Gesundheit – ein Menschenrecht
Die Zahlen sind erschreckend: Noch immer sterben jedes Jahr fast zehn Millionen Kleinkinder– täglich mehr als 26.000 – an Krankheiten, die größtenteils vermeidbar wären. Die überwiegende Mehrheit hiervon mit 7,9 Millionen Todesfällen ereignet sich in den ärmsten Ländern Subsahara-Afrikas und Südasiens. Dem stehen etwa 100.000 Todesfälle in den Industrieländern gegenüber. Jede Minute stirbt weltweit eine Frau an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt, weil es für sie keine ausreichende medizinische Betreuung gibt. 2007 starben etwa 2,1 Millionen Menschen an AIDS. Auch an Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria oder anderen Infektionen wie Flussblindheit, Schlafkrankheit oder Dengue-Fieber leiden viele Millionen. Die Verletzung des Menschenrechtes auf Gesundheit ist eine humanitäre Katastrophe für die Menschen in den Entwicklungsländern und eine moralische Katastrophe für den Rest der Menschheit. mehr
Der Kampf gegen AIDS
Sexuelle Gesundheit / Bevölkerungsdynamik
Beispiele
HIV-Bekämpfung in Mosambik
Etwa 1,4 Millionen Mosambikanerinnen und Mosambikaner sind mit dem HI-Virus infiziert. Damit gehört Mosambik zu den zehn am stärksten betroffenen Ländern weltweit. Auch in Mosambik sind, wie in allen schwer betroffenen Ländern im südlichen Afrika, Frauen und Mädchen unverhältnismäßig stärker als Männer von HIV-Infektionen und von den Auswirkungen der Epidemie betroffen. Die Regierung des Landes hat zusammen mit internationalen Partnern eine gute Politik zur Bekämpfung von HIV entwickelt, welche über den Gesundheitssektor hinaus auch die wichtigen Beiträge anderer Gesellschaftsbereiche, wie zum Beispiel der Grundbildung und der ländlichen Entwicklung, angemessen berücksichtigt. Wegen fehlender personeller Ressourcen und organisatorischer Schwächen auf mosambikanischer Seite bleiben die Umsetzungserfolge dieser Politik jedoch bisher hinter den Erwartungen zurück.

Projektname: Multisektorale HIV/AIDS-Bekämpfung in Mosambik
Ziel: Kampf gegen HIV/AIDS
Strategie: Übergreifende Maßnahmen der Bekämpfung von HIV beeinflussen, über den Gesundheitssektor hinaus, auch die wichtigen Beiträge anderer Gesellschaftsbereiche, wie zum Beispiel der Grundbildung und der ländlichen Entwicklung.
Deutscher Beitrag: 5 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: bis September 2010
Beispiele
Kampf gegen die Malaria
Malawi gehört mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 177 US-Dollar zu den ärmsten Ländern der Welt. Malaria ist für 30 Prozent der Kinder- und Säuglingssterblichkeit, für 40 Prozent der Krankenhauseinweisungen und 43 Prozent der ambulanten Behandlungen verantwortlich. Deswegen hat die malawische Regierung Malaria zum Hauptentwicklungshemmnis und deren Bekämpfung zu einem Hauptziel der nationalen Armutsminderungsstrategie (Malawi Poverty Reduction Strategy Paper, MPRSP) erklärt.

Projektname: Verteilung von insektizidbehandelten Mückennetzen in Malawi
Ziel: Bekämpfung der Malaria
Strategie: Deutliche Senkung der Parasitenübertragung bei Frauen und Kleinkindern durch Verhinderung des Stichkontaktes durch die Mücke
Deutscher Beitrag: Das Vorhaben ist Teil der deutschen Unterstützung des Gesundheitssektors in Malawi und ein Beitrag zum nationalen Malariaprogramm mit einem Gesamtvolumen von rund 1,5 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2005 bis 2008
Beispiele
Verhütungsmittel verfügbar machen
In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Bevölkerung Vietnams verdoppelt, heute leben rund 82 Millionen Menschen in dem Land – und jedes Jahr kommt etwa ein Prozent hinzu. 79 Prozent der Vietnamesinnen und Vietnamesen wenden Methoden der Familienplanung an, viele haben jedoch keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln. So kommt es zu vielen ungewollten Schwangerschaften, die zu einer hohen Abtreibungsrate führen.

Projektname: Sektorbezogenes Programm und Familienplanung I–III
Ziel: Reduzierung der Abtreibungsrate und der Geburtenrate in Vietnam
Strategie: Beschaffung und Bereitstellung moderner Verhütungsmittel, Unterstützung von Aufklärungskampagnen
Deutscher Beitrag: rund 41 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 1994 bis 2008
Beispiele
Mainstreaming der HIV-Bekämpfung im subsaharischen Afrika
Angesichts der verheerenden Auswirkungen der HIV-Epidemie auf alle Gesellschaftsbereiche im südlichen Afrika rief die Sondersitzung der Vereinten Nationen ihre Mitgliedsländer im Jahr 2001 für diesen Kontinent zum so genannten Mainstreaming von HIV über alle Sektorengrenzen hinweg auf. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beschloss im selben Jahr das Mainstreaming der HIV-Bekämpfung als grundsätzliche Vorgabe für seine Technische und Finanzielle Zusammenarbeit.

Projektname: Mainstreaming der HIV-Bekämpfung im subsaharischen Afrika
Ziel: Auswirkungen der HIV-Epidemie auf die Erreichung der jeweiligen Projektziele vorbeugen
Strategie: zum Beispiel Beratung von Partnerministerien beim Einführen von HIV-Arbeitsplatzprogrammen, Anpassung von Dienstleistungen an die spezifischen Bedürfnisse der von HIV betroffenen Haushalte, Bekämpfung von HIV-bezogenem Stigma im jeweiligen Umfeld
Deutscher Beitrag:
bis zu 3 Prozent des Budgets von Vorhaben der Technischen Zusammenarbeit
Geplante Laufzeit: keine zeitliche Begrenzung


