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Kinder in bewaffneten Konflikten

Deutsches Engagement zum Schutz von Kindern: Bildung als Schlüssel

Ein Mädchen im Schulunterricht im Flüchtlingslager Saint Sauveur in Bangui, Zentralafrikanische Republik

Durch die extremen Ge­walt­er­fah­run­gen, denen Kinder in Krisen und be­waff­ne­ten Konflikten aus­ge­setzt sind, werden sie sehr häufig schwer trau­ma­ti­siert. Zu­gleich mangelt es ihnen an einem Werte­system und an Halt in der Ge­sell­schaft. Die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit den betroffenen Ko­ope­ra­tions­ländern hat die Auf­gabe, mit gezielten Maß­nah­men die Re­in­te­gra­tion von ehe­ma­li­gen Kinder­sol­da­ten zu fördern und gleich­zeitig jenen Kindern eine Zukunft zu schaffen, die Opfer oder Zeugen von Gewalt wurden. Um den Kindern eine lang­fristige Pers­pek­tive zu geben, ist es Vor­aus­set­zung, dass sie Zugang zur Grund­bildung und eine Qualifizierung für den Arbeits­markt erhalten

Ehemalige Kindersoldaten erhalten daher eine Schul- und Berufsausbildung, Beschäftigungsförderung und Gesundheitsfürsorge, um ihre Lebensperspektive für eine friedliche Zukunft in ihrem Heimatland zu verbessern. Darüber hinaus werden Maßnahmen der Friedens- und Versöhnungsarbeit sowie der psychosozialen Betreuung einschließlich Traumaarbeit im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes unterstützt.

Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration

Soldat in Burundi. Urheberrecht: Philipp ZiserSchon seit längerem sind Kindersoldaten eine Zielgruppe von Programmen zur Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration (Dis­ar­ma­ment, Demo­bi­li­zation & Reintegration, DD&R). Die Bun­des­re­pu­blik arbeitet dabei eng mit ent­wick­lungs­po­litischen Or­ga­ni­sa­ti­on­en sowie kirch­lichen und zivil­ge­sell­schaft­lichen Gruppen zusammen. Unter anderem unter­stützt Deutsch­land solche Projekte in der zentral­afri­ka­ni­schen Region der Großen Seen und in Sierra Leone.

Nicht in allen Fällen werden jedoch die be­trof­fe­nen Kinder und Jugendlichen von den DD&R-Programmen erreicht. Einige Armeen und Bür­ger­kriegs­parteien leugnen die Existenz von Kinder­soldaten, weil sie Sank­tionen befürchten. In einigen Ländern verhindern nationale Gesetze, aber auch Vorgaben einzelner Geber die Teil­nahme von Minder­jährigen an den Demo­bi­li­sie­rungs­programmen.

Jugendprogramme für alle

Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit fördert auch Projekte, die sich an alle Kinder und Jugend­lichen in einem Konflikt­gebiet richten. Dabei werden Kinder­soldaten gemein­sam mit anderen vom Krieg trau­ma­ti­sier­ten Jugend­lichen betreut und unterstützt. Auch Familien und Gemeinden werden ein­be­zogen. So wird zum Beispiel Hilfe beim Aufbau von Jugend­or­ga­ni­sa­tionen oder bei der Aus­ge­stal­tung einer kommunalen Jugend­politik geleistet.

Prävention

Positive Zukunftsperspektiven und ein stabiles soziales, familiäres und wirt­schaft­liches Umfeld sind die beste Vorsorge gegen ein Abgleiten in die Gewalt. Im Rahmen integrierter Konzepte stehen Kinder und Jugend­liche daher ent­weder im Mittel­punkt von Förderungen – etwa bei Pro­gram­men der Grund­bildung, der beruf­lichen Bildung oder der Krisen­prävention – oder sie pro­fi­tie­ren von Vor­ha­ben, die sich primär an andere Ziel­gruppen richten. Dazu gehören Projekte der Politik­beratung und Wirtschafts­förderung, des Umwelt­schutzes und der gesundheitlichen Aufklärung.

Lexikon der Entwicklungspolitik

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