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Neue G20-Afrika-Partnerschaft

Für mehr Investitionen und Beschäftigung

Berufsschule in Ghana

Die neue G20-Afrika-Partnerschaft zielt auf eine Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen der G20 und Afrika für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Grundlage ist die Agenda 2063 der Afrikanischen Union.

Die G20-Afrika-Partnerschaft ist ein Rahmen für G20-Initiativen in den Bereichen Investitionsförderung, Ausbau erneuerbarer Energien, Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum, digitale Bildung für Mädchen und Frauen und Steuergerechtigkeit. Sie gliedert sich thematisch in drei Säulen:

  • Die Verbesserung von Rahmenbedingungen für Privatinvestitionen für mehr wirtschaftliche Dynamik in Afrika ("Compact with Africa"),
  • Investitionen in erneuerbare Energie und Widerstandskraft gegen klimatische Veränderungen in Afrika und
  • Beschäftigung sowie Berufsbildung für inklusives Wachstum in Afrika.

Die G20-Afrika-Partnerschaft soll auch über die deutsche G20-Präsidentschaft hinaus fortgeführt werden. Zukünftige Präsidentschaften und weitere Partner sind aufgerufen, die Partnerschaft mit Afrika weiterzuentwickeln und auszubauen.


Compact with Africa

Als Kernelemente der G20-Partnerschaft mit Afrika bildet der "Compact with Africa" individuell zugeschnittene Investitionspartnerschaften ("Compacts") mit interessierten afrikanischen Ländern. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Investitionen in Afrika zu verbessern, ohne die eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung nicht möglich ist. Zentrale Akteure sind vor allem die afrikanischen Länder selbst mit der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds sowie der Afrikanischen Entwicklungsbank, die individuellen Reformprogramme gemeinsam mit möglichen zusätzlichen Beiträgen interessierter G20-Partner verhandeln und umsetzen werden.

Die afrikanischen Partner entscheiden dabei, welche Maßnahmen aus ihrer Sicht am wichtigsten sind und zu welchen Reformen sie sich verpflichten wollen. Die Initiative ist bei vielen afrikanischen Ländern auf großes Interesse gestoßen. Bis zum Ende der deutschen G20-Präsidentschaft haben sich mit Tunesien, Marokko, Ghana, Ruanda, Senegal, Äthiopien, der Elfenbeinküste, Benin, Guinea und Ägypten bereits zehn afrikanische Länder der Initiative angeschlossen. Weitere afrikanische Länder sind eingeladen, der ersten Ländergruppe zu folgen und von der G20-Initiative "Compact with Africa" zu profitieren.

Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass mit Hilfe der Initiative "Compact with Africa" steuerliche Rahmenbedingungen verbessert werden, um Investitionen zu fördern und verlässliche Steuereinnahmen zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang steht ein Dialogworkshop im Oktober 2017 in Tansania für Teilnehmer aus afrikanischen Steuerverwaltungen und Finanzministerien. Als weiteres Element der Partnerschaft mit Afrika für mehr Steuergerechtigkeit wurde unter deutscher G20-Präsidentschaft gemeinsam mit Kenia, der OECD und Italien die "Africa Academy for Tax and Financial Crime Investigation" in Kenia gegründet. Mit Hilfe der Akademie sollen Steuerstraftaten ermittelt und illegale Finanzströme bekämpft werden.


Africa Renewable Energy Initiative

Die G20 setzt sich für den Ausbau nachhaltiger Infrastruktur im Energiesektor ein und unterstützt beispielsweise die Africa Renewable Energy Initiative (AREI) der AU, um Zugang und Versorgung mit erneuerbarer Energie zu steigern. Bundesminister Müller hat für die Zielsetzung der AREI einen BMZ-Beitrag von drei Milliarden Euro bis 2020 angekündigt. Bisherige Zusagen des BMZ tragen zur Installation von 2,5 Gigawatt erneuerbarer Stromerzeugung bei, vergleichbar mit dem Ersatz von rund drei Kohlekraftwerken.


Förderung von Beschäftigung und Bildung

Die Förderung von Beschäftigung und Bildung unterstützt die G20 mithilfe von zwei Initiativen. Die G20-Initiative für Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum zielt mit einem ambitionierten Zahlenziel darauf ab, die Beschäftigungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven von jungen Menschen im ländlichen Raum zu verbessern. In diesem Zusammenhang soll auch die Produktivität in der Landwirtschaft erhöht werden, um gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung zu leisten. Die Initiative "#eSkills4Girls" unterstützt Frauen und Mädchen dabei, digitale Kompetenzen zu erlernen, um ihre Beschäftigungschancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen und die Unterschiede in der Nutzung digitaler Technologien weiter zu schließen.


G20-Afrika-Konferenz

Wie jede Partnerschaft lebt auch die G20-Afrika-Partnerschaft vom intensiven Austausch der Beteiligten. Deshalb hat die Bundesregierung als G20-Präsidentschaft die G20-Afrika-Konferenz im Juni 2017 unmittelbar vor dem Gipfel organisiert. Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der G20-Staaten trafen dort auf zahlreiche afrikanische Führungspersönlichkeiten, Vertreterinnen und Vertreter des Privatsektors sowie der Zivilgesellschaft, um die neue Partnerschaft zu diskutieren und auszubauen. Das BMZ hat am Rand der Konferenz den drei Compact-Ländern Tunesien, Ghana und Elfenbeinküste Unterstützung der geplanten Compacts in Form von Reformpartnerschaften zugesagt.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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