Hauptinhalt

Klima und Energie

G20-Klima-und-Energie-Aktionsplan

Blick auf die Erde

Für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens bedarf es einer starken internationalen Allianz; und sie muss mit nachhaltiger Entwicklung verbunden sein. Deutschland hat daher während seiner G20-Präsidentschaft die Umsetzung von Klima-, Energie- und Entwicklungszielen in G20- und Entwicklungsländern eng miteinander verknüpft.

Der "Aktionsplan der G20 von Hamburg zu Klima und Energie für Wachstum" ist ein klares Zeichen für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Alle G20-Staaten bekennen sich zu diesem Plan – mit Ausnahme der USA, die aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen wollen. Der Aktionsplan sendet ein klares Signal: Es gibt kein Zurück mehr, eine starke Allianz von Industrie- und Entwicklungsländern, der Privatwirtschaft, der Zivilgesellschaft sowie Städten und Kommunen arbeitet daran, das klimafreundliche Wirtschafts- und Wachstumsmodell der Zukunft jetzt umzusetzen.

Der Motor zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sind die nationalen Klimapläne (Nationally Determined Contributions/NDCs). Die bisherigen NDCs reichen jedoch nicht aus, um die Erderwärmung hinreichend zu begrenzen. Sie müssen daher nicht nur konsequent umgesetzt werden, sondern in Zukunft noch ambitionierter ausfallen und in die Entwicklungsplanung der Länder integriert werden. Dabei soll die Partnerschaft zur Umsetzung der nationalen Klimabeiträge (NDC-Partnerschaft) helfen, die schon jetzt 68 Mitglieder zählt: Entwicklungsländer, Industrieländer, multilaterale Entwicklungsbanken und UN-Organisationen.

Dem Energiesektor kommt beim Klimaschutz eine zentrale Rolle zu; gleichzeitig ist die Energieversorgung eine wichtige Grundlage zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Der Aktionsplan zu Klima und Energie für Wachstum sieht daher den Ausbau moderner Energieinfrastruktur auf Basis erneuerbarer Energien in Afrika vor. Dies soll insbesondere über die "Africa Renewable Energy Initiative" geschehen.

Schon jetzt sind die Folgen des Klimawandels spürbar – mit teils dramatischen Auswirkungen in vielen Entwicklungsländern. Auch mit erheblichen Anstrengungen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel können nicht alle Schäden verhindert werden. Besonders wichtig ist daher die finanzielle Absicherung der Menschen, die dem Klimawandel besonders stark und schutzlos ausgesetzt sind. Deshalb sollen unter anderem Versicherungen gegen Klima- und Katastrophenrisiken weiter ausgebaut werden.

Auf Grundlage einer vom BMZ in Auftrag gegebenen Weltbank-Studie fordert die G20 eine globale Partnerschaft zum Ausbau solcher Klimarisikoversicherungen. Wir wollen damit eine schnelle und verlässliche Hilfe bei Dürren, Sturmschäden oder Überflutungen für die ärmsten und verwundbarsten Menschen erreichen – nur auf humanitäre Hilfe zu setzen, reicht nicht aus. Klimarisikoversicherungen können schnelle Auszahlungen garantieren, Anreize für Vorsorge setzen und die Versicherungswirtschaft mit ihrem Know-how und Finanzierungspotenzial einbinden.

Darüber hinaus fordert der Aktionsplan die Weltbank und die regionalen Entwicklungsbanken auf, mehr gemeinsame Verantwortung dafür zu übernehmen, die Entwicklungs- und Schwellenländer bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens zu unterstützen. Die multilateralen Entwicklungsbanken spielen eine zentrale Rolle nicht nur bei der Finanzierung nachhaltiger Infrastruktur, sondern auch bei der Beratung ihrer Mitgliedsländer bei der Entwicklungs- und Finanzplanung.

Mit diesen Initiativen wurden die Interessen der armen und vulnerablen Menschen zentral im G20-Aktionsplan verankert. Die nächsten Umsetzungsschritte erfolgten bei der UN-Klimakonferenz COP23 im November 2017 in Bonn: Dort rief das BMZ mit 40 weiteren Partnern, unter anderem Äthiopien, Fidschi und Großbritannien die InsuResilience Global Partnership ins Leben und kündigte dafür 110 Millionen Euro auch über die Weltbank an. Sie soll Risikofinanzierung und Versicherungen gegen die Klimakatastrophen bereitstellen und so gerade den ärmsten Menschen weltweit eine Perspektive im Fall von Dürren oder Überschwemmungen bieten.


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen