Hauptinhalt

Frieden

Ziviler Friedensdienst – Fachleute im Einsatz für den Frieden

Im Projekt "Jemand hört mir zu!" erarbeiten Schüler und Lehrer gemeinsam ein Theaterstück, das dazu auffordert, über Vorurteile gegenüber anderen nachzudenken. Es werden keine Lösungen vorgegeben, sondern das Publikum wird angeregt, selbst zu reflektieren.

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) wird von deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen getragen und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert.

ZFD-Fachkräfte unterstützen weltweit in Krisenregionen örtliche Partnerorganisationen dabei, Grundlagen für einen nachhaltigen Frieden zu schaffen. Sie vermitteln in Konflikten, bringen Anliegen benachteiligter Menschen an die Öffentlichkeit, begleiten ehemalige Soldaten auf ihrem Weg ins zivile Leben, arbeiten mit traumatisierten Opfern von Gewalt oder ermöglichen die konfliktsensible Reintegration von Flüchtlingen. Sie arbeiten dabei immer mit lokalen Organisationen und Initiativen zusammen.

Der ZFD gilt allgemein als ein Erfolgsmodell der Kooperation von staatlichen und nichtstaatlichen Trägern der Entwicklungs- und Friedensarbeit. Seit Programmbeginn waren insgesamt rund 1.000 Friedensfachkräfte im Rahmen mehrjähriger Einsätze in rund 50 Ländern aktiv. Einschließlich der vorbereitenden und begleitenden Maßnahmen wurden dafür bis Ende 2015 etwa 405 Millionen Euro bewilligt.

Zur Überprüfung der langfristigen Wirkungen der Arbeit des ZFD wurde im April 2011eine breit angelegte Evaluierung abgeschlossen, die unter anderem auf acht Länderfallstudien basierte. Das BMZ und die ZFD-Trägerorganisationen haben den ZFD auf Grundlage der Evaluierungsempfehlungen reformiert (unter anderem durch die systematische Einführung von trägerübergreifenden Länderstrategien, effizienteres Antragswesen und verbessertes internes Monitoring- und Evaluierungssystem). Die Reform hat dazu beigetragen, die Wirkungen und die Nachhaltigkeit des ZFD zu verbessern.

Aufgaben

Die Aufgaben der Friedensfachkräfte sind vielfältig und erfordern für jeden ZFD-Einsatz unterschiedliche Kenntnisse der Fachkräfte, unter anderem Instrumente ziviler Konfliktbearbeitung, interkulturelle Kommunikation und Sprachkenntnisse.

Der ZFD arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die:

  • über Konfliktlinien hinweg Kooperations- und Dialogstrukturen aufbauen (und dabei zum Beispiel auch traditionelle Schlichtungsinstanzen stärken);
  • Anlaufstellen und gesicherte Räume schaffen, in denen sich Konfliktparteien begegnen können;
  • Informations- und Kommunikationsstrukturen stärken, die den Ursachen und Auswirkungen gewaltsamer Konflikte nachspüren (unter anderem durch Förderung von Friedensjournalismus, Vernetzung von Friedensorganisationen und Beobachtung von Konfliktverläufen);
  • von Gewalt besonders betroffene Gruppen unterstützen und sie wieder in die Gesellschaft integrieren (etwa durch psychosoziale Unterstützung oder Arbeit mit traumatisierten Menschen);
  • zu Methoden und Konzepten ziviler Konfliktbearbeitung beraten und ausbilden;
  • Friedenspädagogik betreiben und Feindbilder abbauen;
  • die Rechtssicherheit vor Ort stärken und für Menschenrechte eintreten.

Bewerbung als Friedensfachkraft

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Freiwilligendienst von lebens- und berufserfahrenen Frauen und Männern. Der Einsatz erfolgt auf der Grundlage des Entwicklungshelfergesetzes. Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Friedensfachkraft sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, mehrjährige Berufserfahrung in einem für den ZFD relevanten Arbeitsfeld, gute Sprachkenntnisse in mindestens einer internationalen Verkehrssprache und zivilgesellschaftliches Engagement. Dazu kommen weitere Qualifikationen, die sich aus dem jeweiligen Einsatzbereich ergeben.

Stellenangebote finden Sie unter: http://ziviler-friedensdienst.org/de/jobs


Die Trägerorganisationen des Zivilen Friedensdienstes

Die Aufgaben des Zivilen Friedensdienstes werden im Auftrag des BMZ von den staatlich anerkannten Entwicklungsdiensten übernommen, die sich zum Konsortium Ziviler Friedensdienst (Konsortium ZFD) zusammengeschlossen haben:

  • Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V. (AGDF), mit seinen Mitgliedsorganisationen Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V - Kurve Wustrow und Peace Brigades International – deutscher Zweig e.V. (pbi)
  • Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. (AGEH)
  • Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
  • EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst eV.
  • Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD)
  • Weltfriedensdienst e.V. (WFD)

Die administrative Abwicklung des Programms erfolgt über Engagement Global gGmbH. Über das Gesamtprogramm und alle Projekte des ZFD entscheidet das BMZ im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt. Weitere Informationen zu den vielfältigen Projektaktivitäten finden Sie hier.


Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen

 

Seite teilen