt ihre Kooperationsländer dabei und entwickelt gemeinsam mit ihnen Konzepte für die Stärkung ihrer Gesundheitssysteme.

Ein Junge in Kabul übt, mit Prothesen zu gehen. Urheberrecht: Kate Holt/IRINDer Aufbau leis­tungs­fä­hi­ger Sys­te­me er­for­dert Zeit, Fle­xi­bi­li­tät und Know-how. Der Erfolg hängt stark von der po­li­ti­schen Kul­tur eines Lan­des, der Rechts­staat­lich­keit und auch der Ach­tung der Men­schen­rech­te ab.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Mit ihrer Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit verfolgt die Bun­des­re­pu­blik immer das Ziel, die Kooperationsländer zu einer fairen, verantwortungsvollen und auf sozialen Frieden ausgerichteten Politik zu motivieren. Prinzipien des deutschen Gesund­heits­wesens wie zum Beispiel Solidarität und Selbst­ver­wal­tung spielen daher bei der Beratung der Partner in diesen Ländern eine wichtige Rolle. Die Schwer­punkte der Zu­sam­men­ar­beit beim Aufbau von Gesund­heits­sys­te­men liegen auf den folgenden Themen:

  • Unterstützung der Ko­ope­ra­tions­länder bei der Ent­wick­lung gesund­heits­po­li­ti­scher Stra­te­gien, die zu den wirt­schaft­lichen und gesamt­ge­sell­schaft­lichen Bedingungen des Landes passen
  • Unterstützung bei der Erarbeitung von Personal­ent­wick­lungs- und Auf­bau­plänen, bei der Anpassung der Rah­men­be­din­gun­gen und durch die Förderung von Aus- und Fortbildung
  • Stärkung der Management­fä­hig­keiten von Mitarbeitern zur Qualitäts­ver­bes­se­rung des Gesund­heits­systems
  • Einbeziehung der Bevölkerung in gesundheits- und sozialpolitische Entscheidungen
  • Unterstützung bei der Sicherstellung des Zugangs zu und Bereitstellung von angemessenen, qualitativ hochwertigen Dienst­leis­tun­gen
  • Aufbau von Systemen der sozialen Sicherung (zum Beispiel soziale Krankenversicherungen)

Beispiel Tansania: Bessere Leistungen nach Reform des Gesundheitssystems

Hand eines Kindes mit einem Venenkatheter. Urheberrecht: Siegfried Modola/MSFDer allgemeine Ge­sund­heits­zu­stand der Be­völ­ke­rung in Tansania ist schlecht und die Mütter- und Kinder­sterb­lich­keit ist hoch. Im Rahmen eines zwi­schen­staat­lichen Pro­gramms beraten deutsche Ex­per­tin­nen und Experten die tan­sa­nische Re­gie­rung bei der Ver­bes­se­rung des Gesund­heits­systems. Deutsch­land unterstützt das afrikanische Land bei Reform­prozessen im Gesund­heits­wesen und beim Auf­bau eines funk­tio­nie­ren­den Gesund­heits­systems mit qua­li­fi­zier­ten Mit­arbeitern.

Das nationale Programm hat bisher erreicht, dass die Kinder- und Säug­lings­sterb­lich­keit deutlich gesunken ist, gegen viele Krank­heiten ein Impfschutz auf hohem Niveau aufgebaut werden konnte und dass sich die Leistungen der Distrikt­gesund­heits­dienste deutlich verbessert haben.

Links zu den Unterkapiteln

Weiterführende Informationen über den Einsatz Deutsch­lands im Bereich Gesund­heits­system­stärkung finden Sie in den folgenden Unterkapiteln:

Verminderung des Fachkräftemangels im Gesundheitssektor

Soziale Sicherheit und faire Finanzierung

Klinikpartnerschaften

Lexikon der Entwicklungspolitik

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